AI Truth Cloud
Keepit AI Truth Cloud: Verifizierte Backup-Daten sollen Enterprise-KI absichern
Kontrollierte Datenbasis für KI-Agenten
Mit der neuen AI Truth Cloud will Keepit klassische Datensicherung um eine zusätzliche Aufgabe erweitern: Verifizierte und unveränderliche Backup-Daten sollen künftig als kontrollierte Datenbasis für KI-Systeme und autonome Agenten dienen. Im Mittelpunkt stehen dabei Datenintegrität, Nachweisbarkeit und Wiederherstellbarkeit. Drei neue Bausteine sollen Unternehmen helfen, KI-Workloads abzusichern und vom produktiven Datenbestand zu isolieren.
Der SaaS-Backup-Anbieter Keepit erweitert seine Plattform mit der AI Truth Cloud um Funktionen speziell für den Einsatz von künstlicher Intelligenz in Unternehmen. Ziel ist es, gesicherte Daten nicht mehr ausschließlich für Recovery, Compliance und Cyber-Resilienz zu verwenden, sondern sie zugleich als verifizierbare Datenbasis für KI-Anwendungen bereitzustellen.
Der Ansatz adressiert ein Problem, das mit dem zunehmenden Einsatz generativer KI und autonomer Agenten an Bedeutung gewinnt: KI-Systeme können nur so zuverlässig arbeiten wie die Daten, auf die sie zugreifen. Sind deren Herkunft, Integrität oder Aktualität nicht nachvollziehbar, entstehen Risiken für automatisierte Entscheidungen und Geschäftsprozesse.
Keepit setzt deshalb auf eine unabhängige, unveränderliche Kopie der Unternehmensdaten. Unternehmen sollen dadurch überprüfen können, aus welcher Quelle Daten stammen, ob sie verändert wurden und welcher Datenstand einem KI-System zur Verfügung gestellt wurde.
Verifizierte Daten als Grundlage für KI
Mit AI Truth Cloud entwickelt Keepit sein bisheriges Backup- und Recovery-Modell zu einer Plattform für Datenvertrauen weiter. Das Konzept basiert auf den fünf Bereichen Protect, Observe, Recover, Prove und Integrate.
Dadurch sollen Unternehmen Daten nicht nur sichern und wiederherstellen, sondern auch deren Nutzung beobachten, Integrität nachweisen und sie kontrolliert in KI-Workflows integrieren können.
Der Ansatz könnte insbesondere bei agentischen KI-Systemen relevant werden. Solche Agenten greifen eigenständig auf Unternehmensinformationen zu, verarbeiten Daten und können zunehmend auch Aktionen innerhalb von Geschäftsprozessen auslösen.
Fehlerhafte, manipulierte oder kompromittierte Daten können dadurch unmittelbare operative Auswirkungen haben.

„Unternehmen treffen folgenschwere Entscheidungen auf Basis dessen, was ihre KI ihnen sagt. Doch auf Grundlage von Daten, die sich nicht verifizieren lassen, sollte nicht gehandelt werden. AI Truth Cloud gibt Unternehmen ein unabhängiges, manipulationssicheres und nachweislich vollständiges Datenfundament – eines, auf dessen Basis KI sicher urteilen kann, dessen Integrität Unternehmen belegen können und von dem aus sie zu einem verlässlichen, unversehrten Zustand zurückkehren können, wenn eine Entscheidung fehlgeht. Die Wahrheit verifizieren, bevor man handelt – und sie wiederherstellen, wenn man es nicht getan hat. Das bedeutet es, die Wahrheit zu besitzen", sagte Frederik Schouboe, Mitgründer und Chief Visionary Officer bei Keepit .
Die Plattform soll deshalb sowohl einen überprüfbaren Ausgangspunkt für KI-Systeme als auch einen bekannten, unveränderten Wiederherstellungszustand bereitstellen.
Drei Bausteine für KI-Datensicherheit
Drei Funktionen bilden zunächst den technischen Schwerpunkt der AI-Truth-Cloud-Roadmap. Mit AI Connector Backup erweitert Keepit seine Datensicherung auf KI-spezifische Objekte. Dazu gehören unter anderem Konfigurationen von KI-Agenten, Skills, Projekte und Modelle.
Diese Objekte sollen versioniert und zeitpunktgenau wiederhergestellt werden können. Verhält sich beispielsweise ein KI-Agent nach einer Konfigurationsänderung unerwartet oder wird ein Bestandteil kompromittiert, könnte ein zuvor gesicherter Zustand wiederhergestellt werden.
Die Keepit MCP Platform soll über das Model Context Protocol eine Schnittstelle zwischen gesicherten Datenbeständen und KI-Systemen schaffen. Als Headless-API-Schicht soll sie Anwendungen und Agenten ermöglichen, kontrolliert auf verwaltete Daten zuzugreifen, Informationen abzufragen und deren Integrität zu überprüfen. Damit soll das Backup nicht mehr ausschließlich passiver Datenspeicher sein, sondern Bestandteil von KI-Workflows werden.
Ein weiterer Baustein ist der Keepit AI Safe Room. Die Technologie soll verhindern, dass KI-Modelle für Training, Tests oder Inferenz unmittelbar auf produktiven Unternehmensdaten arbeiten müssen. Stattdessen wird eine unveränderliche Kopie der gesicherten Daten in einer isolierten Umgebung bereitgestellt.
Dadurch können Unternehmen Modelle, Prompts oder Agenten testen, ohne den produktiven Datenbestand zu verändern.
Erzeugt ein Modell unerwartete Ergebnisse oder führt ein Agent unerwünschte Aktionen aus, lässt sich die Testumgebung auf einen definierten Ausgangszustand zurücksetzen. Die Produktionsdaten bleiben davon unberührt.
Gerade bei experimentellen KI-Anwendungen könnte eine solche Trennung zu einem wichtigen Bestandteil der Sicherheitsarchitektur werden.
Weitere Funktionen für KI-Governance geplant
Keepit plant darüber hinaus zusätzliche Funktionen entlang der fünf Plattformbereiche. Dazu gehören unter anderem die Überwachung des Verhaltens von KI-Agenten, automatisierte Compliance-Nachweise, kryptografisch abgesicherte Informationen zur Datenherkunft sowie KI-gestützte Wiederherstellungsmechanismen nach Sicherheitsvorfällen.
Damit verschiebt sich auch der klassische Schwerpunkt von Backup-Produkten. Neben der Wiederherstellung nach Ransomware-Angriffen, versehentlichem Löschen oder technischen Ausfällen rückt zunehmend die Frage in den Vordergrund, welche Daten KI-Systeme verwenden dürfen und wie sich deren Integrität nachweisen lässt.
Schutzbedarf verlagert sich auf KI-Agenten und deren Daten
Mit der zunehmenden Verbreitung agentischer KI entstehen zudem neue Datenarten, die selbst geschützt werden müssen.
Dazu gehören beispielsweise Agentenkonfigurationen, Prompts, Kontextinformationen, Skills oder von KI-Systemen erzeugte Inhalte. Keepit will deshalb die Zahl der unterstützten Connectoren kontinuierlich erweitern.
Parallel baut das Unternehmen eine ISV-Partnerschaftsstrategie auf. Softwareanbieter sollen Funktionen wie Unveränderlichkeit, Datensouveränität, Governance und KI-Integration direkt in ihre eigenen Produkte integrieren können.
Damit verfolgt Keepit eine deutlich weitergehende Strategie als klassische SaaS-Datensicherung: Backup-Daten sollen künftig nicht nur die letzte Verteidigungslinie nach einem Sicherheitsvorfall bilden, sondern als kontrollierte und überprüfbare Datenschicht für Enterprise-KI dienen.