Attack Path Management
SpecterOps erweitert BloodHound um hybride Angriffspfade und KI-Agenten
Erweiterung des Attack Path Managements
Neue Schnittstellen für AWS, Microsoft Entra Agent ID und KI-gestützte Security-Workflows sollen Unternehmen dabei helfen, komplexe Angriffsketten frühzeitig zu erkennen und gezielt zu unterbrechen.
Angreifer halten sich nicht an Plattformgrenzen. Sie kombinieren Identitäten, Berechtigungen und Fehlkonfigurationen aus Active Directory, Cloud-Diensten, SaaS-Anwendungen und zunehmend auch KI-Agenten zu komplexen Angriffspfaden. Mit neuen Funktionen für BloodHound Enterprise will SpecterOps genau diese hybriden Beziehungen sichtbar machen und Sicherheitsteams ermöglichen, kritische Angriffsketten zu unterbrechen, bevor sie ausgenutzt werden.
SpecterOps, Entwickler der Open-Source-Plattform BloodHound und Anbieter von Identity Attack Path Management, erweitert BloodHound Enterprise um native Unterstützung für Amazon Web Services und Microsoft Entra Agent ID. Gleichzeitig führt das Unternehmen mit BloodHound Hunter eine KI-Agenten-Schnittstelle ein, über die sich Erkenntnisse zu Angriffspfaden in unternehmenseigene KI- und Security-Workflows integrieren lassen.
Ziel ist es, Identitäts-, Cloud- und Sicherheitsteams einen einheitlichen Blick auf systemübergreifende Risiken zu ermöglichen. Statt isolierte Fehlkonfigurationen oder Berechtigungen einzeln zu bewerten, bildet BloodHound Enterprise deren Beziehungen in einer graphbasierten Angriffspfad-Darstellung ab. Dadurch sollen Teams erkennen können, welche Kombinationen von Zugriffsrechten, Vertrauensstellungen und Identitäten tatsächlich zu kritischen Unternehmensressourcen führen.
Angriffspfade enden nicht an Systemgrenzen
In hybriden IT-Umgebungen bewegen sich Angreifer häufig über mehrere Plattformen hinweg. Ein kompromittiertes Benutzerkonto kann beispielsweise zunächst Zugriff auf eine SaaS-Anwendung ermöglichen, von dort zu einem Cloud-Konto führen und schließlich den Zugang zu privilegierten Rollen oder sensiblen Daten eröffnen.

„Angreifer bewegen sich nicht von einem isolierten System zum anderen. Zwischen diesen Systemen bestehen Beziehungen – beispielsweise verkettete Vertrauensstellungen, Berechtigungen und Fehlkonfigurationen in Cloud-, Identitäts- und Infrastrukturumgebungen –, die Angreifer ausnutzen, um ihr Ziel zu erreichen“, erklärt Jared Atkinson, Chief Technology Officer bei SpecterOps.
Mit den neuen Erweiterungen sollen Sicherheits- und Identitätsteams solche ausnutzbaren Beziehungen über verschiedene Plattformen hinweg nachvollziehen und an den wirksamsten Stellen unterbrechen können.
Neben Active Directory und Microsoft Entra unterstützt BloodHound Enterprise bereits Plattformen wie Okta, GitHub und Jamf. Durch die Integration von AWS und Microsoft Entra Agent ID erweitert SpecterOps die Analyse nun auf zusätzliche Cloud-Ressourcen, KI-Agenten und maschinelle Identitäten.
BloodHound Hunter bringt Angriffspfadwissen in KI-Workflows
Eine zentrale Neuerung ist BloodHound Hunter . Die Schnittstelle ist direkt in BloodHound Enterprise integriert und basiert auf dem Model Context Protocol (MCP). Unternehmen können damit freigegebene KI-Agenten und interne Wissensquellen mit den Angriffspfaddaten der Plattform verbinden.
Sicherheitsteams sollen dadurch technische Erkenntnisse stärker im Kontext ihrer eigenen Umgebung bewerten können. Dazu gehören beispielsweise interne Sicherheitsrichtlinien, bestehende Kontrollen, kritische Geschäftsprozesse und individuelle Prioritäten.
BloodHound Hunter kann unter anderem dabei unterstützen,
- Angriffspfade nach Unternehmensrisiko zu priorisieren,
- technische Zusammenhänge für Management- und Identity-Teams verständlich aufzubereiten,
- Maßnahmen zur Behebung von Fehlkonfigurationen vorzubereiten,
- besonders kritische Ressourcen über sogenannte Privilege Zones gezielt zu schützen.
Die KI-Agenten erhalten dabei keinen beliebigen Zugriff auf die Umgebung. Vielmehr sollen Unternehmen ihre eigenen kontrollierten Agenten und Wissensquellen einsetzen können, um BloodHound-Erkenntnisse in bestehende Sicherheitsprozesse einzubinden.
Native Unterstützung für AWS-Angriffspfade
Durch die neue AWS-Integration kann BloodHound Enterprise Identitäten, Rollen, Berechtigungen und Ressourcen innerhalb von Amazon-Web-Services-Umgebungen analysieren. Die Plattform soll dabei nicht nur einzelne Fehlkonfigurationen erkennen, sondern vollständige begehbare Angriffspfade darstellen.
Sicherheitsteams können beispielsweise nachvollziehen, wie ein zunächst eingeschränkter Zugriff durch verkettete Rollen, Richtlinien oder Vertrauensbeziehungen zu administrativen Berechtigungen oder sensiblen Datenspeichern führen könnte.
Ein besonderer Fokus liegt auf sogenannten Engpässen oder Choke Points. Dabei handelt es sich um zentrale Knotenpunkte, über die mehrere Angriffspfade verlaufen. Werden diese Beziehungen entfernt oder eingeschränkt, können Unternehmen mehrere potenzielle Angriffsketten gleichzeitig unterbrechen.
Über Privilege Zones lassen sich zudem besonders schützenswerte AWS-Rollen, Datenspeicher und andere kritische Assets kennzeichnen. Anschließend kann BloodHound analysieren, welche Identitäten oder Plattformbeziehungen einen indirekten Zugriff auf diese Ressourcen ermöglichen.
Microsoft Entra Agent ID macht KI-Identitäten sichtbar
Mit der Unterstützung für Microsoft Entra Agent ID erweitert SpecterOps das Attack Path Management auf KI-Agenten und maschinelle Identitäten im Microsoft-Ökosystem. Grundlage dafür sind unter anderem Forschungsergebnisse von SpecterOps zu potenziell ausnutzbaren Copilot-Konfigurationen. Diese zeigen, dass KI-Agenten nicht isoliert betrachtet werden dürfen. Delegierte Identitäten, Service Principals, administrative Berechtigungen und die Zugriffsrechte von Agenten können neue indirekte Wege zu privilegierten Ressourcen schaffen.
Sicherheitsteams können mit BloodHound Enterprise untersuchen, wie Microsoft-Copilot-Agenten und andere KI-Identitäten mit Benutzern, Anwendungen und privilegierten Rollen verbunden sind. Dadurch sollen Risiken sichtbar werden, die bei einer herkömmlichen Betrachtung einzelner Konten oder Anwendungen möglicherweise unentdeckt bleiben.
Prävention statt reiner Detection and Response
Attack Path Management verfolgt einen präventiven Ansatz. Statt erst auf Warnmeldungen oder erfolgreiche Kompromittierungen zu reagieren, sollen Unternehmen potenziell ausnutzbare Angriffsketten bereits im Vorfeld identifizieren und beseitigen.
Das gewinnt insbesondere mit der zunehmenden Verbreitung autonomer KI-Agenten an Bedeutung. Agenten können Aktionen wesentlich schneller ausführen als menschliche Benutzer und dabei auf mehrere Anwendungen, Datenquellen und Identitäten zugreifen. Fehlkonfigurationen oder übermäßige Berechtigungen können dadurch innerhalb kurzer Zeit zu weitreichenden Sicherheitsproblemen führen.
BloodHound Enterprise priorisiert deshalb nicht ausschließlich einzelne Schwachstellen, sondern bewertet, wie Identitäten, Zugriffsrechte und Plattformen zu realistisch ausnutzbaren Angriffspfaden zusammenspielen.
Die neuen Funktionen ergänzen zugleich BloodHound Scentry. Der Service kombiniert die Angriffspfaddaten aus BloodHound Enterprise mit der Tradecraft- und Beratungsexpertise von SpecterOps, um Unternehmen beim Aufbau und bei der Weiterentwicklung ihres Identity Attack Path Managements zu unterstützen.
Weitere technische Einzelheiten zu BloodHound Hunter stellt SpecterOps in einem Deep Dive bereit. Zusätzlich plant das Unternehmen am 25. August 2026 um 19:00 Uhr MESZ ein Webinar zu den neuen Funktionen.