Zero Gap

Zero Trust reicht nicht – warum Zero Gap der nächste logische Schritt ist

Zero Trust reicht nicht – warum Zero Gap der nächste logische Schritt ist

Deep Observability

Prüfen kann man nur, was man auch sieht – deshalb ist echte Transparenz im Netzwerk der Schlüssel, um Zero Trust nicht nur einzuführen, sondern erfolgreich zu leben. Doch genau diese Sichtbarkeit fehlt in vielen Unternehmen.

Tiho Saric, Senior Sales Director bei Gigamon , erklärt, wie Sicherheitsverantwortliche die blinden Flecken im Netzwerk aufdecken können.

Warum wir über „Zero Trust“ hinausdenken müssen

Moderne Netzwerke sind so komplex wie nie zuvor. Überall entstehen kleine, aber gefährliche Blind Spots, die klassische Sicherheitslösungen gar nicht erfassen. IT-Teams sollen Zero Trust umsetzen, haben dafür aber oft kein vollständiges Bild ihres eigenen Datenverkehrs. Genau hier setzt die Idee von Zero Gap an: Sie schließt Lücken, die selbst gut etablierte Sicherheitskonzepte bislang offenlassen.

Der Perimeter ist Vergangenheit

Zero Trust hat die Sicherheitsarchitektur entscheidend weitergebracht. Statt sich auf die alte Vorstellung von einem sicheren Innen und einem unsicheren Außen zu verlassen, prüft das Modell jede Identität ständig neu. Nichts wird automatisch vertraut, idealerweise wird jede Anmeldung mit Multifaktor-Authentifizierung abgesichert, und dank „Least Privilege“ erhalten Nutzer*innen nur die Berechtigungen, die sie wirklich benötigen.

Doch während Zero Trust an Fahrt aufnimmt, werden die Angriffe raffinierter: KI-gestützte Attacken durchforsten Netzwerke systematisch nach Schwachstellen – besonders beliebt sind LLM-Deployments. Fast die Hälfte der deutschen IT-Entscheider sieht darin ein konkretes Risiko. Für Verteidiger bedeutet das: Jeder Blind Spot ist einer zu viel.

Deep Observability: Das fehlende Puzzlestück

Tiho Saric, Senior Sales Director bei Gigamon
Tiho Saric, Senior Sales Director bei Gigamon

Um diese Lücken zu schließen, braucht es maximale Sichtbarkeit. Laut Gigamon-Umfrage halten 80 Prozent der deutschen IT- und Sicherheitsexperten Einblicke in verschlüsselten Traffic für unverzichtbar, und 57 Prozent sehen den East-West-Datenverkehr inzwischen als kritischer an als klassischen North-South-Traffic. Gleichzeitig sagen mehr als die Hälfte, dass ihre heutigen Tools nicht genug sehen, um optimal zu schützen.

Deep Observability geht deutlich weiter als normales Monitoring mit Metriken, Logs oder Traces. Während klassische Lösungen vor allem auf Warnsignale reagieren, zeigt Deep Observability, warum etwas passiert. Network Packet Broker analysieren dazu den kompletten Datenstrom an allen Zugriffspunkten und prüfen jedes einzelne Paket. Das macht vorhandene Sicherheitswerkzeuge deutlich effektiver – ganz ohne ständige Neuanschaffungen. Kein Wunder, dass 88 Prozent der deutschen Fachleute Deep Observability bereits als festen Bestandteil moderner Cloud-Sicherheit sehen. Mit dieser erweiterten Transparenz wird Zero Trust automatisch zu Zero Gap.

Hybride Umgebungen brauchen einen noch schärferen Blick

Viele Unternehmen überdenken gerade ihre Public-Cloud-Strategien – auch wegen Fragen der digitalen Souveränität und möglicher Abhängigkeiten von Hyperscalern. 61 Prozent der deutschen IT-Expert*innen erwägen, Daten wieder in private Umgebungen zu migrieren. Ganz auf Public Clouds zu verzichten, ist jedoch kaum realistisch. So entstehen hybride, hochgradig verschlüsselte Ökosysteme, in denen sich Angreifer besonders gerne im East-West-Traffic verstecken. Heute laufen 91 Prozent aller Bedrohungen über verschlüsselte Kanäle.

Damit rückt eine entscheidende Frage in den Vordergrund: Wie lässt sich verschlüsselter Datenverkehr überwachen, ohne ihn aufwendig zu entschlüsseln? Die Antwort moderner Konzepte: Transparenz entsteht am besten vor der eigentlichen Verschlüsselung. Indem Daten direkt an der Schnittstelle zwischen Anwendung und Krypto-Bibliothek erfasst werden, erhalten Sicherheitsverantwortliche Einblicke in den Traffic – ohne die Verschlüsselung zu brechen oder Schlüssel verwalten zu müssen. Diese Verfahren fügen sich nahtlos in bestehende Architekturen ein und ermöglichen es, verschlüsselte Workloads auch in dynamischen, hybriden Infrastrukturen zuverlässig zu überwachen.