Umfrage

Wenn Fußball zur Falle wird: Warum Betrüger gezielt Fans ins Visier nehmen

Wenn Fußball zur Falle wird: Warum Betrüger gezielt Fans ins Visier nehmen

NordVPN-Umfrage offenbart wie Betrüger Fußballfans bereits jetzt ins Visier nehmen

Fußball begeistert Millionen Menschen – und genau diese Leidenschaft machen sich Betrüger zunehmend zunutze. Eine aktuelle Umfrage von NordVPN zeigt ein überraschendes Ausmaß: Fast jede:r zehnte Deutsche ist in den Jahren 2024 und 2025 bereits mit fußballbezogenem Betrug in Kontakt gekommen.

Gleichzeitig steigt die Vorfreude auf kommende Großereignisse. 57 % der Deutschen planen, die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 zu verfolgen. Doch genau diese Begeisterung ist es, die Kriminelle gezielt ausnutzen.

Emotionen schlagen Vorsicht

„Betrug im Zusammenhang mit Fußball funktioniert so gut, weil er auf Emotionen und Dringlichkeit setzt“, erklärt Adrianus Warmenhoven, Cybersicherheitsexperte bei NordVPN . Wer sich auf ein wichtiges Spiel freut, schnell noch Tickets sucht oder in letzter Minute einen Livestream finden möchte, handelt oft impulsiver als sonst. Die Folge: Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit reicht – und schon klicken Nutzer auf gefälschte Angebote oder geben sensible Daten preis.

Die häufigsten Betrugsmaschen

Die Bandbreite der Betrugsversuche ist groß, einige Muster tauchen jedoch besonders häufig auf:

  • Gefälschte Ticketverkäufe sind mit Abstand die häufigste Masche (52 %)
  • Fake-Fanartikel (32 %) und Betrug bei Fußballwetten (31 %) folgen dahinter
  • Angeblich signierte Merchandise-Artikel (29 %) entpuppen sich ebenfalls oft als Täuschung

Auch im Bereich Wetten sind Betrüger aktiv:

  • Gefälschte Wettangebote (17 %)
  • Unseriöse „sichere“ Wetttipps (15 %)
  • Sogar Hinweise auf Spielmanipulationen (12 %)

Social Media als Einfallstor

Besonders auffällig: Die meisten Betrugsversuche erreichen Fans nicht mehr über dubiose Webseiten oder Spam-Mails, sondern über bekannte Plattformen. Facebook und TikTok führen hier mit jeweils 30 %, dicht gefolgt von Instagram (29 %) und X (12 %). Betrüger bewegen sich also genau dort, wo Fans ohnehin unterwegs sind.

Warum fallen immer wieder Menschen darauf herein?

Die Umfrage zeigt: Es liegt weniger an fehlendem Wissen, sondern am falschen Moment. Mehr als die Hälfte der Betroffenen (55 %) wurde in ihrer Freizeit Opfer eines Betrugs, weitere 30 % im Urlaub. Situationen also, in denen Aufmerksamkeit und Skepsis naturgemäß geringer sind. Die Konsequenzen sind real: Viele Betroffene verloren zwischen 51 und 100 Euro. Besonders bemerkenswert ist jedoch, dass 61 % sogar mehrfach ins Visier genommen wurden. Wer einmal erfolgreich getäuscht wurde, gerät offenbar schneller erneut in den Fokus.

Alte Tricks, neu verpackt

Große Turniere bedeuten für Betrüger Hochsaison. Dabei sind die Methoden oft gar nicht neu. „Die Kriminellen tauschen lediglich den Turniernamen aus und verwenden die gleichen Maschen immer wieder“, so Warmenhoven. Ein neues Event, ein neues Logo – und schon wirkt der Betrug wieder glaubwürdig.

Interessant ist auch die Diskrepanz zwischen Wissen und Handeln: Zwar geben 90 % der Befragten an, mindestens ein Cybersicherheitstool zu nutzen, doch wirklich konsequent schützen sich viele nicht. Antivirensoftware ist mit 44 % am weitesten verbreitet, während nur 41 % auf Zwei-Faktor-Authentifizierung setzen – eine der effektivsten Schutzmaßnahmen überhaupt.

Die wirksamsten Schutzmaßnahmen sind oft simpel:

  • Nutze ausschließlich offizielle Anbieter für Tickets, Streams und Wetten
  • Misstraue „garantierten Gewinnen“ oder extrem günstigen Angeboten
  • Sieh illegale Streams nicht als Schnäppchen, sondern als Risiko
  • Verwende zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen wie ein VPN Denn am Ende gilt: Ein bisschen Skepsis kann den Unterschied machen – zwischen einem ungetrübten Fußballerlebnis und einem teuren Fehlklick.