5G

Warum 2024 zum Jahr für 5G werden könnte

Warum 2024 zum Jahr für 5G werden könnte

Von Nathan Howe, Director of Transformation Strategy & 5G bei Zscaler

In den letzten zwei bis drei Jahren lieferte 5G eher das Potenzial für einen Marketing-Hype als für echte Transformationsgeschichten.

Nathan Howe, Vice President Emerging Technology bei Zscaler

Erst im letzten Jahr drehte sich der Wind und langsam sind die ersten Real-Life 5G-Anwendungsfälle und -Implementierungen zu sehen, die von den Anforderungen an niedrige Latenzzeiten und hohe Zuverlässigkeit an der Edge profitieren. Dennoch lässt die „Killer-App“, die Unternehmen auf breiter Front davon überzeugt, ihre 4G-Lösungen komplett aufzugeben und in 5G zu investieren, nach wie vor auf sich warten. Aber so wie die künstliche Intelligenz 2023 einen echten Höhenflug antrat, darf erwartet werden, dass 2024 zum Jahr von 5G wird. Dann können Telekommunikationsanbieter endlich die lang ersehnten Früchte ihrer Infrastrukturinvestitionen ernten. Dementsprechend steht zu erwarten, dass 5G-Netze einmal mehr ein heiß diskutiertes Thema auf dem Mobile World Congress sein werden. Wo, wenn nicht in Barcelona, wird sich zeigen, wie die neue Denkweise in Bezug auf 5G innovative Anwendungsfälle zum Leben erweckt, die weit über private Netzwerke hinausgehen.

Die Evolution von 5G

5G sollte dabei nicht einfach nur Vorhandenes mit höherer Geschwindigkeit ersetzen. Dieser Funkstandard sollte vielmehr als Innovationsmotor betrachtet werden. Zwei wichtige Entwicklungen können den Wendepunkt für 5G darstellen: Erstens werden die Kosten für die Einführung von 5G sinken. In der Folge ist zu erwarten, dass mehr Geräte integrierte 5G-Dienste enthalten. Bis dato sind die meisten Endgeräte wie MacBooks oder ThinkPads noch nicht mit 5G-Funk ausgestattet. Wenn die Kostenbarriere beseitigt ist, steht dem Innovationsschub nichts mehr im Weg. Zweitens wird 5G zunehmend für Wi-Fi-Dienste ausgelegt sein und damit das Potenzial von Telekommunikationsanbietern unterstreichen, ihre herkömmliche Infrastruktur zu konsolidieren. Auf diese Weise können sie neue Dienstebenen schaffen und der Debatte über die Ablösung von Wi-Fi durch 5G den Wind aus den Segeln nehmen. In Kombination mit der Tatsache, dass viele Unternehmen kurz vor der Erneuerung ihrer IoT-Ausrüstung stehen, können Telekommunikationsanbieter die Chance von modernen multitaskingfähigen Geräten nutzen, die 5G und Wi-Fi integrieren.

Die Sicherheitskomponente in der 5G-Debatte

So vielversprechend diese Innovationen klingen mögen, darf die Sicherheit nicht aus den Augen verloren werden. Lange Zeit herrschte das Paradigma der sicheren Dienste innerhalb von abgesicherten Netzwerken vor, was sich in den letzten Jahren zunehmend als Trugschluss herausstellte. Mit dem Hunger nach Konnektivität und Geräten, die über die Grenzen von Heimnetzwerken hinaus kommunizieren, wächst auch deren Angriffsfläche für potenzielle Cyberangriffe. Auch wenn die meisten User ihren Wunsch nach Streaming-Entertainment, YouTube oder Social Media über etwaige Sicherheitsbedenken stellen, wird von den Telekommunikationsanbietern erwartet, dass sie einen schützenden Puffer gegen potenzielle Risiken bereitstellen. Hier kann das Zero Trust-Konzept diesen Anbietern eine Orientierungshilfe für die Umsetzung eines ganzheitlichen Ansatzes bieten, der Netzwerksicherheit und User abdeckt.

Ein softwaregestützter Ansatz

Rückenwind erhält die Adoption von 5G durch einen Mentalitätswandel, der Unternehmen auf eigene Infrastruktur zu Gunsten eines Geschäftsbetriebs in der Cloud verzichten lässt, wo immer das möglich ist. Dies bietet ihnen die Möglichkeit zur Reduktion ihrer Legacy-Hardware und öffnet Chance für Computing an der Edge. Diese neue Denkweise beflügelt demnach die Einführung von Edge-Distribution und Open RAN für Sicherheit und Konnektivität gleichermaßen, verbunden mit dem Wunsch nach reduzierten Overhead-Kosten und mehr Agilität. Dieser Trend geht einher mit einem softwaregesteuerten Ansatz, der von softwaredefinierter Infrastruktur bis hin zur Orchestrierung reicht. Telekommunikations- und 5G-Anbieter werden darauf aufbauend in der Lage sein, die Datenverarbeitung in der Nähe des Endpunkts abzuwickeln. Über die Unternehmen bedeutet dieses Angebot die Möglichkeit zur Abkehr von kostenintensiver Hardware-Infrastruktur oder klassischen Büroumgebungen, neben schneller Datentransaktion und Einblick unabhängig vom Standort der Teammitglieder.

Der Blick in die Zukunft

Auch wenn es länger gedauert hat als ursprünglich vorgesehen, hat sich die Wahrnehmung von 5G gewandelt: Weg von einer „Silver Bullet“-Lösung zu einem Ansatz für eine Transition, die verteiltes Computing zur Realität werden lässt und nicht zu einer Abkehr von der traditionellen Telekommunikation. In den kommenden zwölf Monaten werden die Telekommunikationsanbieter bereit sein, ihre bestehende Infrastruktur zu konsolidieren und gleichzeitig innovative Schichten auf ihren bestehenden Systemen aufzubauen. Nur so werden neue Funktionen und Dienste ermöglicht, die bisher nicht verfügbar waren und Einblick in die Zukunft gewähren.