Cold Data

Veeam bringt Cloud-Archiv für Cold Data und langfristige Backup-Aufbewahrung

Veeam bringt Cloud-Archiv für Cold Data und langfristige Backup-Aufbewahrung

Cloud statt Tape: Neue Archivklasse für ältere Backups

Unternehmen speichern große Mengen älterer Backup-Daten weiterhin auf teuren Hochleistungssystemen, obwohl sie nur selten darauf zugreifen. Mit Veeam Data Cloud Vault Archive will Veeam diese Kostenfalle aufbrechen und zugleich die Anforderungen an Cyberresilienz, Compliance und Datenhoheit erfüllen. Die neue Cloud-Archivklasse soll unveränderbare Langzeitkopien bereitstellen und sich als Alternative zur klassischen Bandsicherung etablieren.

Veeam hat die allgemeine Verfügbarkeit von Veeam Data Cloud Vault Archive bekannt gegeben. Die neue Speicherebene innerhalb der Veeam Data Cloud Vault-Familie richtet sich an Unternehmen, die ältere Backups, selten genutzte Daten und große unstrukturierte Datenbestände langfristig aufbewahren müssen.

Veeam Data Cloud Vault Archive lagert ältere Backups und Cold Data aus Premium-Speichern aus und schützt sie unveränderlich in der Cloud

Statt solche Daten weiterhin auf leistungsoptimierten und entsprechend teuren Speichersystemen vorzuhalten, können Unternehmen sie künftig in eine speziell für die Langzeitarchivierung ausgelegte Cloud-Ebene verschieben. Die Daten sollen dabei unveränderlich, verschlüsselt, logisch isoliert und bei Bedarf wiederherstellbar bleiben.

Steigende Datenmengen treiben die Archivkosten

Mit dem Wachstum der Datenbestände verlängern sich auch die vorgeschriebenen und betrieblich notwendigen Aufbewahrungszeiträume. Regulatorische Anforderungen, interne Governance-Vorgaben und die zunehmende Nutzung KI-gestützter Systeme führen dazu, dass Unternehmen immer größere Datenmengen länger schützen müssen.

Dazu gehören nicht nur produktive Daten, sondern auch ältere Backup-Sätze, inaktive Dateien und selten genutzte Informationen. Werden diese Daten auf Premium-Speichern abgelegt, entstehen hohe Kosten und unnötige Kapazitätsbelastungen.

Veeam Vault Archive soll diese Lücke schließen und den Lebenszyklus von Backup-Daten um eine kostengünstigere Langzeitstufe ergänzen. Kritische Backups mit kurzen Wiederherstellungszeiten verbleiben weiterhin im leistungsoptimierten Veeam Data Cloud Vault. Ältere Sicherungen können dagegen anhand definierter Richtlinien in das Archiv verschoben werden.

ROT-Daten aus dem Premium-Speicher auslagern

Ein Schwerpunkt liegt auf sogenannten ROT-Daten. Die Abkürzung steht für redundante, veraltete und unwesentliche Daten, die zwar kaum noch aktiv genutzt werden, aus rechtlichen, betrieblichen oder sicherheitsrelevanten Gründen jedoch weiterhin aufbewahrt werden müssen.

Mit Veeam Data Platform v13.1 können Unternehmen ältere Backups richtlinienbasiert unterschiedlichen Speicherklassen zuordnen. Auch große unstrukturierte Datenbestände und NAS-Backups lassen sich nach Angaben des Herstellers direkt in die Archivklasse übertragen.

Vor der Langzeitaufbewahrung können Wiederherstellungspunkte überprüft werden. Dadurch soll verhindert werden, dass beschädigte oder manipulierte Daten über Jahre hinweg archiviert werden und erst im Ernstfall als unbrauchbar erkannt werden.

Unveränderliche Kopien als letzte Verteidigungslinie

Backup-Systeme gehören zu den bevorzugten Zielen moderner Ransomware-Angriffe. Angreifer versuchen zunehmend, Sicherungskopien zu verschlüsseln oder zu löschen, bevor sie die produktiven Systeme eines Unternehmens kompromittieren.

Veeam verweist auf eigene Untersuchungen, nach denen Backup-Repositories bei 96 Prozent der untersuchten Ransomware-Angriffe ins Visier genommen wurden. Damit wird die langfristige Archivierung zu einem Bestandteil der Cyberresilienz und nicht mehr nur zu einer Frage der Speicherkosten.

Veeam Vault Archive setzt deshalb auf unveränderliche, verschlüsselte und logisch isolierte Datenkopien. Unternehmen sollen außerdem kontrollieren können, an welchem Standort ihre Daten gespeichert werden und welche Schlüssel für die Verschlüsselung eingesetzt werden.

„Daten sind der Motor von Unternehmen, und vertrauenswürdige KI erfordert vertrauenswürdige Daten“, erklärt Rehan Jalil, President of Products and Technology bei Veeam. Auch nicht mehr aktiv genutzte Informationen müssten geschützt, isoliert, wiederherstellbar und am richtigen Ort gespeichert bleiben.

Unterstützung der 3-2-1-1-0-Backup-Regel

Die neue Archivklasse soll Unternehmen dabei unterstützen, die von Veeam propagierte 3-2-1-1-0-Regel umzusetzen. Diese sieht drei Kopien der Daten auf zwei unterschiedlichen Medientypen vor. Eine Kopie sollte extern gespeichert werden, eine weitere unveränderlich oder physisch getrennt sein. Zudem sollten Backups regelmäßig auf Fehler überprüft werden.

Durch die logisch isolierte und unveränderliche Archivkopie können Unternehmen eine zusätzliche Schutzebene schaffen. Das richtlinienbasierte Tiering soll dabei den manuellen Verwaltungsaufwand reduzieren.

Zu den vorgesehenen Einsatzmöglichkeiten gehören:

  • die Auslagerung älterer und selten genutzter Backup-Daten aus Premium-Speichern,
  • die unveränderliche und verschlüsselte Langzeitaufbewahrung,
  • der Einsatz kundenkontrollierter Verschlüsselungsschlüssel,
  • die standortbezogene Speicherung zur Erfüllung regulatorischer Vorgaben,
  • die Archivierung großer unstrukturierter Datenbestände und NAS-Backups,
  • die Unterstützung alternativer Wiederherstellungsstandorte,
  • sowie die Ablösung oder Ergänzung bestehender Bandarchive.

Cloud-Archiv als Alternative zur Bandsicherung

Bandspeicher gehört seit Jahrzehnten zu den etablierten Verfahren für die kostengünstige Langzeitaufbewahrung. Die Technologie ist jedoch mit erheblichem organisatorischem Aufwand verbunden. Datenträger müssen transportiert, extern gelagert, regelmäßig geprüft und im Wiederherstellungsfall physisch bereitgestellt werden.

Veeam positioniert Vault Archive als vollständig verwaltete Cloud-Alternative zu klassischen Tape-Infrastrukturen. Unternehmen sollen damit die Wirtschaftlichkeit einer Archivlösung mit automatisierter Verwaltung, Verschlüsselung und schnellerem Zugriff verbinden können.

Physische Medien werden dadurch nicht zwangsläufig überflüssig. Für Unternehmen, die ihre Archivstrategie modernisieren oder den Verwaltungsaufwand von Bandbibliotheken reduzieren wollen, entsteht jedoch eine zusätzliche Option.

Veeam Data Platform v13.1 erweitert NAS-Schutz

Veeam Vault Archive wird gemeinsam mit der Veeam Data Platform v13.1 eingeführt. Die neue Version umfasst unter anderem die Funktion „NAS Direct to Archive“, mit der sich NAS-Daten ohne zusätzliche Zwischenspeicherung direkt archivieren lassen.

Hinzu kommen erweiterte Funktionen zur Bedrohungserkennung für NAS- und Cloud-Workloads. Unternehmen sollen damit Daten vor der Archivierung validieren und nur solche Wiederherstellungspunkte langfristig speichern, die als vertrauenswürdig eingestuft wurden.

Veeam Vault Archive und Veeam Data Platform v13.1 sind ab sofort über autorisierte Partner, Wiederverkäufer, Distributoren und ausgewählte Cloud-Marktplätze verfügbar.