Selfies - Harmloser Trend oder ernst zu nehmende Gefahr?

Was vor einigen Jahren mit einer harmlosen Selbstaufnahme vor dem Spiegel begann, ist heute der Trend schlechthin: Selfies. Jugendliche fotografieren sich mit Smartphones in allen Lebenslagen selbst und veröffentlichen die Bilder dann in sozialen Medien. Sie zeigen, wo sie zuletzt im Urlaub waren, wie cool die letzte Party war und testen, welche Frisuren und Outfits ihnen am besten stehen. Positives Feedback stärkt das Selbstbewusstsein. Negative Kommentare oder gar Mobbing können jedoch gleichermaßen eine Reaktion auf ein gepostetes Selfie auslösen. Und der Trend birgt noch weitere Gefahren. Beispielsweise das sogenannte „Sexting“ oder auch „After-Sex-Selfies“, die nur leicht bekleidete Personen, erschöpft und mit zufriedenem Geschichtsausdruck zeigen. Auf diesen Bildern sind die Jugendlichen jedoch nach einer Handlung zu sehen, die eindeutig der Privatsphäre zuzuordnen ist. Das birgt ernst zu nehmende Gefahren. Insbesondere, wenn das Heischen nach den meisten Likes im Vordergrund steht und Kinder sich unter Druck setzen, das spektakulärste Bild beziehungsweise das perfekte Selbst zu erstellen.

Dabei können Kinder und Jugendliche meist nur schwer abschätzen, welche Konsequenzen ein im Internet verbreitetes Bild haben kann. Schließlich garantiert einem niemand, dass die Aufnahmen privat oder unter Freunden bleiben. Oftmals teilen sie ihre intimsten Momente ungewollt mit Klassenkameraden, den Eltern oder ihnen völlig unbekannten Menschen. Schnell können solche Fotos in fremde Hände geraten, missbraucht werden und zu Rufschädigung und Cyber-Mobbing führen. Denn selbst wenn es sich um unverfängliche Selfies handelt: Mit einem einfachen Bildbearbeitungsprogramm können Dritte ganze Gesichter ausschneiden und auf andere Bilder aufsetzen.

Tony Anscombe, Senior Security Evangelist bei AVG Technologies

Zudem gehen Jugendliche auf der Jagd nach dem perfekten Bild mit den meisten Likes oft viel zu große Risiken ein: Am Steuer, auf Bahngleisen oder im Urlaub am Klippenrand – je spektakulärer die Bilder desto besser. So wird das Selfie unter Umständen zu einer realen Gefahr für Leib und Leben. Um Schaden zu vermeiden, müssen Kinder und Jugendliche darum lernen, Gefahren richtig einzuschätzen und ein Gespür für den Wert von Privatsphäre zu entwickeln. Hierfür gibt es zahlreiche technische Hilfsmittel wie richtige Geräteeinstellungen, Virenscanner oder Jugendschutzfilter. Aber auch frühzeitige Aufklärung durch die Eltern spielt eine wichtige Rolle.

Mit den Abenteuern von Magda&Mo bietet der IT-Security Anbieter AVG beispielsweise zwei eBooks an, die Eltern helfen, ihre Kinder bereits in jungen Jahren über den richtigen Umgang mit dem Internet und den sozialen Medien aufzuklären. Dabei ist es wichtig, selbst auf dem Laufenden zu bleiben. Folgende Regeln sollten Eltern mit Kindern jeden Alters beherzigen:

  • Informiert bleiben: Informieren Sie sich über die Dinge, die ihr Kind interessieren könnte. Dazu gehört es, soziale Medien wie Facebook, Twitter oder Instagram zu kennen, genau wie virtuelle Communities, beispielsweise Club Penguin oder Toggo.
  • Computer nur im gemeinsamen Zimmer: Stellen Sie den Computer in ein gemeinsames Zimmer, beispielsweise das Wohnzimmer. So bekommen Sie mit, wenn Ihr Kind am PC sitzt und können fragen, was es macht. Sollte Ihr Kind einen eigenen Rechner haben, legen Sie Uhrzeiten fest, zu denen es online surfen darf.
  • Das Internet vergisst nicht: Machen Sie es sich und Ihrem Kind immer wieder klar: Das Internet vergisst nicht. Was einmal online ist, bleibt online. Selbst neueste Bestimmungen, dass beispielsweise Google Einträge löscht, schützen nicht davor. Denn Kopien sind schnell erstellt und können an anderer Stelle von Dritten wieder veröffentlicht werden. Deshalb: Vermitteln Sie Ihren Kindern, speziell Teenagern, dass sie sorgfältig darüber nachdenken müssen, welche Inhalte sie posten.
  • Der Final-Check: Eltern, Lehrer, Kriminelle oder die Polizei: Machen Sie Ihren Kindern klar, dass Bilder und Informationen schnell auch in fremden und/oder ungewollten Hände gelangen können. Hier ist besondere Vorsicht angebracht.
  • Hohe Sicherheitseinstellungen: Setzen Sie auf korrekte Geräteeinstellungen und hohe Sicherheitseinstellungen, auch und gerade in sozialen Netzwerken. So können Sie beispielsweise bei Facebook kontrollieren, wer welche Posts und Bilder sehen kann. AVG bietet mit AVG PrivacyFix ein kostenloses Programm an, mit dem Sie die Sicherheitseinstellungen sozialer Netzwerke steuern können.

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