GerriScary
GerriScary: Tenable entdeckt Supply-Chain-Schwachstelle in beliebten Google Projekten
GerriScary ermöglichte das Einschleusen von Schadcode in mindestens 18 zentrale Google Projekte
Tenable, das Unternehmen für Exposure-Management, hat mit GerriScary eine Schwachstelle im Open-Source-Code-Review-System Gerrit von Google entdeckt. Die Schwachstelle ermöglichte das Einschleusen von Schadcode in mindestens 18 zentrale Google Projekte, darunter ChromiumOS (CVE-2025-1568), Chromium, Dart und Bazel. Über GerriScary hätten Angreifer bestehende Change Requests manipulieren, Freigabemechanismen aushebeln und Schadcode in kritische Projekte einschleusen können.
Die Security-Forscher von Tenable fanden heraus, dass falsch konfigurierte Berechtigungen in Gerrit – insbesondere die Einstellung „addPatchSet“ – in Kombination mit der Art und Weise, wie Freigabebedingungen für Change Requests zwischen Revisionen vererbt wurden, einen ausnutzbaren Angriffspfad eröffneten. Dadurch konnten Bedrohungsakteure automatisierte Merge-Prozesse missbrauchen, um ungeprüften Schadcode ohne jegliche Benutzerinteraktion einzuschleusen – und so de facto einen „Zero-Click“-Supply-Chain-Exploit schaffen.
GerriScary veranschaulicht die vielschichtigen Risiken in Open-Source-Ökosystemen und Entwickler-Workflows, in denen Fehlkonfigurationen und Automatisierung unbeabsichtigt die Angriffsfläche vergrößern können
„Vertrauen ist in der Softwareentwicklung von entscheidender Bedeutung – insbesondere, wenn es um Open-Source-Kollaborationsplattformen wie Gerrit geht”, so Liv Matan, Senior Security Researcher bei Tenable. „GerriScary hat einen ausnutzbaren Angriffspfad eröffnet, über den Bedrohungsakteure etablierte Sicherheitsprotokolle umgehen und zentrale Softwareprojekte direkt kompromittieren konnten – und einmal mehr verdeutlicht, dass selbst die robustesten Ökosysteme jedes einzelne Glied ihrer Lieferkette sorgfältig überprüfen müssen.“
Potenzielle Auswirkungen von GerriScary
Wäre es Angreifern gelungen, GerriScary auszunutzen, hätten sie:
- Schadcode in mindestens 18 weitverbreitete Google Projekte wie Chromium, Bazel und Dart einschleusen können
- menschliche Reviews durch Label-Vererbung und Automatisierung umgehen können
- Code in Software, auf die weltweit Millionen von Nutzerinnen und Nutzern zurückgreifen, manipulieren können
Empfehlungen für Security-Teams
Obwohl Google die Schwachstelle inzwischen behoben hat, empfiehlt Tenable Unternehmen, die Gerrit einsetzen:
- Berechtigungen zu überprüfen – insbesondere die Standardeinstellung „addPatchSet“
- das Kopieren von Labels zwischen Patch-Sets zu deaktivieren oder einzuschränken
- automatisierte Workflows zu überprüfen, um Race Conditions bei Freigaben zu vermeiden
„GerriScary zeigt deutlich, warum proaktive Sicherheit unverzichtbar ist. In zunehmend komplexen IT-Umgebungen müssen Security-Teams Schwachstellen frühzeitig erkennen und beheben, damit Angreifer erst gar nicht die Chance haben, sie auszunutzen“, ergänzt Matan.