Cybercrime

Cyberkriminalität als globale Bedrohung: Neuer Report der Google Threat Intelligence Group

Cyberkriminalität als globale Bedrohung: Neuer Report der Google Threat Intelligence Group

Im Vorfeld der Münchner Sicherheitskonferenz hat die Google Threat Intelligence Group einen neuen Bedrohungsbericht veröffentlicht , der die wachsende Gefahr durch Cyberkriminalität beleuchtet. Der Bericht zeigt auf, wie sich Cyberangriffe zunehmend mit staatlich gesteuerten Operationen überschneiden und eine ernsthafte Bedrohung für die nationale Sicherheit darstellen.

Laut den Daten des Dienstes „Mandiant Managed Defense“ haben finanziell motivierte Akteure im Jahr 2024 fast viermal mehr Vorfälle verursacht als staatlich unterstützte Gruppen. Dieser Trend verdeutlicht, wie Cyberkriminelle nicht nur wirtschaftlichen Schaden anrichten, sondern auch geopolitische Interessen beeinflussen.

Die wichtigsten Erkenntnisse des Berichts:

  • Cyberkriminalität als Werkzeug der „Big Four“: Russland, China und der Iran nutzen Cyberangriffe zur Unterstützung staatlicher Spionage. Während Iran und China Ransomware gezielt zur Finanzierung einsetzen, konzentriert sich Nordkorea auf Kryptowährungsdiebstahl zur Finanzierung seines Regimes.
  • Russlands Cyberstrategie im Ukraine-Krieg: Angesichts operativer Herausforderungen hat Russland auf Cyberkriminalität zurückgegriffen, um Ressourcen für Spionage und Sabotage zu mobilisieren.
  • Chinas Verschränkung von Cybercrime und Spionage: Gruppen wie APT41 kombinieren finanzielle Angriffe mit Spionage, um Chinas geopolitische Ziele zu unterstützen.
  • Irans wachsender Fokus auf Ransomware: Die wirtschaftliche Lage des Irans könnte ein Grund dafür sein, dass iranische Akteure verstärkt auf Erpressungssoftware und Datenlecks setzen.
  • Nordkoreas Cyberangriffe als Finanzierungsquelle: Diebstähle digitaler Vermögenswerte werden gezielt genutzt, um Sanktionen zu umgehen und militärische Programme zu finanzieren.

Die gesellschaftlichen Folgen von Cyberkriminalität

Cyberangriffe haben weitreichende Auswirkungen: Krankenhäuser werden lahmgelegt, Stromnetze sabotiert, kritische Infrastrukturen destabilisiert. Die Folgen reichen weit über finanzielle Verluste hinaus und können im schlimmsten Fall Menschenleben kosten.

Cyberkriminalität und staatlich unterstützte Hackergruppen sind enger verknüpft als bisher angenommen. Um diese Bedrohung effektiv zu bekämpfen, fordern Experten einen neuen, konsequenteren Ansatz, der internationale Zusammenarbeit und stärkere Maßnahmen gegen Cyberkriminalität priorisiert.

Ben Read, Senior Manager, Google Threat Intelligence Group: „Das florierende Ökosystem der Cyberkriminalität versorgt Staaten mit Malware, Schwachstellen und kompletten Operationen – oft kostengünstiger und schwerer zurückzuverfolgen als eigene staatliche Entwicklungen. Lange wurden diese Bedrohungen getrennt betrachtet, doch die Bekämpfung der Cyberkriminalität ist essenziell, um auch staatlich unterstützte Angriffe einzudämmen.“

Sandra Joyce, VP, Google Threat Intelligence: „Cyberkriminalität hat sich zu einer ernsthaften Bedrohung der nationalen Sicherheit entwickelt. Der illegale Marktplatz, der diese Aktivitäten antreibt, macht Cyberkriminelle austauschbar – aber auch verwundbar für gezielte Gegenmaßnahmen. Es reicht nicht, Cybercrime als bloßes Ärgernis zu sehen. Wir müssen entschlossener vorgehen, um nachhaltige Veränderungen zu erreichen.“