X-Force Report
Cyberangriffe werden raffinierter: IBM veröffentlicht X-Force Threat Intelligence Index 2025
Europa am dritthäufigsten angegriffen
IBM Security hat heute den neuen X-Force Threat Intelligence Index 2025 vorgestellt. Der Bericht analysiert aktuelle sowie fortbestehende Angriffsmuster in der IT-Sicherheitslandschaft – mit einem klaren Trend: Cyberkriminelle verfeinern ihre Methoden und setzen verstärkt auf schwer erkennbare Taktiken. Der klassische Diebstahl von Zugangsdaten wächst zwar nur noch leicht, doch Angreifer greifen mittlerweile auf eine stetig sprudelnde Lieferkette gestohlener Logins zurück.
Besonders im Visier stehen kritische Infrastrukturen wie Wasserversorgung, Telekommunikation und Gesundheitswesen – lukrative Ziele für Hacker, deren Angriffe durch den florierenden Handel mit Exploit-Codes im Dark Web zusätzlich befeuert werden. Viele der erfassten Risiken gehen auf das Konto hochentwickelter Angriffsstrategien und professioneller Gruppen.
Die wichtigsten Erkenntnisse im Überblick:
Europa im globalen Vergleich stark betroffen
23 % aller weltweit registrierten Cyberattacken im Jahr 2024 entfielen auf Europa – Platz drei hinter dem asiatisch-pazifischen Raum (34 %) und Nordamerika (24 %). Am häufigsten betroffen waren das Vereinigte Königreich (25 %), gefolgt von Deutschland (18 %) und Österreich (14 %).
Dienstleistungssektor besonders gefährdet
In Europa traf es den Dienstleistungssektor am härtesten – 38 % aller Attacken richteten sich gegen diese Branche. Auch die Finanz- und Versicherungsbranche sowie die Industrie verzeichneten mit je 18 % eine hohe Bedrohungslage.
Milliarden gestohlene Identitäten
Die fünf aktivsten Datendiebe boten im Jahr 2024 über acht Millionen Sets erbeuteter Informationen im Dark Web an – mit schätzungsweise 1,6 Milliarden gestohlenen Zugangsdaten. Das entspricht fast einem Fünftel der Weltbevölkerung.
Phishing im Wandel
Zwar gingen klassische Phishing-Angriffe zurück, jedoch nahm die Verbreitung sogenannter Infostealer über Phishing-Mails deutlich zu – allein 2024 um 84 %, Anfang 2025 sogar um 180 %.