Hyperscale Orchestrator

Check Point stellt Maestro MHO 200 mit 12,8 Tbit/s für KI-Rechenzentren vor

Check Point stellt Maestro MHO 200 mit 12,8 Tbit/s für KI-Rechenzentren vor

Maestro MHO 200: Check Point vervierfacht Firewall-Kapazität für KI-Rechenzentren auf 12,8 Tbit/s

Künstliche Intelligenz verändert nicht nur Anwendungen, sondern stellt auch die Netzwerksicherheit vor neue Herausforderungen. Immer größere Datenmengen, verschlüsselte Kommunikationsströme und autonome KI-Agenten bringen klassische Sicherheitsarchitekturen zunehmend an ihre Leistungsgrenzen. Mit dem neuen Maestro Hyperscale Orchestrator 200 (MHO 200) will Check Point diese Grenzen verschieben und leistungsfähige Bedrohungsabwehr auch in hochskalierbaren KI-Infrastrukturen ermöglichen.

Neuer Maestro Hyperscale Orchestrator MHO 200 soll KI-Datenverkehr in Neoclouds, Sovereign-AI-Infrastrukturen und Unternehmensrechenzentren absichern – mit 400-GbE-Anbindungen und bis zu 4,5 Tbit/s Bedrohungsabwehr

Der neue Hyperscale-Orchestrator richtet sich insbesondere an Neocloud-Anbieter, Betreiber von KI-Rechenzentren, Telekommunikationsunternehmen und Behörden, die souveräne KI-Infrastrukturen aufbauen. Die zentrale Neuerung: Check Point vervierfacht die Fabric-Kapazität gegenüber dem Vorgängermodell auf 12,8 Tbit/s und integriert erstmals 400-GbE-Anbindungen.

KI-Datenverkehr stellt klassische Firewall-Architekturen vor Probleme

Mit dem Ausbau von KI-Rechenzentren und GPU-Clustern steigen die Anforderungen an Netzwerkbandbreite und Sicherheitskontrollen erheblich. Neben dem klassischen Nord-Süd-Datenverkehr zwischen Rechenzentrum und externen Netzen wächst insbesondere der Ost-West-Datenverkehr zwischen internen Systemen, Anwendungen und KI-Workloads.

Hinzu kommt, dass ein großer Teil der Kommunikation verschlüsselt erfolgt. Unternehmen müssen deshalb nicht nur immer größere Datenmengen verarbeiten, sondern gleichzeitig sicherstellen, dass sicherheitsrelevante Kommunikationsströme ausreichend überprüft werden.

In der Praxis entsteht dabei häufig ein Zielkonflikt: Werden sämtliche Sicherheitsfunktionenaktiviert, kann dies den Netzwerkdurchsatz beeinträchtigen. Um Leistungseinbußen zu vermeiden, reduzieren manche Betreiber ihre Sicherheitskontrollen oder investieren in überdimensionierte Hardware, deren Kapazitäten im Normalbetrieb ungenutzt bleiben. Genau hier setzt Check Point mit dem neuen MHO 200 an.

Vierfache Kapazität und bis zu 4,5 Tbit/s Bedrohungsabwehr

Der Maestro Hyperscale Orchestrator 200 erweitert die bestehende Hyperscale-Sicherheitsarchitektur von Check Point um leistungsfähigere Netzwerkverbindungen und eine höhere Verarbeitungskapazität.

Die wichtigsten technischen Neuerungen im Überblick:

  • 12,8 Tbit/s Fabric-Kapazität: Gegenüber den 3,2 Tbit/s des Vorgängermodells MHO 175 vervierfacht sich die Gesamtkapazität.
  • Bis zu 4,5 Tbit/s Bedrohungsabwehr: Der maximale Threat-Prevention-Durchsatz pro Maestro-System steigt gegenüber bislang 1,1 Tbit/s ebenfalls um etwa das Vierfache.
  • 400-GbE-Konnektivität: Neue Hochgeschwindigkeitsports unterstützen die Bandbreitenanforderungen moderner KI-Rechenzentren und GPU-Infrastrukturen.
  • Kompakter Formfaktor: Trotz der höheren Kapazität bleibt das System bei einer Höheneinheit (1RU).
  • Hochverfügbarkeit: Automatische Failover-Mechanismen über zwei Standorte sollen aktive Sitzungen auch bei Ausfällen erhalten und eine Verfügbarkeit von 99,999 Prozent ermöglichen.

Die Leistungsangaben beziehen sich auf die von Check Point spezifizierten Systemkapazitäten. Der tatsächlich erreichbare Sicherheitsdurchsatz hängt unter anderem von der eingesetzten Firewall-Konfiguration und den aktivierten Sicherheitsfunktionen ab.

Skalierbare Sicherheit statt starrer Hardware-Architekturen

Ein wesentlicher Unterschied zu klassischen Chassis-basierten Firewall-Systemen liegt in der flexiblen Skalierung.

Maestro kann Firewalls unterschiedlicher Modelle und Generationen zu einem gemeinsamen Sicherheitssystem zusammenfassen. Unternehmen können ihre Infrastruktur dadurch schrittweise erweitern, ohne zwangsläufig eine vollständig neue Sicherheitsarchitektur aufbauen zu müssen.

Zusätzlich lässt sich eine Maestro-Umgebung in bis zu acht voneinander unabhängige Sicherheitsgruppen beziehungsweise Policy-Domänen unterteilen. Jede Gruppe kann eigene Sicherheitsrichtlinien erhalten. Das ist insbesondere für Betreiber interessant, die unterschiedliche Kunden, Geschäftsbereiche oder KI-Workloads innerhalb einer gemeinsamen Infrastruktur absichern müssen.

Über die sogenannte Single-Object-Verwaltung lässt sich das gesamte Multi-Firewall-System zentral administrieren. Die bereits vorgestellte Agentic Network Security Orchestration soll darüber hinaus Aufgaben wie Richtlinienanpassungen, Zustandsüberwachung und Compliance-Prüfungen automatisieren.

KI-Agenten, LLMs und MCP-Server im Fokus der Netzwerksicherheit

Check Point positioniert den MHO 200 nicht ausschließlich als leistungsfähigere Firewall-Infrastruktur, sondern als Bestandteil einer umfassenderen Sicherheitsarchitektur für KI-Anwendungen.

Die Grundlage bildet die zuvor vorgestellte AI Network Firewall. Sie soll KI-bezogene Kommunikationsströme erkennen und Sicherheitskontrollen für Anwendungen, Large Language Models (LLMs), KI-Agenten und Model Context Protocol (MCP)-Server bereitstellen. Damit erweitert sich der Fokus der Netzwerksicherheit über klassische Anwendungen und Benutzerverbindungen hinaus.

Gerade autonome KI-Agenten schaffen neue Herausforderungen: Sie kommunizieren mit externen Diensten, greifen auf interne Datenquellen zu und nutzen Schnittstellen, um Aktionen auszuführen. Ohne ausreichende Transparenz können dabei zusätzliche Angriffsflächen und unkontrollierte Datenflüsse entstehen.

Die Kombination aus KI-spezifischen Sicherheitsfunktionen und skalierbarer Firewall-Infrastruktur soll es Unternehmen ermöglichen, diese Kommunikationswege auch bei hohem Netzwerkdurchsatz zu überwachen und abzusichern. Für private und staatliche KI-Projekte verweist Check Point außerdem auf die Integration seiner AI Factory Firewall in NVIDIA-BlueField-Datenverarbeitungseinheiten.

Sovereign AI: Sicherheit für staatliche KI-Infrastrukturen

Ein weiterer Einsatzbereich sind sogenannte Sovereign-AI-Umgebungen. Dabei handelt es sich um KI-Infrastrukturen, bei denen Organisationen oder Staaten die Kontrolle über Daten, Rechenressourcen und den Betrieb der eingesetzten KI-Systeme behalten wollen. Solche Architekturen stellen besondere Anforderungen an die Trennung von Workloads, die Kontrolle des Datenverkehrs und die Verfügbarkeit sicherheitskritischer Systeme. Durch die Kombination aus hoher Netzwerkbandbreite, getrennten Sicherheitsdomänen und zentraler Verwaltung soll Maestro diese Anforderungen unterstützen.

Allerdings ersetzt eine leistungsfähige Firewall allein keine umfassende Sovereign-AI-Strategie. Entscheidend bleiben unter anderem Datenhoheit, Zugriffskontrollen, Verschlüsselung und die Kontrolle über die zugrunde liegende Infrastruktur.

Live-Patching und Hochverfügbarkeit für kritische KI-Workloads

Neben der reinen Verarbeitungskapazität spielt die Betriebskontinuität eine zentrale Rolle.

KI-Rechenzentren und GPU-as-a-Service-Plattformen sind auf eine möglichst unterbrechungsfreie Verfügbarkeit angewiesen. Sicherheitsupdates oder Hardwareausfälle dürfen deshalb idealerweise keine laufenden Anwendungen beeinträchtigen. Check Point integriert hierfür Live-Patching-Funktionen, mit denen Sicherheitsupdates ohne Neustart oder geplante Ausfallzeiten eingespielt werden sollen.

Auch die automatische Ausfallsicherung über zwei Standorte hinweg zielt darauf ab, den Betrieb geschäftskritischer KI-Infrastrukturen aufrechtzuerhalten. Check Point will den Zielkonflikt zwischen Sicherheit und Geschwindigkeit auflösen

Nataly Kremer, Chief Product Officer bei Check Point Software Technologies, sieht in der zunehmenden Verbreitung von KI einen grundlegenden Wandel der Anforderungen an die Netzwerksicherheit. „KI verändert das Ausmaß, in dem Netzwerke geschützt werden müssen“, erklärt Kremer. Zu viele Unternehmen müssten sich weiterhin zwischen Netzwerkleistung und wirksamer Bedrohungsabwehr entscheiden. Mit dem MHO 200 wolle Check Point deshalb Sicherheitsprüfungen in einer Größenordnung ermöglichen, die mit dem Wachstum moderner KI-Infrastrukturen Schritt hält.

Der Hersteller verweist in diesem Zusammenhang auch auf seine Ergebnisse im Miercom Hybrid Mesh Network Security Benchmark 2026. Dort erreichte Check Point nach eigenen Angaben eine Sicherheitseffektivität von 99,8 Prozent und belegte zum vierten Mal in Folge den ersten Platz.

Fazit: Hyperscale-Sicherheit wird zum Schlüsselfaktor für KI-Infrastrukturen

Mit dem MHO 200 reagiert Check Point auf eine Entwicklung, die sich durch den Ausbau KI-basierter Rechenzentren weiter verstärken dürfte: Netzwerkleistung und Sicherheitsarchitektur lassen sich nicht mehr unabhängig voneinander betrachten.

Besonders für Neoclouds, GPU-as-a-Service-Anbieter und Betreiber souveräner KI-Infrastrukturen wird entscheidend sein, wie sich wachsende Datenströme kontrollieren lassen, ohne die Leistungsfähigkeit der gesamten Umgebung einzuschränken. Die technische Herausforderung besteht dabei nicht allein darin, möglichst hohe Übertragungsraten zu erreichen. Sicherheitskontrollen müssen auch bei massivem, zunehmend verschlüsseltem Datenverkehr wirksam bleiben.

Der neue Maestro Hyperscale Orchestrator 200 ist ab sofort im Produktkatalog von Check Point verfügbar.