Identity Governance
KI-Agenten sicher verwalten: Identity Governance mit Okta bei Juniper Square
Warum KI-Agenten eine eigene Identitätsstrategie brauchen
Autonome KI-Agenten verändern die Identity Security grundlegend: Sie greifen auf Anwendungen zu, verarbeiten Daten und führen Aktionen aus – zunehmend ohne unmittelbare menschliche Kontrolle. Damit entsteht für Unternehmen eine neue Klasse digitaler Identitäten, die ebenso konsequent verwaltet werden muss wie menschliche Benutzerkonten. Der Finanztechnologieanbieter Juniper Square zeigt, warum klassische Identity Governance damit plötzlich zu einem strategischen Fundament für sichere KI wird.
Identity Security wird zur Voraussetzung für Agentic AI
Solange Künstliche Intelligenz lediglich Texte zusammenfasste oder Fragen beantwortete, ließ sie sich vergleichsweise klar von klassischen Unternehmenssystemen abgrenzen. Mit autonomen KI-Agenten verändert sich dieses Bild. Sie können auf Anwendungen zugreifen, Informationen abrufen, Daten verarbeiten und eigenständig Aktionen ausführen.
Gerade in regulierten Branchen stellt sich deshalb eine zentrale Frage: Welche Berechtigungen erhält ein KI-Agent – und wer kontrolliert, was er tatsächlich damit macht?
Für Juniper Square , einen Anbieter von Technologie-, Daten- und Verwaltungsdiensten für die Private-Funds-Branche, entwickelt sich Identity Management damit von einer klassischen IT-Aufgabe zu einem wichtigen Kontrollmechanismus für den KI-Einsatz.
Als das Unternehmen KI-Tools und Agenten zunehmend über verschiedene Abteilungen hinweg einsetzen wollte, musste das IT-Team Innovation und Kontrolle miteinander verbinden. Die dafür notwendige Grundlage war allerdings bereits vorhanden.
Fragmentierte Identitäten als Ausgangspunkt
Lange vor dem Aufkommen generativer KI kämpfte Juniper Square mit einem bekannten Problem schnell wachsender Unternehmen: einer zunehmend fragmentierten Identity-Landschaft.
Mehr als 1.300 vollständig remote arbeitende Beschäftigte mussten von einem zwölfköpfigen IT-Team verwaltet werden. Das Onboarding neuer Mitarbeiter basierte zeitweise auf einer rund 200 Punkte umfassenden Asana-Checkliste, mit der unter anderem Zugriffe auf Anwendungen eingerichtet wurden.
Auch beim Offboarding entstanden Risiken. Wurde das Konto eines ausscheidenden Mitarbeiters deaktiviert, konnten beispielsweise zuvor freigegebene Kundendateien ebenfalls nicht mehr erreichbar sein.
„Vor Okta schien es für mein Team unmöglich, den bestehenden Herausforderungen Herr zu werden und gleichzeitig proaktiv zu agieren“, erklärt Shen Ming Mah, Staff IT Systems Administrator bei Juniper Square. Gleichzeitig habe das Unternehmen die Passwortverwaltung standardisieren und Konten besser gegen Phishing schützen wollen, ohne die Anmeldung für die Anwender unnötig kompliziert zu machen.
Juniper Square zentralisierte daraufhin mit Okta den Zugriff auf mehr als 175 Anwendungen. Passwortlose und Phishing-resistente Authentifizierung sowie automatisierte, rollenbasierte Prozesse sollten Onboarding, Offboarding und Compliance-Prozesse vereinfachen.
Was zunächst vor allem der Verwaltung menschlicher Identitäten diente, bildet nun die technische Grundlage für eine deutlich komplexere Herausforderung.
Wenn aus Software eine eigenständig handelnde Identität wird
Mit der breiteren Einführung von KI stieg bei Juniper Square auch die Zahl der Anfragen, KI-Tools und Agenten mit internen Datenbanken, Servern und Geschäftsanwendungen zu verbinden. Genau an diesem Punkt verändert sich das Sicherheitsmodell.
Ein KI-Agent, der lediglich Informationen erzeugt, stellt eine andere Risikoklasse dar als ein Agent, der eigenständig auf Produktivsysteme zugreifen, Daten abrufen oder Aktionen auslösen darf. Entscheidend ist deshalb nicht nur, welches KI-Modell eingesetzt wird, sondern welche Identität der Agent besitzt und welche Berechtigungen damit verbunden sind.
Juniper Square etablierte deshalb einen formalen Freigabeprozess. Neue KI-Integrationen müssen vor ihrem Einsatz eine Sicherheitsprüfung durchlaufen. Nach Angaben des Unternehmens werden dabei ähnliche Kriterien angewendet wie bei menschlichen Zugriffen.
Der Ansatz soll gleichzeitig verhindern, dass Mitarbeiter eigenständig nicht kontrollierte KI-Dienste mit Unternehmensdaten verbinden und damit sogenannte Shadow-AI-Strukturen entstehen.
Least Privilege muss künftig auch für KI-Agenten gelten
Die Konsequenz reicht weit über einzelne KI-Anwendungen hinaus. Klassische Identity-Prinzipien wie Least Privilege, rollenbasierte Zugriffe, automatisiertes Provisioning und nachvollziehbare Berechtigungen müssen künftig auch für nicht-menschliche Identitäten gelten.
Juniper Square evaluiert deshalb inzwischen „Okta for AI Agents “. Ziel ist es, die Identitäten autonomer Agenten transparenter zu machen und deren Aktionen gegenüber anderen Anwendungen kontrollieren zu können.
„Die Möglichkeit, zu kontrollieren, was das Konto eines KI-Agenten tun darf und was nicht, wenn es mit anderen Apps interagiert, ist enorm vielversprechend“, sagt Mah. „Aufbauend auf dem Fundament, das ich geschaffen habe, bin ich zuversichtlich, dass wir eine Lösung finden.“
Damit verschiebt sich auch die Perspektive auf KI-Sicherheit. Statt ausschließlich über Modellrisiken, Prompt Injection oder Datenabfluss zu diskutieren, rückt eine wesentlich grundlegendere Frage in den Mittelpunkt: Wer oder was darf auf welche Unternehmensressourcen zugreifen?
Identity Governance wird zur Kontrollschicht für autonome KI
Der Fall Juniper Square zeigt, wie eng die Einführung autonomer KI-Agenten inzwischen mit Identity Security verbunden ist. Unternehmen benötigen nicht nur Transparenz über menschliche Benutzer, sondern zunehmend auch über Maschinenidentitäten, Services und KI-Agenten.
Gerade wenn Agenten zukünftig untereinander kommunizieren, Anwendungen bedienen und Geschäftsprozesse automatisiert ausführen, dürfte diese Herausforderung weiter wachsen. Jeder Agent benötigt eine nachvollziehbare Identität, definierte Rechte und einen klar begrenzten Handlungsspielraum.
Für Unternehmen wird damit eine vermeintlich klassische Disziplin zum zentralen Bestandteil ihrer KI-Strategie: Identity Governance entwickelt sich zur Sicherheits- und Kontrollschicht für das Agentic Enterprise.