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Cyberangriffe auf Urlauber 2026: Gefälschte Booking-, Airbnb- und Reise-Webseiten nehmen zu

Cyberangriffe auf Urlauber 2026: Gefälschte Booking-, Airbnb- und Reise-Webseiten nehmen zu

Check Point Research meldet deutlichen Anstieg von Cyberangriffen auf die Reisebranche

Der Sommerurlaub beginnt für viele Menschen nicht am Flughafen, sondern mit einem Klick auf „Jetzt buchen“. Genau diesen Moment nutzen Cyberkriminelle immer gezielter aus. Neue Zahlen von Check Point Research zeigen: Die Reisebranche wird zur Hochsaison 2026 so stark attackiert wie selten zuvor.

Anstieg Cyberangriffe Reisebranchen (Quelle Check Point)
Anstieg Cyberangriffe Reisebranchen (Quelle Check Point)

Jedes Jahr buchen Millionen Menschen ihre Flüge, Hotels und Ferienwohnungen online. Doch während Reisende nach günstigen Angeboten suchen, bereiten Cyberkriminelle längst ihre eigenen Kampagnen vor. Check Point Research warnt vor einer deutlichen Zunahme von Cyberangriffen auf Reiseanbieter und Verbraucher im Vorfeld der Sommerreisezeit 2026.

Besonders alarmierend: Im Mai 2026 wurden in der Reisebranche durchschnittlich 2.291 Cyberangriffe pro Woche und Unternehmen registriert. Das entspricht einem Anstieg von 24 Prozent gegenüber Mai 2025. Branchenübergreifend lag der weltweite Anstieg im selben Zeitraum dagegen nur bei rund zwei Prozent.

Noch deutlicher wird die Entwicklung im längerfristigen Vergleich: Seit Mai 2023 hat sich das Angriffsvolumen im Reisebereich mehr als verdoppelt. Damals wurden durchschnittlich 1.032 Angriffe pro Unternehmen und Woche verzeichnet, im Mai 2026 waren es bereits 2.291.

Warum Cyberkriminelle gezielt Urlauber angreifen

Die Reisebranche ist für Angreifer besonders attraktiv. Hotels, Fluggesellschaften, Buchungsplattformen und Reiseportale verarbeiten große Mengen sensibler Daten, darunter Namen, E-Mail-Adressen, Zahlungsinformationen, Ausweisdaten und Reisepläne. Gleichzeitig sind Verbraucher während der Urlaubsplanung häufig unter Zeitdruck. Viele vergleichen Preise, reagieren auf vermeintliche Sonderangebote oder klicken auf Anzeigen und Links in E-Mails. Genau diese Mischung aus Kaufbereitschaft, Stress und sensiblen Daten macht die Sommerreisezeit zu einem idealen Ziel für Phishing, Betrug und gefälschte Buchungsseiten.

Fast 50.000 neue Reisedomains in nur einem Monat

Anstieg Reisedomains
Anstieg Reisedomains (Quelle Check Point)

Laut Check Point Research wurden allein im Mai 2026 insgesamt 47.318 neue Domains mit Reisebezug registriert. Das sind 33 Prozent mehr als im April 2026 und 19 Prozent mehr als im Mai 2025. Besonders kritisch: Bereits jede 112. dieser neu registrierten Domains wird als bösartig oder verdächtig eingestuft. Viele weitere Domains sind derzeit noch inaktiv. Sie könnten jedoch gezielt aktiviert werden, sobald die Nachfrage nach Sommerreisen weiter steigt. Die Sicherheitsforscher beobachteten mehrere groß angelegte Registrierungskampagnen. Dazu zählen fortlaufend nummerierte Domains mit Hotelbezug, Webseiten, die bekannte Finanz- und Reiseprämienmarken imitieren, sowie zahlreiche Domains rund um die Marke „Fora Travel“ über verschiedene Top-Level-Domains hinweg.

Das Ziel dieser Kampagnen ist klar: Cyberkriminelle wollen mit möglichst echt aussehenden Webseiten Reisende auf gefälschte Buchungs- oder Login-Seiten locken.

Gefälschte Booking.com-, Airbnb- und Skyscanner-Seiten bereits aktiv

Neben der massenhaften Registrierung neuer Domains sind bereits aktive Phishing-Webseiten im Umlauf. Einige davon imitieren bekannte Reiseplattformen wie Booking.com, Airbnb oder Skyscanner. Check Point Research identifizierte unter anderem gefälschte Booking.com-Seiten, die darauf ausgelegt sind, Anmeldedaten und Kreditkarteninformationen abzugreifen. Einige Varianten richten sich gezielt an chinesischsprachige Reisende und zeigen Preise in RMB sowie angebliche Sommerangebote.

Auch gefälschte Airbnb-Seiten wurden entdeckt. Diese sprechen insbesondere Reisende mit Kanada-Plänen an und nutzen Bilder der kanadischen Rockies sowie vermeintliche Unterkunftsangebote für Montreal, Toronto, Vancouver und Banff.

Zusätzlich wurden Domains beobachtet, die dem Stil von Skyscanner ähneln. Sie bewerben realistisch wirkende Hotelangebote, verlangen Anzahlungen und liefern am Ende keine echte Buchung.

So erkennen Reisende Phishing und gefälschte Buchungsseiten

Reisende sollten in der Sommerreisezeit 2026 besonders vorsichtig sein, bevor sie persönliche Daten oder Zahlungsinformationen eingeben. Gefälschte Buchungsseiten wirken oft professionell und unterscheiden sich nur in kleinen Details vom Original.

Wichtig ist vor allem, Reiseportale direkt über die Browserzeile aufzurufen und nicht über Links aus E-Mails, Messenger-Nachrichten, Social-Media-Anzeigen oder unbekannten Werbeanzeigen. Vor jeder Anmeldung oder Zahlung sollte die Domain sorgfältig geprüft werden. Betrüger setzen häufig auf minimale Abweichungen, etwa vertauschte Buchstaben, zusätzliche Bindestriche oder ungewöhnliche Domain-Endungen.

Für Online-Buchungen empfiehlt sich außerdem die Nutzung einer Kreditkarte statt einer Debitkarte, da Kreditkarten in vielen Fällen besseren Betrugsschutz und einfachere Möglichkeiten zur Rückbuchung bieten. Zusätzlich sollten Reisende die Zwei-Faktor-Authentifizierung für alle regelmäßig genutzten Reiseplattformen aktivieren.

Besondere Vorsicht gilt bei Angeboten, die extrem günstig wirken oder starken Zeitdruck erzeugen. Formulierungen wie „nur noch wenige Minuten verfügbar“ oder „letztes Zimmer zu diesem Preis“ können künstlich erzeugt sein, um schnelle und unüberlegte Entscheidungen auszulösen.

Fazit: Cyberkriminelle planen die Reisesaison mit

Die Bedrohungslage im Reisebereich folgt einem klaren saisonalen Muster. Cyberkriminelle bereiten ihre Infrastruktur häufig lange vor dem Buchungsansturm vor und aktivieren gefälschte Seiten dann genau zu dem Zeitpunkt, an dem besonders viele Menschen nach Flügen, Hotels und Ferienwohnungen suchen.

Für Verbraucher bedeutet das: Der Schutz vor Online-Betrug beginnt nicht erst beim Bezahlen, sondern bereits bei der Suche nach dem nächsten Urlaub. Wer Domains prüft, Links kritisch hinterfragt und auf zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen setzt, reduziert das Risiko deutlich, auf gefälschte Buchungsseiten hereinzufallen.