Internetausfälle
Drohnen, Zensur, Stromausfälle: Das Internet gerät weltweit unter Beschuss
Wie Regierungen und Kriege das Internet weltweit lahmlegen
Q1/2026 Internet Disruptions Report von Cloudflare
Das Internet gilt als Rückgrat der globalen Gesellschaft. Doch im ersten Quartal 2026 zeigte sich, wie zerbrechlich dieses System wirklich ist. Der aktuelle Bericht von Cloudflare zeichnet ein alarmierendes Bild: Noch nie häuften sich langanhaltende Ausfälle so stark – und noch nie waren sie so oft politisch gewollt.
Plötzlich ist alles weg: Nachrichten, Banking, soziale Netzwerke. Für Millionen Menschen wurde das im ersten Quartal 2026 Realität. Nicht wegen technischer Pannen – sondern weil Regierungen abschalten, Drohnen angreifen und Stromnetze kollabieren
Der auffälligste Trend: Staaten greifen gezielt ein. In Uganda wurde rund um die Präsidentschaftswahl Mitte Januar das Internet praktisch abgeschaltet. Der Datenverkehr brach fast vollständig ein – für Tage. Ein ähnliches Muster zeigte sich in der Republik Kongo: Während der Wahlen im März verschwand das Land für rund 60 Stunden nahezu komplett aus dem Netz. Offizielle Erklärungen? Fehlanzeige.
Noch drastischer ist die Lage im Iran. Gleich zwei landesweite Abschaltungen trafen die Bevölkerung – die erste im Januar , die zweite ab Ende Februar. Besonders die zweite Maßnahme dauert bis heute an und zählt bereits zu den längsten Internetsperren der letzten Jahre. Berichte deuten darauf hin, dass der Zugang massiv eingeschränkt wurde: Nur ausgewählte Nutzer konnten über spezielle SIM-Karten auf genehmigte Inhalte zugreifen. Für alle anderen blieb das Netz faktisch geschlossen.
Doch nicht nur politische Entscheidungen bringen das Internet zum Schweigen. Auch militärische Konflikte treffen die digitale Infrastruktur immer härter. Anfang März wurden Rechenzentren von Amazon Web Services im Nahen Osten Ziel direkter Drohnenangriffe. Anlagen in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain wurden beschädigt, Strom fiel aus, Feuerlöschmaßnahmen verursachten zusätzliche Schäden. Die Folge: Tage voller Verbindungsprobleme für unzählige Apps und Dienste weltweit.
Parallel dazu offenbaren klassische Schwachstellen ihre ganze Wucht. In Kuba führten gleich drei Zusammenbrüche des Stromnetzes innerhalb eines Monats zu massiven Internetausfällen. Auch in Teilen Lateinamerikas und der Karibik kam es durch Überlastung und beschädigte Leitungen zu spürbaren Einbrüchen.
Europa blieb ebenfalls nicht verschont. Der Sturm Kristin legte in Portugal ganze Regionen lahm, während beschädigte Unterseekabel und technische Probleme bei Telekommunikationsanbietern in mehreren Ländern zeitweise für Störungen sorgten.
Die zentrale Erkenntnis: Das Internet ist kein neutrales, stabiles System. Es ist ein politisches Werkzeug, ein militärisches Ziel – und oft nur so stark wie die Infrastruktur, auf der es läuft. Was früher als Ausnahme galt, wird zunehmend zur neuen Normalität.