Data Breach Report

Verizon Business DBIR 2025 zeigt Einzelhandel zunehmend im Visier

Verizon Business DBIR 2025 zeigt Einzelhandel zunehmend im Visier

Spionage, gestohlene Zugangsdaten und neue Angriffsformen nehmen zu

Der aktuelle „Data Breach Investigations Report “ (DBIR) 2025 von Verizon Business zeigt: Cyberkriminelle richten ihren Fokus immer stärker auf den Einzelhandel. Während Angriffe auf Zahlungsdaten in der EMEA-Region rückläufig sind, geraten zunehmend interne Informationen, Zugangsdaten und Lieferketteninformationen ins Visier der Angreifer. Besonders auffällig ist der deutlich erhöhte Anteil von Angriffen mit Spionage-Hintergrund, der nun bei 9 % liegt.

Ein zentrales Einfallstor für Angreifer sind gestohlene Zugangsdaten, die in 26 % der untersuchten Fälle zum Einsatz kamen. Diese werden häufig über sogenannte Infostealer-Malware erbeutet, die auf ungeschützten Endgeräten sowohl private als auch geschäftliche Log-ins abgreift. In 65 % der Fälle wurden interne Daten kompromittiert, darunter E-Mail-Kommunikation, Produktinformationen und vertrauliche Geschäftsdokumente.

Auch Angriffe auf Webshops mittels manipulierter Skripte (z. B. Magecart) bleiben ein Risiko. Dabei werden Kundendaten direkt im Bezahlprozess abgegriffen, zunehmend auch über APIs und Session-Tokens.

Zentrale Erkenntnisse aus dem DBIR 2025 (EMEA):

  • 419 bestätigte Datenschutzverletzungen im Einzelhandel
  • In 65 % der Fälle wurden interne Informationen kompromittiert
  • 26 % der Angriffe erfolgten mit gestohlenen Zugangsdaten
  • 9 % der Vorfälle hatten Spionage als Motiv
  • Rückläufige Angriffe auf Zahlungsdaten, aber Zunahme bei API- und Session-Angriffen

Empfehlungen für den Einzelhandel:

  • Schutz von Webanwendungen und APIs gegen Credential Stuffing und Magecart-Angriffe
  • Einführung von Endpoint-Management zur Kontrolle privater Geräte (BYOD)
  • Einsatz von Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) für interne und externe Zugänge
  • Sicherheitsüberprüfungen bei Drittanbietern und Zahlungsdienstleistern etablieren
  • Mitarbeiterschulungen zu Phishing, Social Engineering und sicherem Umgang mit Zugangsdaten