Social Media Risiken

Zwischen Aufklärung und Irreführung: Cybersicherheit auf Social Media

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Viral, aber verletzlich: Warum falsche Cybersicherheits-Tipps in sozialen Medien ein echtes Risiko sind

Von Dr. Martin J. Krämer, Security Awareness Advocate bei KnowBe4

Für viele Menschen zwischen 18 und 29 Jahren sind soziale Medien längst mehr als nur Unterhaltung – sie sind zu einer zentralen Informationsquelle geworden. Auch wenn es um Cybersicherheit geht, greifen sie oft lieber zu TikTok, Instagram oder LinkedIn als zu offiziellen Quellen. Kein Wunder: Die Infos sind schnell verfügbar, leicht verständlich – und immer im Feed präsent.

Aber wie sorgfältig schauen wir uns diese Inhalte eigentlich an? Und was passiert, wenn die vermeintlichen Sicherheitstipps schlichtweg falsch sind?

Woher beziehen Menschen ihr Wissen über Cybersicherheit?

Gemeinsam mit Dr. William Seymour vom King’s College London habe ich in unserer aktuellen Studie „Cybersecurity Information Sharing as an Element of Sustainable Security Culture “ untersucht, wie Menschen Informationen rund um Cybersicherheit aufnehmen und weitergeben.

Das Ergebnis zeigt: Arbeitgeber bleiben eine zentrale Quelle – unabhängig vom Alter. Aber daneben nutzen viele auch andere Wege, je nach Generation:

Grundsätzlich ist es eine gute Entwicklung, dass Menschen Cybersicherheitsinfos teilen – mit Kollegen, Freund:innen oder in der Familie. Es zeigt, dass Sicherheit immer mehr zur Alltagspraxis wird. Doch was, wenn jemand in bester Absicht einen völlig falschen Tipp weitergibt?

Miese Tipps im Miniformat: Die Tücken von Social Media

Soziale Netzwerke bieten zwar schnellen Zugang zu Wissen – bergen aber auch einige Risiken. Gerade wenn es um so komplexe Themen wie Cybersicherheit geht, wird es problematisch, wenn Inhalte zu sehr vereinfacht oder gar falsch dargestellt werden.

Hier einige der größten Stolperfallen:

Was tun? Kritisch bleiben und zweimal hinschauen

Soziale Medien zu verteufeln, bringt wenig. Sie können ein wirkungsvolles Mittel sein, um Menschen für Cybersicherheit zu sensibilisieren – vorausgesetzt, man nutzt sie bewusst.

Mein Rat: Hinterfragen Sie jede Information. Wer hat sie gepostet? Welche Absicht steckt dahinter? Gibt es vertrauenswürdige Quellen, die das bestätigen? Wenn ein Beitrag besonders emotional oder dramatisch wirkt, ist das oft ein Hinweis darauf, dass man besser zweimal hinschaut – bevor man ihn teilt.

Arbeitgeber in der Verantwortung: Digitale Kompetenz stärken

Soziale Medien werden bleiben – und sie werden weiterhin ein wichtiger Ort sein, an dem sich gerade junge Menschen über Sicherheitsthemen informieren. Umso wichtiger ist es, dass Unternehmen ihre Mitarbeitenden darin schulen, Falschinformationen zu erkennen und mit einem kritischen Blick durchs Netz zu navigieren. Das bedeutet: Klare, fundierte Informationen bereitstellen, Schulungen anbieten und Anlaufstellen schaffen, bei denen man sich verlässlich informieren kann. So können Mitarbeitende nicht nur sich selbst schützen – sondern auch andere davor bewahren, auf gefährliche Tipps hereinzufallen. Das Internet ist voller Überraschungen – lassen Sie sich von Falschinformationen nicht auf dem falschen Fuß erwischen.