Rolle der KI

Wie KI die Zusammenarbeit zwischen physischer Sicherheit und IT-Security verändert

| Autor: Herbert Wieler

Physische Sicherheit trifft IT-Security: Wie künstliche Intelligenz neue Sicherheitsstrategien ermöglicht

Wenn es um Sicherheitskonzepte ging, dann wurden physische Sicherheit und technische IT-Security lange Zeit als zwei unterschiedliche Bereiche angesehen. Zwar wurden beide als wichtig erachtet, aber jeweils für andere Aspekte. Diese Ansicht funktioniert heutzutage aber nicht mehr. Heute bedingen sich physische Sicherheit und IT-Sicherheit an vielen Stellen und können nur im Einklang für ein effektives Sicherheitssystem sorgen. Bei der Verzahnung der beiden Bereiche ist die künstliche Intelligenz heute eine große Hilfe.

Warum physische und digitale Sicherheit zusammengehören

Der Unterschied beider Sicherheitsbereiche ist klar. Bei der physischen Sicherheit geht es um den Schutz von Dingen in der realen Welt wie Firmengeländen, Gebäuden oder Maschinen. Die IT-Sicherheit hingegen deckt den virtuellen Raum ab und schützt vor Cyberangriffen oder Ausfällen des firmeninternen Netzwerks.

Auch heute noch werden fast in allen Unternehmen Sicherheitsdienste engagiert, um nach dem Rechten zu sehen. Neben der menschlichen Kontrolle beinhalten physische Sicherheitsmaßnahmen aber auch immer mehr technische Lösungen. Das beinhaltet Kommunikationsmethoden wie Funkgeräte oder GPS-Tracker für die Mitarbeiter, automatische Zutrittskontrollen oder vollautomatische Überwachungskameras.

Gerade bei automatischen Zutrittskontrollen, wo biometrische Daten in einer Cloud gespeichert werden, oder bei Videoüberwachung, wo die Kameras mittlerweile in Echtzeit vernetzt sind und ihre Aufnahmen in einer Cloud speichern und teilen, besteht die Gefahr von illegalen Zugriffen von Cyberkriminellen. Die erhöhte physische Sicherheit eröffnet also einen neuen Raum, in dem Cybersicherheit gewährleistet werden muss.

Es geht dann aber auch wieder in die andere Richtung. Für alle digitalen Systeme braucht es irgendwo Geräte oder Server, die die IT am Laufen halten, und die natürlich wiederum vor physischen Schäden, Angriffen oder Diebstahl geschützt werden müssen.

Die Rolle der KI

Wie in so vielen Bereichen unserer heutigen Welt kommt hier die künstliche Intelligenz ins Spiel. Sie schlägt eine Brücke zwischen physischer Sicherheit und IT-Security und ermöglicht effiziente, quasi vollends automatisierte Prozesse.

KI bei der physischen Sicherheit

Ein anschauliches Beispiel ist die Videoüberwachung. Hier steckt die KI mittlerweile häufig direkt in der Kamera und kann das Aufgenommene in Echtzeit auswerten. Sie ist in der Lage, Bewegungs- und Verhaltensmuster zu erkennen und potenziell verdächtige Abweichungen sofort zu erkennen und eine Warnmeldung abzugeben, sodass keine Zeit verloren geht, um nötige Schritte einzuleiten.

KI in der Cybersicherheit

Auch im virtuellen Raum wird KI eingesetzt. Das Prinzip ist dann ähnlich, wie bei den Überwachungskameras. Die KI kontrolliert automatisch die Vorgänge im Netzwerk und kann verdächtige Zugriffsversuche, Log-ins oder Datenabrufe sofort aufdecken. Dieser Einsatzbereich ist besonders spannend, da KI-Modelle und Agenten nicht nur auf Seite der Sicherheit zum Einsatz kommen, sondern auch Cyberkriminellen zur Verfügung stehen . Eine schwache IT-Security kann sich heutzutage kein Unternehmen mehr leisten.

Präventive Sicherheit

Sowohl im physischen als auch im digitalen Bereich ist KI hervorragend dafür geeignet, um schnellstmöglich Anomalien zu erkennen. Durch die Auswertung historischer Daten und das Heranziehen aktueller Parameter können KI-Systeme heutzutage sogar Vorhersagen anstellen, wo und wann Sicherheitsrisiken am wahrscheinlichsten auftreten könnten. So können lückenlose Sicherheitskonzepte aufgestellt werden, bei denen zwischen physischer und digitaler Sicherheit keine Eintrittslücken bestehen.

Sicherheitsinfrastruktur neu gedacht

Die Implementierung von KI in den Sicherheitsprozessen bringt zweifelsohne große Vorteile. Mit ihr gehen aber auch eine Reihe neuer Anforderungen und Herausforderungen einher. Sowohl rechtlich als auch organisatorisch.

Fazit

Dass die künstliche Intelligenz den Ablauf und Alltag im Produktions- und Geschäftsbetrieb in vielen Unternehmen bereits geprägt und maßgeblich verändert hat, ist bekannt. Die Relevanz der KI für den Sicherheitsbereich steht hingegen weniger im Mittelpunkt. KI wird häufig vor allem als etwas Produktives gesehen. Doch gerade im Sicherheitsbereich ist sie ein wertvolles Werkzeug, um physische und digitale Sicherheit nicht nur zusammenzubringen, sondern dadurch insgesamt auch noch zu verstärken.

Durch die Analyse riesiger Datenmengen in Echtzeit erkennt KI ungewöhnliche Muster sofort. Sie verknüpft physische Ereignisse mit digitalen Zugriffen, reduziert Fehlalarme drastisch und ermöglicht ein proaktives Handeln. So entsteht aus zwei getrennten Disziplinen eine moderne, nahtlos integrierte Sicherheitsarchitektur.