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Trotz wachsender KI-Investitionen sinkt der KI-Reifegrad in Europa

, ServiceNow | Autor: Herbert Wieler

Enterprise AI Maturity Index

Neue Forschungsergebnisse zeigen: Unternehmen haben Mühe, mit dem rasanten Innovationstempo Schritt zu halten.

ServiceNow (NYSE: NOW), die KI-Plattform für Unternehmenstransformation, hat gemeinsam mit Oxford Economics den neuesten Enterprise AI Maturity Index  veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen einen überraschenden Trend in Europa und dem Nahen Osten: Obwohl die Investitionen in KI weiter steigen, ist der durchschnittliche KI-Reifegrad in der Region im Jahresvergleich um zehn Punkte gesunken. Viele Unternehmen haben Schwierigkeiten, mit der rasanten Innovationsdynamik Schritt zu halten und stehen vor der Herausforderung ihre ehrgeizigen KI-Ziele in skalierbare und wirkungsvolle Lösungen umzusetzen.

Die weltweit durchgeführte Studie erscheint nun im zweiten Jahr und stützt sich auf die Einschätzungen von rund 4.500 Unternehmen – darunter 1.950 aus neun Märkten in Europa und dem Nahen Osten, etwa aus Deutschland, dem Vereinigten Königreich und Frankreich. Die Ergebnisse zeigen: Neue Technologien wie agentische KI fördern die Experimentierfreude und führen bereits zu ersten Erfolgen. Diese zeigen sich vor allem in besseren Kundenerlebnissen, gesteigerter Effizienz, höheren Bruttomargen sowie in einer optimierten Sicherheitsüberwachung und einer verbesserten Systeminteraktion. Doch der technologische Wandel vollzieht sich schneller, als viele Organisationen in der Lage sind, KI strukturiert und unter klaren Governance-Rahmenbedingungen zu skalieren. Infolgedessen ist der durchschnittliche KI-Reifegrad der EMEA-Region im Jahresvergleich um zehn Punkte gesunken – von 44 auf nur noch 34 von 100 Punkten. Auch in Deutschland zeigt sich ein identischer Rückgang: Der Reifegrad fiel von 44 auf 34 Punkte. 

Die Gründe für den gesunkenen KI-Reifegrad sind laut dem Index in fünf zentralen Bereichen zu verorten: Führung und Strategie, Arbeitsabläufe, Fachkräfte, Governance sowie Investitionen. In der Führung fehlt es oft an klarer Vision, Workflows sind durch Silos gehemmt und es mangelt an der Integration ganzheitlicher KI-gestützter Plattformen. Bei den Fachkräften bestehen Kompetenzlücken, da nur wenige Unternehmen gezielt in Umschulungen investieren. Zudem wird das Thema Governance häufig unzureichend berücksichtigt – es fehlen klare Regeln für Datenschutz, Sicherheit und Ethik. Und obwohl KI-Investitionen oft positive Effekte zeigen, gelingt nur wenigen Organisationen die systematische Wertschöpfung. Zusammen ergeben diese fünf Bereiche ein Bild des KI-Reifegrads und zeigen, wie gut Organisationen auf den erfolgreichen KI-Einsatz im großen Maßstab vorbereitet sind. 

Cathy Mauzaize, President EMEA bei ServiceNow, erklärt: „Organisationen in Europa und dem Nahen Osten gewinnen beim Einsatz von KI an Tempo, doch viele stehen noch am Anfang ihrer Reise. Jetzt ist der richtige Moment, um auf dieser Dynamik aufzubauen. Um weiter voranzukommen, prüfen Unternehmen, wie sie die richtigen Grundlagen schaffen können, damit ihre Daten effektiv genutzt werden können und ihre Mitarbeitenden die nötigen Fähigkeiten erlangen, KI vertrauensvoll einzusetzen. Laut IDC werden die KI-Ausgaben in Europa bis 2028 auf 144,6 Milliarden US-Dollar steigen. Das Potenzial ist enorm, aber es lässt sich nur ausschöpfen, wenn wir heute die richtige Basis dafür schaffen.“   

Der Enterprise AI Maturity Index identifiziert zudem drei zentrale Trends, welche die KI-Entwicklung in der Region maßgeblich prägen und zeigt auf, was nötig ist, um erste Erfolge in eine langfristige, nachhaltige Transformation zu überführen. Dazu zählen der zunehmende Einsatz agentischer KI, der Aufbau robuster Governance-Strukturen sowie Investitionen in Talententwicklung und eine unternehmensweite Innovationskultur – sie bilden das Fundament für skalierbare, verantwortungsvolle KI-Nutzung. 

KI entwickelt sich schneller, als Unternehmen Schritt halten können

Die Innovationsbereitschaft in der EMEA-Region ist klar erkennbar: Fast die Hälfte der Unternehmen (47 Prozent) hat im vergangenen Jahr mehr als 100 KI-Anwendungsfälle umgesetzt. In Deutschland liegt dieser Anteil mit 56 Prozent sogar deutlich über dem regionalen Durchschnitt. Ein klares Zeichen für das wachsende Interesse an KI-Projekten im großen Maßstab. 

Trotz dieser Dynamik befinden sich viele Unternehmen weiterhin in den frühen Phasen der Umsetzung. Das zeigt sich auch im aktuellen durchschnittlichen KI-Reifegrad der Region, der nur 34 von 100 Punkten erreicht. Der Fokus liegt vielerorts noch auf dem Testen und Ausweiten von KI-Lösungen. Lediglich sechs Prozent der Unternehmen in der EMEA-Region haben die sogenannte Augmentierungsphase erreicht – die fortgeschrittenste Stufe im Rahmen der Studie. Auch in Deutschland liegt der durchschnittliche Reifegrad bei 34 Punkten, nur sieben Prozent der Unternehmen haben die höchste Stufe erreicht.

Agentische KI eröffnet eindeutige Chancen

Die ServiceNow Knowledge 2025  hat gezeigt, dass agentische KI, also KI, die selbstständig handeln kann, das Potenzial hat, die Automatisierung in Unternehmen grundlegend zu verändern. Doch das Bewusstsein für diese Technologie variiert stark in der Region. Bereits 15 Prozent der Unternehmen in EMEA setzen agentische KI ein, weitere 42 Prozent planen die Einführung innerhalb der nächsten zwölf Monate. Dennoch steht das Thema KI-Agenten noch am Anfang: Nur jedes fünfte Unternehmen verfügt über ein fundiertes Verständnis für agentische KI – ein deutliches Wissensdefizit.  

Dabei liegen die Vorteile auf der Hand: Über die Hälfte der frühen Anwender in Europa berichten von verbesserten Bruttomargen (58 Prozent), höhere Effizienz und Produktivität (59 Prozent) sowie besseren Nutzer- und Kundenerlebnissen (60 Prozent).  

Governance als Bindeglied

Die zunehmende Verbreitung von KI im großen Maßstab bringt erhebliche Herausforderungen mit sich, insbesondere in den Bereichen Cybersicherheit, Datenschutz und regulatorische Vorgaben. Doch beim Thema Governance kommt die EMEA-Region nur langsam voran. Der Anteil der Unternehmen, die im Bereich der Daten-Governance im KI-Kontext deutliche Fortschritte verzeichnen, ist im Jahresvergleich von 45 Prozent auf 42 Prozent gesunken. Auch bei der Auflösung von Daten- und Betriebssilos zeigt sich ein leichter Rückgang von 43 Prozent auf 42 Prozent. In Deutschland bestätigen lediglich 42 Prozent der Unternehmen, dass sie in Sachen KI-Governance spürbare Fortschritte erzielt haben. Das verdeutlicht, dass ein stärkerer Fokus auf wirksames Risikomanagement und verantwortungsvolle Steuerung von KI unerlässlich ist. 

Die Stagnation im Bereich KI-Governance macht deutlich, dass Organisationen diesem Thema deutlich mehr Priorität einräumen müssen, insbesondere, weil Datensicherheit als größtes Hindernis bei der Wertschöpfung durch KI gilt. Auch in Deutschland steht Datensicherheit an oberster Stelle der Bedenken. 

Um den KI-Reifegrad nachhaltig zu steigern, braucht es einen strategischen Gesamtansatz: Eine klar definierte, unternehmensweit verankerte KI-Vision sollte mit messbaren Zielen hinterlegt sein. Plattformbasierte Ökosysteme helfen, Silostrukturen aufzubrechen und KI wirksam in Geschäftsprozesse zu integrieren. Gleichzeitig sind gezielte Investitionen in Qualifizierung und interdisziplinäre Teams ebenso essenziell wie verbindliche Governance-Strukturen, die Sicherheit, Ethik und Compliance gewährleisten. Frühe Anwendungsfälle mit erkennbarem wirtschaftlichem Nutzen schaffen zudem das notwendige Vertrauen für eine skalierbare und nachhaltige KI-Nutzung.