Sicherheitslücke

Sysdig warnt vor kritischer Schwachstelle in Redis

, Sysdig | Autor: Herbert Wieler

CVE-2025-49844 „RediShell“: Kritischer Exploit für Remote-Code-Execution

Der führende Anbieter für Cloud- und Container Security Sysdig warnt vor einer neu entdeckten, kritischen Sicherheitslücke in Redis, dem weit verbreiteten Open-Source-In-Memory-Datenspeicher. Die Schwachstelle CVE-2025-49844 , auch bekannt als „RediShell“, ermöglicht die Ausführung von Remote-Code (RCE) und wurde mit der höchsten CVSS-Risikobewertung von 10,0 eingestuft.

13 Jahre alte Schwachstelle ermöglicht vollständige Systemübernahme

Die Lücke besteht seit rund 13 Jahren im Redis-Quellcode und betrifft alle Versionen mit aktivierter Lua-Scripting-Unterstützung. Angreifer können mithilfe speziell präparierter Skripte den Garbage Collector manipulieren, eine Use-After-Free-Bedingung auslösen und so Code außerhalb der Sandbox des Redis-Interpreters ausführen. Im schlimmsten Fall erlangen sie so vollen Zugriff auf das Host-System, können Zugangsdaten stehlen, Malware platzieren oder sensible Daten exfiltrieren. Da Redis-Instanzen standardmäßig ohne Authentifizierung ausgeliefert werden, sind viele Umgebungen besonders gefährdet. Nach der Entdeckung durch Sicherheitsforscher von Wiz im Rahmen des Pwn2Own-Wettbewerbs in Berlin im Mai 2025 hat Redis am 3. Oktober 2025 Patches veröffentlicht.

Betroffene Versionen

Betroffen sind alle Redis-Versionen mit Lua-Unterstützung, sowohl Open-Source- als auch Enterprise-Versionen. Geschützte Versionen sind unter anderem:

So arbeitet „RediShell“

Die Malware nutzt eine unzureichende Validierung während der Speicherbereinigung im Lua-Subsystem aus. Mithilfe präparierter Skripte wird Speicher freigegeben, der noch aktiv referenziert ist. Dadurch können Angreifer aus der Sandbox ausbrechen und beliebigen Code mit Host-Rechten ausführen. Nach einer erfolgreichen Kompromittierung kann der Angreifer unter anderem:

Wie erkennt man RediShell?

Mit Sysdig Secure können Benutzer die „RediShell-Erkennung“ im Threat Intelligence Feed nutzen, um ihre Umgebungen automatisch auf anfällige Versionen von Redis zu überprüfen. Benutzer können sich auch auf das Schwachstellenmanagement von Sysdig verlassen, um CVE-2025-49844 zu verfolgen, und auf Sysdig Sage™ für eine geführte Behebung.

Empfohlene Sofortmaßnahmen

Um sich zu schützen, empfiehlt Sysdig folgende Schritt umgehend einzuleiten:

  1. Administratoren sollten sofort ein Upgrade durchführen oder vorübergehende Abhilfemaßnahmen ergreifen, indem sie die Befehlsfamilien EVAL und EVALSHA mithilfe von Zugriffskontrolllisten (ACLs) einschränken. Exponierte Instanzen sollte man vom Internet trennen und mit dem Internet verbundene unverzüglich patchen.
  2. Lua-Scripting deaktivieren, falls es nicht für die Funktionalität der Applikation benötigt wird.
  3. Netzwerksegmentierung und Firewall-Regeln implementieren, um laterale Bewegungen zu verhindern.
  4. Redis-Dienste ausschließlich mit Nicht-Root-Benutzern betreiben.

Fazit

„RediShell“ macht deutlich, wie gefährlich übersehene Altlasten im Open-Source-Ökosystem sein können. Selbst eine 13 Jahre alte Codebasis kann zu einem kritischen Einfallstor werden, wenn grundlegende Sicherheitspraktiken wie Authentifizierung, Zugriffskontrolle und Laufzeiterkennung fehlen. Mit Sysdig Secure erhalten Unternehmen vollständige Transparenz und Echtzeitschutz, um solche Schwachstellen frühzeitig zu erkennen, einzudämmen und zu beheben, bevor Angreifer sie ausnutzen können.