Electron-Bot

Social Media Malware wird über Spiele im Microsoft-Store verbreitet

, San Carlos, Check Point | Autor: Herbert Wieler

Check Point berichtet über das Schadprogramm Electron-Bot

Security-Forschern von Check Point fällt eine neue Malware auf, die Social Media Accounts angreift, darunter Facebook, Google und Sound Cloud. Electron-Bot, so der Name, kann die Konten übernehmen, was heißt: neue Konten registrieren, sich anmelden, kommentieren, Gefällt-Mir drücken. Electron-Bot wird über Video-Spiele im Microsoft Store verbreitet, darunter die beliebten Titel: Temple Run und Subway Surfer. Schlimmer aber, als der Social-Media-Angriff: Die Hacker können den Schädling als Hintertür nutzen (weil die Payload dynamisch heruntergeladen wird), um den Computer eines Nutzers völlig zu übernehmen. Bereits über 5000 Rechner wurden, verteilt auf 20 Länder, infiziert. Derzeit stehen die meisten davon in Schweden, auf den Bermuda Inseln, in Israel und Spanien.

Was die Malware außerdem kann:

Zur Lage des MS-Store sagen die Sicherheitsforscher, daß darin dutzende von verseuchten Anwendungen angeboten werden. Einen kleinen Überblick gibt die Tatsache, daß manche vermeintliche Spiele-Publisher in Wirklichkeit ausschließlich mit Malware versehene Spiele anbieten. Diese sind:

Der Angriffsweg der Malware sieht so aus:

Um eine Entdeckung zu vermeiden, werden die meisten Skripte, welche die Malware steuern, nach Bedarf dynamisch von den Servern der Angreifer geladen. Dies ermöglicht es den Hackern, die Nutzlast der Malware zu modifizieren und das Verhalten der Bots zu jeder Zeit zu ändern. Die Malware nutzt außerdem das Electron-Framework, um das menschliche Surfverhalten zu imitieren und den Website-Schutz zu umgehen.

Zum Ursprung der Malware vermuten die Sicherheitsforscher eine Hacker-Gruppe aus Bulgarien. Gründe:

Daniel Alima, Malware Analyst bei Check Point Software Technologies, erklärt: „In dieser Untersuchung wurde eine neue Malware namens Electron-Bot analysiert, die weltweit mehr als 5000 Computer angegriffen hat. Electron-Bot wird über die offizielle Microsoft-Store-Plattform heruntergeladen und verbreitet sich einfach. Das Electron-Framework bietet Electron-Apps den Zugriff auf die Rechenleistung, einschließlich GPU-Computing. Da die Nutzlast des Bots bei jeder Ausführung dynamisch geladen wird, können die Angreifer den Code modifizieren und das Verhalten des Bots so verändern, dass er ein hohes Risiko darstellt. So können sie beispielsweise eine zweite Stufe initialisieren und eine neue Malware, wie Ransomware oder einen RAT, einschleusen. All dies kann ohne das Wissen des Opfers geschehen. Das Problem: Die meisten Menschen glauben, dass man den Bewertungen von Anwendungen in den Stores schlicht vertrauen kann und zögern nicht, eine Anwendung deshalb herunterzuladen. Das birgt ein unglaubliches Risiko, da man nie weiß, welche bösartigen Elemente man wirklich herunterlädt.“

Alle betroffenen Spiele-Anbieter wurden von Check Point verantwortungsbewusst bereits informiert.