Service-Accounts

Service-Accounts können ein hohes Sicherheitsrisiko in sich bergen

, HYCU | Autor: Herbert Wieler

Versteckte Hintertüren, die Cyberkriminelle gerne ausnutzen

Im Gegensatz zu „menschlichen“ Benutzerkonten sind Service-Accounts „nicht interaktive“ Identitäten, die von IAM-Lösungen (Identity and Access Management) verwaltet werden. Diese Konten werden manchmal automatisch erstellt und arbeiten oft mit erweiterten Berechtigungen, die ihnen Zugriff auf mehrere, sensible Ressourcen gewähren. Da Service-Accounts unsichtbar sind, werden sie in der Regel in die Kategorie „aus den Augen, aus dem Sinn“ eingeordnet, wodurch sie ungeschützt und anfällig für Ausbeutung sind. HYCU erklärt, warum das gefährlich ist.

Service-Accounts sind ein wesentlicher Bestandteil der modernen IT-Infrastruktur und ermöglichen unbemerkt Automatisierung, Anwendungsintegrationen und Systemprozesse im gesamten Unternehmen. Trotz ihrer entscheidenden Bedeutung wird die Sicherheit von Service-Accounts oft übersehen, was sie zu einem beliebten Ziel für Cyberkriminelle macht

Warum sind Service-Accounts riskant?

Service-Accounts sind spezialisierte nicht-menschliche Identitäten, die in IT-Systemen verwendet werden, um automatisierte Funktionen auszuführen, auf Ressourcen zuzugreifen, Anwendungen zu verwalten und Integrationen zu ermöglichen. Sie arbeiten hinter den Kulissen und führen kritische Arbeitsabläufe aus, ohne dass menschliches Eingreifen erforderlich ist. Ein Service-Account kann beispielsweise Datenbankverbindungen für eine Anwendung verwalten oder API-Interaktionen zwischen Diensten ermöglichen.

Schon die Konzeption von Service-Accounts birgt jedoch eigene besondere Risiken:

Ein kompromittiertes Service-Account kann den Zugriff auf sensible Systeme oder eine Privilegienerweiterung ermöglichen und es Angreifern erlauben, sich seitlich in der Umgebung eines Unternehmens zu bewegen.

Ausnutzung von Service-Accounts auf dem Vormarsch

Die mit Service-Accounts verbundenen Risiken sind nicht theoretischer Natur, sondern wurden in jüngster Zeit bei mehreren hochkarätigen Cyberangriffen ausgenutzt, wie die folgenden Beispiele zeigen.

Dropbox Sign

Beim Dropbox Sign-Vorfall nutzten Angreifer ein kompromittiertes Service-Account aus, um auf sensible API-Schlüssel und OAuth-Token zuzugreifen. Diese Token ermöglichten den unbefugten Zugriff auf kritische Integrationen und Kundendaten und deckten Schwachstellen bei der Verwaltung und Überwachung von Service-Accounts auf. Der Vorfall unterstreicht die Gefahren ungeschützter nicht-menschlicher Identitäten, insbesondere wenn Zugangsdaten nicht regelmäßig rotiert oder überwacht werden. Dropbox Sign musste sofort Token widerrufen, Passwörter zurücksetzen und zusätzliche Sicherheitsebenen implementieren, um die Folgen abzumildern.

Marriott Starwood

Die Datenpanne bei Marriott Starwood, eine der größten jemals verzeichneten, legte die persönlichen Daten von über 383 Millionen Gästen offen. Ein kompromittierter Service-Account spielte bei diesem Angriff eine entscheidende Rolle. Nachdem Marriott Starwood übernommen hatte, blieb eine Schwachstelle in einem Service-Account innerhalb der Starwood-Infrastruktur unbemerkt, über die Angreifer auf sensible Datenbanken zugriffen. Diese mangelnde Sichtbarkeit und unzureichende Überwachung von Service-Accounts ermöglichte es den Angreifern, über mehrere Monate hinweg Passnummern, Zahlungsdaten und persönliche Informationen zu extrahieren. Der Vorfall kostete Marriott nicht nur Millionen an Bußgeldern und Gerichtsverfahren, sondern zeigte auch die weitreichenden Folgen auf, die entstehen, wenn Service-Accounts bei Fusionen und Übernahmen nicht geschützt werden.

Wichtige Angriffstechniken, die auf Service-Accounts abzielen

Angreifer nutzen eine Vielzahl ausgefeilter Techniken, um Service-Accounts auszunutzen, sich unbefugten Zugang zu verschaffen und kritische Systeme zu kompromittieren. Einige der häufigsten sind:

Kompromittierte Service-Accounts haben erhebliche Auswirkungen auf das Geschäft

Wenn Service-Accounts kompromittiert werden, reichen die Auswirkungen weit über technische Systeme hinaus und betreffen das gesamte Unternehmen. Von Betriebsunterbrechungen bis hin zur Erosion des Kundenvertrauens verursachen diese Vorfälle erhebliche geschäftliche, finanzielle und rufschädigende Schäden.

Folglich können Ausfallzeiten, Kundenabwanderung, behördliche Geldbußen und Rufschädigung zu erheblichen finanziellen Verlusten führen, die sich möglicherweise auf Millionen belaufen. Unternehmen müssen erkennen, dass die Sicherung von Service-Accounts nicht nur eine technische Notwendigkeit, sondern eine geschäftskritische Priorität ist.

Wie sich Service-Accounts effektiv schützen lassen

Service-Accounts stellen einzigartige Sicherheitsherausforderungen dar, die einen umfassenden, proaktiven und strukturierten Ansatz erfordern. Durch die Umsetzung wichtiger bewährter Verfahren können Unternehmen die mit diesen nicht-menschlichen Identitäten verbundenen Risiken erheblich reduzieren und kritische Systeme vor potenziellen Sicherheitsverletzungen schützen:

Diese Maßnahmen können die Sicherheit von Service-Accounts erheblich verbessern und das Risiko, dass sie als Angriffsvektoren genutzt werden, verringern.

Die Rolle von IAM-Backups beim Schutz von Service-Accounts

Service-Accounts sind für den Betrieb von Unternehmen von entscheidender Bedeutung, und der Verlust ihrer Konfigurationen kann zu schwerwiegenden Störungen und Schwachstellen führen. IAM-Backups fungieren als letzte Verteidigungslinie und gewährleisten im Falle eines Vorfalls Kontinuität: