Threat Intelligence

Schlag gegen globales Proxy-Netzwerk: GTIG zerschlägt zentrale Infrastruktur von IPIDEA

, Google Threat Intelligence Group | Autor: Herbert Wieler

IPIDEA enttarnt: Google stoppt zentrale Drehscheibe für Botnetze und APTs

Der Google Threat Intelligence Group (GTIG) ist gemeinsam mit weiteren Akteuren aus der Branche ein bedeutender Erfolg gelungen: Eines der weltweit größten bösartigen Residential-Proxy-Netzwerke wurde außer Gefecht gesetzt.

Ein aktueller GTIG-Bericht zeigt detailliert, wie IPIDEA sich unbefugt Zugriff auf Alltagsgeräte wie Smartphones, Set-Top-Boxen und Desktop-Computer verschaffte. Diese kompromittierten Geräte wurden anschließend für eine Vielzahl schädlicher Aktivitäten missbraucht. IPIDEA fungierte dabei als zentrale Drehscheibe für zahlreiche Botnetze. Hunderte von Hackergruppen nutzten die Infrastruktur, um ihre Spuren zu verschleiern – darunter Akteure aus den Bereichen Cyberkriminalität, Spionage, Advanced Persistent Threats (APTs) und gezielte Informationsoperationen. Die Aktivitäten lassen sich weltweit beobachten, unter anderem mit Bezügen zu China, Nordkorea, Iran und Russland.

Google hat inzwischen rechtliche Schritte eingeleitet, um die zur Steuerung dieser Geräte genutzte Infrastruktur abzuschalten, und die gewonnenen Erkenntnisse mit anderen Plattformbetreibern geteilt. Zusätzlich wurde Google Play Protect aktualisiert: Nutzer werden nun automatisch vor Apps gewarnt, die IPIDEA-Code enthalten. Auf zertifizierten Android-Geräten entfernt das System solche schädlichen Anwendungen selbstständig und verhindert deren erneute Installation.

John Hultquist, Chefanalyst der GTIG, ordnet die Bedeutung der Ereignisse ein:

John Hultquist, Chefanalyst der Google Threat Intelligence Group (Quelle: Google)

„Residential Proxys sind zu einem weit verbreiteten Werkzeug für alles geworden – von hochkarätiger Spionage bis hin zu massiven kriminellen Machenschaften. Angreifer leiten den Datenverkehr über die private Internetverbindung einer Person, wodurch sie sich verstecken und gleichzeitig unbemerkt in Unternehmensumgebungen eindringen können. Indem wir die Infrastruktur, die zum Betrieb des IPIDEA-Netzwerks genutzt wurde, lahmgelegt haben, haben wir einem globalen Marktplatz effektiv die Grundlage entzogen, der den Zugang zu Millionen gehackter Endgeräte verkauft hat.“

Vorgehensweise IPIDEA

Warum das wichtig ist

Den vollständigen Bericht, einschließlich einer Liste der betroffenen SDKs (Software Developments Kits) und technischer Indikatoren, können Sie auf dem Blog lesen.