SASE

SASE als strategische Antwort auf hybride Arbeit und Cloud-First

, Check Point

Warum Veränderungen in Netzwerk und Sicherheit den Weg für SASE frei machen

Von Marco Eggerling, Global CISO bei Check Point Software Technologies

Der Arbeitsplatz von heute kennt keine festen Bürowände mehr. Mitarbeitende arbeiten von überall – vom Homeoffice, aus dem Zug oder direkt beim Kunden. Für IT- und Security-Teams bedeutet das: Sie müssen ihre Strategien für Zugriff und Schutz völlig neu denken. Genau hier kommt SASE (Secure Access Service Edge) ins Spiel – ein Ansatz, der Netzwerk- und Sicherheitsdienste in einer einzigen, cloudbasierten Plattform bündelt. Seit seiner Einführung hat SASE enorm an Fahrt aufgenommen und gilt heute als Schlüsseltechnologie für Unternehmen mit Remote- oder Hybrid-Teams. Doch warum erlebt SASE gerade jetzt so einen Boom?

1. Arbeiten von überall ist die neue Realität

Marco Eggerling, Global CISO, Check Point

Fast die Hälfte aller Wissensarbeiter arbeitet hybrid oder komplett remote. Besonders große Unternehmen setzen längst auf flexible Arbeitsmodelle. Das bedeutet: Mitarbeitende müssen von überall sicher auf Unternehmensressourcen zugreifen können. Klassische Sicherheitslösungen, die auf Rechenzentren und feste Netzwerkgrenzen zugeschnitten sind, stoßen dabei an ihre Grenzen. SASE löst dieses Problem, indem es Sicherheitsfunktionen wie Secure Web Gateways, SaaS-Sicherheit und Zero Trust Network Access (ZTNA) direkt aus der Cloud bereitstellt. Ergänzt wird das durch SD-WAN, das Datenverkehr intelligent steuert und Niederlassungen optimal verbindet.

2. Cloud und SaaS als Standard

Ob Salesforce, Microsoft 365 oder Workday – SaaS ist längst der Alltag. Auch die Ausgaben für Public Cloud steigen weiter rasant an. Der Zugriff auf diese Dienste muss deshalb nicht nur schnell, sondern auch sicher sein – und zwar ohne den Umweg über das Unternehmensrechenzentrum. SASE bietet genau das: direkten, abgesicherten Zugang zur Cloud mit Features wie verschlüsselten Verbindungen und dedizierten IP-Adressen. Dank SD-WAN profitieren Unternehmen zusätzlich von dynamischem Routing und optimierter Performance. Für Nutzer bedeutet das: eine reibungslose, sichere und schnelle Verbindung – egal, wo sie arbeiten.

3. Sicherheit endet nicht mehr am Unternehmensperimeter

Früher galt: Hinter der Firewall ist alles sicher. Heute sind Daten, Geräte und Menschen überall verteilt – die alte Idee eines festen Sicherheitszauns ist überholt. SASE setzt stattdessen auf ein Security-Everywhere-Prinzip: Zugriffsregeln orientieren sich nicht mehr an starren Netzwerkgrenzen, sondern an Identität, Gerätezustand, Standort und Risiko. Dieses Zero-Trust-Modell, bei dem niemand und nichts automatisch vertraut wird, ist unverzichtbar. Mit SASE lässt sich diese Denkweise auch im großen Maßstab umsetzen – egal ob für Remote-Mitarbeitende oder Niederlassungen.

4. Weniger Flickwerk, mehr Konsolidierung

Viele IT-Abteilungen kämpfen mit einem Wildwuchs aus Einzellösungen: Firewalls hier, VPNs dort, dazu noch Proxys, Agenten und mehr. Das macht die Verwaltung kompliziert, teuer – und öffnet im schlimmsten Fall sogar Sicherheitslücken. SASE vereint Netzwerk- und Sicherheitsdienste auf einer Plattform. Das sorgt für mehr Übersicht, einheitliche Richtlinien und vereinfachte Abläufe. Mit integriertem SD-WAN wird zudem die Standortvernetzung optimiert – teure MPLS-Leitungen werden überflüssig. Dass dieser Ansatz gefragt ist, zeigen die Zahlen: Laut Dell’Oro Group stieg der weltweite SASE-Umsatz im ersten Quartal 2025 auf 2,6 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 17 Prozent. Besonders Lösungen von Einzelanbietern, die alles aus einer Hand liefern, legten mit 21 Prozent zu.

5. Compliance und Risikomanagement im Blick

Unternehmen stehen heute stärker denn je unter Druck, Vorschriften wie DSGVO, HIPAA, CCPA oder NIS2 einzuhalten. Gefordert sind strikte Zugriffskontrollen, Verschlüsselung, Segmentierung und kontinuierliche Überwachung. SASE erleichtert diese Aufgabe erheblich: Es setzt zentrale Datenschutzrichtlinien durch, sorgt für einheitliche Protokollierung und Überwachung und unterstützt Prinzipien wie den „Least Privilege Access“. So lassen sich Compliance-Anforderungen zuverlässig erfüllen und Audits deutlich vereinfachen.

Was kommt als Nächstes?

SASE ist längst kein Thema mehr nur für Vorreiter. Laut einer aktuellen Marktstudie von Cybersecurity Insiders haben bereits 32 Prozent der Unternehmen SASE eingeführt, weitere 31 Prozent evaluieren gerade Lösungen, und 24 Prozent planen den Start innerhalb des nächsten Jahres. Die Botschaft ist klar: SASE entwickelt sich zum strategischen Fundament moderner IT-Sicherheit. Statt eine Vielzahl unkoordinierter Tools einzusetzen, setzen Unternehmen auf eine konsolidierte, zentral gesteuerte Architektur, die nahtlos zusammenarbeitet. Das macht den Betrieb einfacher, reduziert Risiken und schließt Lücken, die durch Tool-Wildwuchs entstehen können.

Fazit

SASE ist nicht nur eine Antwort auf aktuelle IT-Herausforderungen – es ist die Grundlage, um sicher, flexibel und zukunftsfähig zu arbeiten.