Botnet Hajime

Radware-Bericht: Botnet Hajime hat erhebliches Zerstörungspotential

, München, Radware | Autor: Pascal Geenens

Vom weißen zum schwarzen Ritter?

Der Cybersecurity-Spezialist Radware warnt vor dem immensen Zerstörungspotential des Botnets Hajime, das bisher einem sogenannten White Hat Hacker zugeordnet wird. Zwar habe der Entwickler des Bots diesen offensichtlich nach wie vor unter Kontrolle und bisher auch keine bösen Absichten erkennen lassen, so Radware, doch das Potential dieses Botnets sei verlockend. So könnten andere Hacker versuchen, Hajime zu hijacken und für ihre eigenen Zwecke zu gebrauchen. Zudem stelle sich die Frage, warum der Entwickler das Botnet so aggressiv ausbaut, wenn er damit keine bösen Absichten verfolgt.

Hajime fährt eigene Updates für neue Funktionalitäten

Hajime ist ein sehr ausgefeiltes, gut durchdachtes und flexibles Botnetz, das sich selbst updaten kann, um seinen "Mitgliedern" schnell und sicher neue Funktionalitäten zu verleihen.

Pascal Geenens, Security Evangelist DACH bei Radware

Es befällt wie Mirai IoT-Geräte mit offenen Telnet-Ports. Deutlich intelligenter als Mirai nutzt Hajime zwar ebenfalls Default Benutzernamen und Passwörter populärer IoT-Geräte, berücksichtigt dabei aber auch das Login Banner des Zielgeräts. So kann es Credentials wesentlich gezielter einsetzen und neue Geräte mit weniger Versuchen infizieren, was die Wahrscheinlichkeit einer temporären Sperre nach x Fehlversuchen deutlich reduziert. Zudem versucht Hajime, eventuell vorhandene Firewall-Regeln zu löschen, die dem ISP einen Zugriff ermöglichen – etwa zu Management- oder Update-Zwecken. Eine UPnP-IGD-Implementierung ermöglicht die Generierung dynamischer Port-Forwarding-Regeln in UpnP-fähigen Geräten, so dass Hajime auch in abgesicherten Heimnetzwerken effizient operieren kann.

Auch wenn bisher keine bösartigen Absichten erkennbar sind, warnt Radware vor einer Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten.

Hajime könnte benutzt werden für:

written and post by Herbert Wieler