Cyber Security Awareness Month

Phishing bekämpft man mit Scharfsinn und Prävention

, Check Point

Von Marco Eggerling, Chief Information Security Officer EMEA bei Check Point Software Technologies

Manchmal sind altbewährte Methoden die wirksamsten und das gilt auch für die Strategien von Cyberkriminellen. Obwohl sich deren Herangehensweisen stetig ändern und immer perfider werden, halten sie an einer bekannten Masche fest: dem Phishing. Obwohl die Taktik seit fast drei Jahrzehnten existiert, nimmt seine Verbreitung und Raffinesse weiter zu und stellt sowohl Einzelpersonen als auch Unternehmen vor große Herausforderungen. Anlässlich des Monats der Cybersicherheit ist es wichtig, einen genaueren Blick auf Phishing, die Auswirkungen und Strategien zur Bekämpfung zu werfen.

Marco Eggerling, Chief Information Security Officer EMEA

Beim Phishing geben sich Cyberkriminelle als vertrauenswürdige Unternehmen aus (auch „Brand Phishing“ genannt) und versenden betrügerische Nachrichten, die bösartige Downloads oder Links enthalten. Im letzten Quartal waren Walmart, Microsoft und Wells Fargo die am häufigsten nachgeahmten Marken – eine einleuchtende Taktik, denn weltbekannte Firmennamen erzeugen Vertrauen bei den Opfern. Ist ein Phishing-Angriff erfolgreich, können die Auswirkungen gravierend sein: kompromittierte Zugangsdaten, Malware-Infektionen, Datenschutzverletzungen und finanzieller Diebstahl.

Dass Phishing für diese Raubzüge ein veritables Mittel der Täter ist, zeigen auch die Zahlen: Im vergangenen Jahr stellten Phishing und Malspam über ein Fünftel aller Einfallsvektoren dar. Dabei darf nicht vergessen werden, dass Phishing oftmals nur der Wegbereiter der derzeit größten Bedrohung im digitalen Raum ist: Ransomware. Ein unachtsam angeklickter, verseuchter Link kann ausreichen, um Cyberkriminellen Zugang zum Endgerät eines Mitarbeiters und damit im nächsten Schritt zum Firmennetzwerk und dessen Verschlüsselung durch die bösartige Erpresser-Malware zu ermöglichen. Die Bedrohung scheint kein Ende zu nehmen. Phishing-Angriffe entwickeln sich weiter und gehen über herkömmliche E-Mails hinaus. Ganze 80 Prozent der Phishing-Websites zielen inzwischen auf mobile Geräte ab oder sind sowohl für Desktop- als auch für mobile Plattformen optimiert. Die Anfälligkeit von Einzelpersonen für Phishing-Angriffe per SMS ist deutlich höher: Die Wahrscheinlichkeit, darauf hereinzufallen, ist sechs bis zehnmal höher als bei Angriffen per E-Mail.

Phishing-Versuche durchschauen

Die erste Verteidigungslinie gegen Phishing ist die Sensibilisierung. Es ist wichtig, die Anzeichen einer Phishing-Nachricht frühzeitig zu erkennen. Während frühere Phishing-Versuche durch Rechtschreib- und Grammatikfehler gekennzeichnet waren, sind sie mit dem Aufkommen der künstlichen Intelligenz immer raffinierter geworden. Doch undurchschaubar sind Phishing-Mails dadurch noch lange nicht.

Hier sind einige Warnsignale, auf die man achten sollte, um Phishing-Mails zu identifizieren:

Betriebliche Maßnahmen helfen im Kampf gegen Phishing

Unternehmen können verschiedene Strategien anwenden, um das Phishing-Risiko zu verringern:

Wachsamkeit endet nicht mit dem Erkennen eines Phishing-Versuchs. Die Meldung solcher Versuche ist für den Kampf gegen Cyberkriminelle unerlässlich. Phishing-E-Mails können an die Anti-Phishing Working Group und Textnachrichten an SPAM (7726) gesendet werden. Auch die Federal Trade Commission bietet eine Plattform zur Meldung von Phishing-Versuchen .

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich die Cyber-Bedrohungen ständig weiterentwickeln und dass Aufklärung und proaktives Handeln nach wie vor die beste Verteidigung sind. Wer gängige Phishing-Maschen kennt, die Formulierungen von Phishing-Mails kritisch beäugt und vorsichtig mit den eigenen Login-Daten umgeht, kann die Schlupflöcher der Täter schließen. Im Monat des Cybersicherheitsbewusstseins sollten sich alle dazu verpflichten, informiert und wachsam zu bleiben. So kann man den Cyberkriminellen stets einen Schritt voraus sein und ihnen eine der wichtigsten Grundlagen für ihre illegalen Geschäfte entziehen: Den Faktor Mensch.

Weitere Informationen zu den meist imitierten Organisationen im letzten Quartal und aktuelle Zahlen zum Thema Phishing können Sie zudem dem Brand Phishing Report Q3 entnehmen.