Logistik

Logistik im Fadenkreuz: Wenn Partner und Personal zum Risiko für Cyberangriffe werden

, Sophos | Autor: Herbert Wieler

Digitale Vernetzung – Chance und Risiko zugleich

Eine aktuelle Befragung von Sophos zeigt: Die Logistikbranche hat erkannt, wie wichtig Cybersicherheit ist – doch viele Unternehmen bleiben anfällig. Fast 80 Prozent der befragten Betriebe waren bereits direkt oder indirekt Opfer eines Cyberangriffs – häufig über Schwachstellen in der Lieferkette oder durch menschliche Fehler.

Logistik im Visier

Die Logistik lebt von vernetzten Prozessen und partnerschaftlicher Zusammenarbeit. Doch genau diese enge Verzahnung macht sie auch verwundbar. Laut der Sophos-Studie berichten 40 Prozent der Unternehmen, dass Angriffe oder Ausfälle bei Partnern in der Lieferkette ihre eigenen Abläufe beeinträchtigt haben.

Was für Effizienz und Geschwindigkeit sorgt, kann also schnell zum Risiko werden: Eine einzige Sicherheitslücke bei einem Partner reicht aus, um ganze Lieferketten ins Wanken zu bringen.

Der Mensch bleibt die größte Schwachstelle

Neben technischen Angriffen ist und bleibt der menschliche Faktor eines der größten Sicherheitsrisiken. 81 Prozent der Befragten nennen Fehlverhalten oder mangelndes Bewusstsein für IT-Sicherheit als zentrale Gefahr. Hinzu kommt der Fachkräftemangel: Drei Viertel der Unternehmen geben an, dass ihnen qualifiziertes Personal für IT-Sicherheit fehlt – und damit wichtige Ressourcen, um Angriffe effektiv abzuwehren.

Regeln sind da – aber nicht immer wirksam

Viele Logistikunternehmen haben aus der Vergangenheit gelernt: Zwei Drittel der Betriebe haben inzwischen klare IT-Sicherheitsvorgaben für Partner und Subunternehmer vertraglich festgelegt. Doch nur ein Teil überprüft regelmäßig, ob diese Regeln auch eingehalten werden. Das Ergebnis: Zwischen Strategie und Praxis klafft eine gefährliche Lücke – Sicherheitsstandards existieren auf dem Papier, werden aber oft nicht konsequent kontrolliert.

„Ein Schwachpunkt kann die ganze Kette treffen“

„Die Logistik ist so eng vernetzt, dass ein einzelner Schwachpunkt die gesamte Kette treffen kann“, erklärt Michael Veit, Sicherheitsexperte bei Sophos. „Viele Unternehmen investieren inzwischen in Technik und Schulungen, aber die größte Herausforderung bleibt der Faktor Mensch – sowohl intern als auch bei den Partnern.“

Cybersicherheit – Chefsache in der Logistik

Die Studie zeigt deutlich: Cybersicherheit ist in der Logistik längst kein Randthema mehr. Während größere Unternehmen zunehmend spezialisierte Sicherheitsfunktionen aufbauen, liegt die Verantwortung in kleineren Betrieben oft noch direkt bei der Geschäftsführung oder der Bereichsleitung. Das verdeutlicht, wie unterschiedlich die Branche aufgestellt ist – und wie individuell die Wege zu mehr Schutz aussehen.

Handlungsempfehlungen für mehr Cybersicherheit in der Logistik

Zur Studie

Die Befragung wurde im September 2025 von techconsult im Auftrag von Sophos durchgeführt. Insgesamt nahmen 147 Fach- und Führungskräfte aus Logistikunternehmen in Deutschland teil – vom Mittelstand bis zum internationalen Konzern. Rund ein Drittel der Teilnehmenden stammt aus Betrieben mit über 1.000 Beschäftigten, weitere 20 Prozent aus Unternehmen mit 200 bis 499 Mitarbeitenden. Besonders stark vertreten waren die IT- und Führungsebenen: 28 % IT-Leitungen, 16 % Bereichsleitungen, 14 % CIOs und 9 % Geschäftsführungen.