Finanzwesen

KnowBe4-Bericht: Finanzinstitute bis zu 300-mal häufiger Ziel von Angriffen

, KnowBe4 | Autor: Herbert Wieler

Banken im Fadenkreuz: Mitarbeiterfehler bleibt das größte Einfallstor

Finanzinstitute stehen heute so stark unter Beschuss wie nie zuvor: Laut aktuellen Untersuchungen sind Banken und andere Finanzdienstleister bis zu 300-mal häufiger Ziel von Cyberangriffen als Unternehmen in anderen Branchen. Besonders alarmierend: Tests zeigen, dass fast jede zweite Mitarbeiterin oder jeder zweite Mitarbeiter in großen Banken anfällig für Phishing-Mails ist.

KnowBe4, die international führende Plattform für das Management menschlicher Risiken in der Cybersicherheit, hat ihren neuen Forschungsbericht „Financial Sector Threats Report “ veröffentlicht. Er macht deutlich, dass sich die Finanzbranche inmitten eines „perfekten Sturms“ befindet – bestehend aus KI-gestützten Angriffen, gestohlenen Zugangsdaten und Sicherheitslücken in der Lieferkette. Zusammengenommen bergen diese Faktoren ein systemisches Risiko für das weltweite Finanzsystem.

Die Ergebnisse sind besorgniserregend:

Cyberkriminelle setzen zunehmend auf KI-gestützte Tools wie FraudGPT oder ElevenLabs, um täuschend echte Phishing-Mails zu erstellen. Gleichzeitig verlassen sie das klassische Modell der Ransomware-Verschlüsselung und wenden sich Datendiebstahl und mehrstufigen Erpressungen zu. Dabei nutzen sie legitime Anmeldedaten, was die Erkennung ihrer Aktivitäten extrem erschwert. Laut der US-Notenbank könnte bereits ein eintägiger Ausfall im Zahlungsverkehr große Teile des globalen Bankennetzwerks ins Wanken bringen.

Zentrale Erkenntnisse des Berichts

„Die Angreifer haben die Spielregeln geändert“, sagt James McQuiggan, Security Awareness Advocate bei KnowBe4. „Statt auf Ransomware setzen sie zunehmend auf den Diebstahl gültiger Zugangsdaten – und bewegen sich damit weitgehend unbemerkt durch Systeme. Der entscheidende Kampf findet nicht in der Technik, sondern beim Menschen statt. Finanzinstitute müssen deshalb dringend in die Sicherheit ihrer Mitarbeitenden investieren, um diese Lücke zu schließen.“