Zugriffs-Zertifizierung

Inventur der Identitäten: Wie man Zugriffsrechte zertifiziert

, Omada

Zertifizierungskampagnen

Von Stephen Lowing, Vice President Marketing bei Omada

Zugriffs-Zertifizierung beschreibt die unabhängige Prüfung der Zugriffsrechte durch einen Auditor. Dieser untersucht, ob die den Benutzern gewährten Rechte wirklich notwendig sind. Ein gründlicher Prozess zur Zertifizierung des Benutzerzugriffs stellt sicher, dass die digitale Identität jedes Mitarbeiters nur die Berechtigungen hat, welche für die Erfüllung seiner Aufgaben nötig sind. So wird auch die Sicherheit der internen Daten gewährleistet.

Stephen Lowing, Vice President Marketing bei Omada

Wenn die Belegschaft wächst und sich immer weiter ausdehnt, können sich die Zugriffsanforderungen im Handumdrehen ändern. Unternehmen müssen auf der Hut sein, dass sie ihren Mitarbeitern, externen Auftragnehmern, Prüfern oder Saisonarbeitern nicht überhastet zu viele Zugriffsrechte für die Erfüllung ihrer Aufgaben einräumen, die gar nicht erforderlich sind.

Um ernsthafte Sicherheitsrisiken und versäumte Audits zu vermeiden, sollte jedes Unternehmen regelmäßige Zugriffs-Zertifizierungen durchführen. Dieser Artikel klärt, welche Bereiche im Unternehmen man hierbei besonders priorisieren sollte und welche Vorteile Zugriffs-Zertifizierungen IT-Sicherheitsverantwortlichen bieten können.

Wichtige Bereiche für die Zugriffskontrolle

Eine Liste über aktive Zugriffs-Berechtigungen und ein Plan zum Entfernen von Zugangsrechten, die nicht mehr benötigt werden, sind das Herzstück eines erfolgreichen IGA-Programms (Identity Governance and Administration). Dabei gibt es eine große Anzahl von Variablen, die bestimmen, welche Zugangsrechte und Berechtigungen gewährt werden sollten:

1. Geschäftsressourcen

Verschiedene Personen benötigen Zugang zu verschiedenen Arten von Anwendungen, sei es Infrastruktur wie Azure oder AWS, Datenbanken, Kommunikationsanwendungen wie Teams und Slack, CRMs wie Salesforce oder ITSM-Tools wie ServiceNow.

Ebenfalls gilt es zu beachten: Bestimmte Anwendungen sind nur für bestimmte Gruppen der Belegschaft erforderlich, während einige von ihnen von allen benötigt werden. Ein Beispiel für einen solchen gemeinsamen Nenner: Höchstwahrscheinlich benötigen alle Mitarbeiter in einer Organisation Zugang zu einem E-Mail-System.

2. Arbeitsorte

Je nachdem, wo die Mitarbeiter arbeiten, benötigen sie Zugang zu verschiedenen Dingen, beispielsweise zu physischen Standorten wie Büros. Ebenfalls denkbar ist, dass sie sich über verschiedene VPN-Standorte, geografische Untergruppen von Anwendungen oder bestimmte Kundendaten anmelden müssen, um die lokalen Datenschutzgesetze wie die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) einzuhalten.

3. Funktion oder Status des Arbeitsplatzes

Die Arbeitsplatzfunktion ist meist an die Rolle im Unternehmen gebunden. Eine Person, die an einem Fließband arbeitet, hat beispielsweise Zugriff auf fertigungsbezogene Systeme, während ein Back-Office-Mitarbeiter ganz andere Berechtigungen für die Finanz- und Buchhaltungsanwendungen des Unternehmens hat.

Eine weitere Variable könnte die Art des Beschäftigungsverhältnisses sein: Vollzeitbeschäftigte sollten andere Zugriffsrechte erhalten als Zeitarbeitskräfte und Zugang zu Ressourcen wie betrieblichen Leistungen haben. Es ist immer wichtig, Rollen und Kontexte als kritische Komponente für die kontinuierliche Verwaltung und Regelung von Zugriffsrechten zu identifizieren.

Diese Variablen, die oft kontextabhängig sind, können auch auf der Grundlage von Ereignissen gewährt werden: entweder regelmäßig auftretende und geplante oder solche, die kurzfristig eintreten. Beispiele dafür sind:

Vorteile einer regelmäßigen Zertifizierung des Zugriffsmanagements

Mit einer regelmäßigen Zertifizierung der Zugriffsverwaltung können Unternehmen überprüfen, ob die richtigen Personen weiterhin Zugriff auf die richtigen Ressourcen haben, um ihre Aufgaben zu erledigen – und gleichzeitig inaktive und stillgelegte Konten identifizieren.

Es ist unverzichtbar, die korrekte Zugriffszuweisung für die verschiedenen Geschäftsrollen zu validieren, damit die Sicherheits- und Compliance-Risiken im Unternehmen minimiert werden können.

Kampagnen zur Zugriffs-Zertifizierung

Unternehmen brauchen die Möglichkeiten, kontinuierlich zu zertifizieren. Nur so können Zugriffsrechte sicher verwaltet werden und sichergestellt werden, ob diese überhaupt weiterhin benötigt werden.

Bei der Erstellung von Zertifizierungskampagnen sollten Organisationen Folgendes anstreben:

Wer Zertifizierungskampagnen ernst nimmt und regelmäßig durchführt, stellt nicht nur die Compliance-Treue und Einhaltung gesetzlicher Regularien sicher, sondern schützt auch wertvolle Kunden- und Unternehmensdaten. Selbst wenn Cyberkriminelle im schlechtesten Falle Login-Daten erlangen und korrumpieren, werden ihnen so durch zuvor geringstmöglich vergebene Zugriffsrechte frühzeitig die Wege abgeschnitten.