Cybercrime

Group-IB veröffentlicht neuen Hightech-Crime-Report: Europa unter Druck

, Group-IB | Autor: Herbert Wieler

Prävention und Bekämpfung digitaler Kriminalität

Group-IB, ein führendes Unternehmen im Bereich Cybersicherheit zur Untersuchung, Prävention und Bekämpfung digitaler Kriminalität, präsentiert seinen neuesten Hightech-Crime-Report 2025 . Der Bericht liefert umfassende Einblicke in die globale und regionale Bedrohungslandschaft und basiert auf eigenen Forschungsergebnissen, realen Cyberermittlungen sowie Erkenntnissen des internationalen Netzwerks der Digital Crime Resistance Centers (DCRCs) von Group-IB.

Steigender Hacktivismus durch geopolitische Spannungen

Die wachsenden geopolitischen Konflikte treiben die Zahl staatlich unterstützter Advanced Persistent Threats (APTs) in die Höhe – mit einem Anstieg von 58 % gegenüber 2023. Insbesondere in Europa (+18,24 %) sowie im Nahen Osten und Afrika (+4,27 %) haben sich diese Bedrohungen intensiviert. Staatliche und militärische Einrichtungen (15,50 %), die verarbeitende Industrie (4,80 %), Finanzdienstleister (3,80 %) und die IT-Branche (3,50 %) zählen zu den Hauptzielen. Gleichzeitig nimmt der Hacktivismus weiter zu. Die Ukraine war mit 16,9 % der Attacken das am häufigsten betroffene Land in Europa, wobei vor allem Regierungs- und Militäreinrichtungen (22 %) sowie Finanzdienstleister (14,4 %) ins Visier gerieten. Global gesehen lag Russland mit 5 % der Attacken sogar vor der Ukraine (3,5 %), was die Intensität des digitalen Konflikts widerspiegelt.

Boom bei Ransomware-as-a-Service (RaaS)

Der RaaS-Markt wächst rasant: 2024 stieg die Zahl der RaaS-Angebote für neue Partner um 44 %. Die steigende Nachfrage zeigt sich auch an der Zunahme von Angriffen, die auf sogenannten Data Leak Sites (DLS) veröffentlicht wurden (+10 %). LockBit und RansomHub dominieren die Ransomware-Szene in Europa und weltweit, indem sie ihre Netzwerke ausweiten, um möglichst hohe Profite zu erzielen. Besonders die verarbeitende Industrie bleibt ein primäres Ziel, da Angriffe auf Lieferketten massive Auswirkungen auf nachgelagerte Unternehmen haben.

Finanzdienstleister im Visier von Scams und Phishing

Betrug nimmt weiter zu: 2024 wurden weltweit mehr als 200.000 Scam-Versuche registriert, mit einem Anstieg von 22 % gegenüber dem Vorjahr. In Europa war der Finanzsektor mit 34 % der Fälle am stärksten betroffen, gefolgt vom Transportwesen (25 %) sowie dem Regierungs- und Militärsektor (17 %). Die Betrugsmaschen reichten von Anlagebetrug über Love Scamming bis hin zu Fake-Support-Anrufen.

Auch Phishing-Angriffe sind auf dem Vormarsch: 2024 wurden weltweit über 80.000 Phishing-Websites identifiziert – ein Anstieg von 22 %. Besonders betroffen war die europäische Tourismusbranche, die 57,6 % der regionalen Phishing-Angriffe verzeichnete. Cyberkriminelle nutzen zunehmend KI-generierte Deepfakes, um Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen und sensible Daten abzugreifen.

Darkweb: Wachstum durch Datenlecks und gestohlene Unternehmenszugänge

Das Darkweb floriert, insbesondere durch den Handel mit gestohlenen Unternehmenszugängen. Group-IB verzeichnete 2024 einen Anstieg um 15 % bei den Aktivitäten sogenannter Initial Access Brokers (IABs), in Europa sogar um 32 %. Besonders das Vereinigte Königreich war mit 19,5 % der Fälle ein Hauptziel. Parallel dazu wuchs der Schwarzmarkt für gestohlene Daten rasant: Mehr als 6,4 Milliarden Datensätze – darunter E-Mail-Adressen, Passwörter und Finanzdaten – wurden allein 2024 geleakt, wodurch Angreifer leichter in Unternehmensnetzwerke eindringen konnten.

Schlussfolgerung: Unternehmen müssen proaktiver handeln

„Unser Report zeigt, dass die dunkle Cyberwirtschaft unaufhaltsam wächst und zunehmend von geopolitischer Instabilität angetrieben wird“, sagt Dmitry Volkov, CEO von Group-IB . „Cyberkriminelle setzen immer ausgefeiltere Methoden ein, um kritische Infrastrukturen und Unternehmen weltweit anzugreifen. APTs, Datenschutzverletzungen, Phishing und Ransomware sind nicht isolierte Phänomene – sie verstärken sich gegenseitig und bilden ein global vernetztes Bedrohungssystem. Es ist höchste Zeit für Unternehmen, jetzt proaktive Maßnahmen zu ergreifen, um den Angreifern einen Schritt voraus zu sein.“