Privacy UX

Gartner positioniert Veeam als Leader im ersten Magic Quadrant für Privacy UX

, Veeam | Autor: Herbert Wieler

Datenschutz für Backups und KI-Daten

Datenschutz endet nicht mit der Speicherung personenbezogener Daten und auch nicht mit deren Löschung aus produktiven Systemen. Gerade Backup-Umgebungen entwickeln sich zur Herausforderung, weil sensible Informationen dort häufig länger erhalten bleiben und Datenschutzvorgaben nur eingeschränkt greifen. Mit dem ersten Gartner Magic Quadrant für Privacy UX rückt ein Marktsegment in den Fokus, das Datenschutz, Datensicherheit und Governance über den gesamten Datenlebenszyklus miteinander verbinden soll.

Das Marktforschungsunternehmen Gartner hat Veeam im erstmals veröffentlichten Magic Quadrant für Privacy UX als „Leader“ positioniert. Bewertet wurden die Anbieter anhand ihrer Umsetzungsfähigkeit und der Vollständigkeit ihrer strategischen Vision.

Die Einstufung unterstreicht die zunehmende Bedeutung eines integrierten Datenschutzmanagements, das nicht nur produktive Datenbestände berücksichtigt, sondern auch Sicherheitskopien, Identitäten und Zugriffsrechte einbezieht.

Datenschutz muss auch für Backup-Daten gelten

Unternehmen stehen vor der Herausforderung, personenbezogene Daten über unterschiedliche Systeme, Cloud-Umgebungen und Speicherorte hinweg zu kontrollieren. Während Datenschutzrichtlinien in produktiven Anwendungen vergleichsweise gut durchgesetzt werden können, entstehen bei Backups häufig zusätzliche Risiken.

Personenbezogene Informationen bleiben dort unter Umständen erhalten, obwohl sie in den ursprünglichen Systemen bereits gelöscht oder verändert wurden. Gleichzeitig müssen Unternehmen sicherstellen, dass sie im Falle eines Cyberangriffs geschäftskritische Daten wiederherstellen können, ohne dabei gegen geltende Datenschutzvorgaben zu verstoßen.

Anand Eswaran, CEO von Veeam

Genau an dieser Schnittstelle zwischen Datenschutz und Cyberresilienz setzt Veeam an. Das Unternehmen verfolgt einen Ansatz, der Datensicherheit, Governance, Datenschutz, Compliance und Wiederherstellbarkeit miteinander verbindet.

Ziel ist es, Unternehmen einen umfassenden Überblick darüber zu verschaffen, wo personenbezogene Daten gespeichert sind, wer darauf zugreifen kann und wie diese Informationen genutzt werden.

„Man kann nicht schützen, was man nicht versteht, und man kann keinen Datenschutz versprechen, den man nicht nachweisen kann“, erklärt Anand Eswaran, CEO von Veeam . Datenschutz müsse für jede Datenkopie gelten, unabhängig davon, ob sie sich in einer produktiven Umgebung oder in einem Backup befinde.

DataAI Command Platform verbindet Datenschutz und Governance

Die aktuelle Gartner-Einstufung folgt auf eine strategische Erweiterung des Veeam-Portfolios. Mit der Übernahme von Securiti AI im Dezember 2025 und der Einführung der DataAI Command Platform hat der Anbieter seine Kompetenzen im Bereich Datenschutz und Data Governance ausgebaut.

Im Mittelpunkt steht die Zusammenführung bislang häufig isolierter Funktionen. Datenschutz soll damit nicht länger ausschließlich als regulatorische Verpflichtung betrachtet werden, sondern als kontinuierlicher Bestandteil des Datenmanagements. Dafür kombiniert Veeam mehrere technologische Ansätze.

DataAI Privacy: Datenschutzrichtlinien automatisiert durchsetzen

DataAI Privacy ermöglicht nach Angaben des Unternehmens die automatisierte Durchsetzung von Datenschutzrichtlinien direkt an der Datenquelle. Dabei werden unter anderem Benutzeridentitäten und unterschiedliche regulatorische Anforderungen berücksichtigt.

Technologische Grundlage ist ein sogenannter People Data Graph, der Beziehungen zwischen personenbezogenen Informationen, Identitäten und Datenbeständen sichtbar macht. Strukturierte und unstrukturierte Daten lassen sich dadurch auch in hybriden Multi-Cloud-Umgebungen miteinander verknüpfen. Unternehmen sollen so schneller erkennen können, welche personenbezogenen Informationen vorhanden sind und welche Datenschutzanforderungen für diese gelten.

DataAI Command Graph: Sicherheitskopien in den Datenschutz einbeziehen

Eine zentrale Rolle spielt der DataAI Command Graph . Die Technologie erweitert Data Security Posture Management (DSPM) und Datenklassifizierung auf produktive Systeme und Backup-Umgebungen.

Damit adressiert Veeam eine Schwachstelle vieler Datenschutzstrategien: Sicherheitskopien enthalten häufig sensible Daten, die unabhängig von Änderungen oder Löschvorgängen in produktiven Systemen weiterbestehen.

Die einheitliche Klassifizierung soll helfen, solche Datenbestände zu identifizieren, Risiken zu bewerten und Datenschutzrichtlinien konsistenter umzusetzen.

Gleichzeitig unterstützt die Plattform eine priorisierte Wiederherstellung. Nach einem Sicherheitsvorfall können Unternehmen dadurch besonders schützenswerte oder geschäftskritische Informationen gezielt berücksichtigen.

DataAI Compliance: Regulatorische Nachweise vereinfachen

Mit DataAI Compliance erweitert Veeam den Ansatz auf regulatorische Anforderungen. Die Lösung ordnet Sicherheits- und Datenschutzkontrollen mehr als 100 regulatorischen Rahmenwerken zu, darunter die DSGVO, DORA und den EU AI Act. Für Datenschutzbeauftragte, Compliance-Verantwortliche und IT-Sicherheitsteams soll dadurch ein nachvollziehbarer Prüfpfad entstehen.

Statt Nachweise erst im Rahmen eines Audits zusammenzutragen, sollen Unternehmen kontinuierlich dokumentieren können, welche Kontrollen implementiert sind und wie sensible Daten behandelt werden.

Warum Privacy UX für Unternehmen wichtiger wird

Mit der erstmaligen Aufnahme von Privacy UX in einen eigenen Magic Quadrant trägt Gartner der wachsenden Bedeutung dieses Marktsegments Rechnung.

Für Unternehmen geht es dabei um mehr als die Verwaltung von Einwilligungen oder die Bearbeitung datenschutzrechtlicher Auskunftsersuchen. Entscheidend ist zunehmend, Datenschutzanforderungen technisch durchzusetzen und ihre Einhaltung über komplexe Datenlandschaften hinweg nachweisen zu können.

Besonders anspruchsvoll wird dies durch die zunehmende Nutzung künstlicher Intelligenz. KI-Anwendungen und autonome Agenten benötigen Zugriff auf große Datenbestände. Gleichzeitig müssen Unternehmen kontrollieren, welche personenbezogenen Informationen verarbeitet werden dürfen und welche Zugriffsrechte gelten. Hinzu kommen regulatorische Vorgaben, die eine nachvollziehbare Datenverarbeitung, geeignete Schutzmaßnahmen und belastbare Kontrollmechanismen verlangen.

Die Verbindung von Datenschutzmanagement, DSPM, Identitätsinformationen und Backup-Sicherheit kann hier dazu beitragen, Transparenz zu schaffen und bislang getrennte Prozesse zusammenzuführen.

Datenschutz und Cyberresilienz wachsen zusammen

Die Gartner-Positionierung von Veeam zeigt vor allem, wie sich die Anforderungen an den Umgang mit Unternehmensdaten verändern. Datenschutz, Datensicherheit und Wiederherstellbarkeit lassen sich immer weniger unabhängig voneinander betrachten. Eine technisch erfolgreiche Wiederherstellung nach einem Cyberangriff reicht beispielsweise nicht aus, wenn dadurch personenbezogene Informationen erneut verfügbar werden, die aus regulatorischen Gründen bereits gelöscht sein müssten.

Umgekehrt müssen Datenschutzmaßnahmen so gestaltet sein, dass sie die Geschäftskontinuität und die Wiederherstellung kritischer Systeme nicht gefährden. Der entscheidende Fortschritt liegt deshalb nicht allein in zusätzlichen Datenschutzfunktionen, sondern in ihrer Integration in die bestehende Daten- und Sicherheitsarchitektur.

Für Unternehmen entsteht daraus eine strategische Aufgabe: Sie müssen nicht nur wissen, welche Daten sie besitzen und wo diese gespeichert sind. Sie müssen auch nachvollziehen können, wie sich Datenschutzrichtlinien auf sämtliche Datenkopien auswirken und wie diese Vorgaben selbst im Krisenfall eingehalten werden können.