Security Testing

Fraunhofer Projekt IntelliSecTest will IT-Sicherheit schnell und einfach prüfen

, München, Fraunhofer | Autor: Herbert Wieler

Komplexe Softwaresysteme sind beides: Wichtige Grundlage unserer vernetzten Industrie und gleichzeitig Sicherheitsrisiko. Regelmäßige Kontrollen garantieren Unternehmen die Sicherheit ihrer IT-Systeme. Aber: Die raffinierten Tests sind technisch aufwendig und erfordern hohes Expertenwissen. Im Forschungsprojekt IntelliSecTest schließen sich vier Fraunhofer-Institute zusammen, um effiziente, kostengünstige und leicht anwendbare Security-Testings zu entwickeln.

„Unsere Vision ist ein IT-Sicherheitstest, der aktuellste Testmethoden kombiniert und damit unterschiedlichste Sicherheitsrisiken zuverlässig aufdeckt. Unternehmen erhalten verständliche Analyseberichte, um auch ohne eigene Software-Experten eine Ersteinschätzung in puncto IT-Security zu fällen“, schildert Prof. Eric Bodden (Direktor Forschungsbereich Softwaretechnik und IT-Sicherheit am Fraunhofer IEM und Leiter des Lehrstuhls Softwaretechnik am Heinz Nixdorf Institut der Universität Paderborn) das Ziel des Forschungsprojektes IntelliSecTest. Betriebe ohne eigene IT-Expertise gewinnen mit dem Security-Testing-Werkzeug ein Stück Unabhängigkeit und Eigenkontrolle. Aber auch Zertifizierern oder Herstellern von Software wird das Testwerkzeug die Arbeit deutlich erleichtern.

Anspruchsvolle Vorlaufforschung mit Praxisblick

Bis das Security-Testing einsatzbereit ist, steht den beteiligten Fraunhofer-Instituten AISEC, IEM, FKIE und FOKUS eine voraussichtlich dreijährige Entwicklungsphase bevor, in der sie von der Fraunhofer-Gesellschaft mit 3,5 Millionen Euro gefördert werden. Die Forschungsinstitute strukturieren und kombinieren zunächst aktuelle Test-Technologien: Dazu sollen die statische und die dynamische Codeanalyse mit Techniken der Testfallgenerierung zu einer vollautomatischen, intelligenten Testing-Software, einem sogenannten Fuzzer, verbunden werden. Mit Methoden der Künstlichen Intelligenz werden alle Ansätze zu einem wirkungsvollen Werkzeug verknüpft.

Das künftige Security-Testing ermöglicht eine automatisierte statische und dynamische Analyse von IT-Systemen. Stärke des Werkzeugs, das im White Box-Verfahren direkt den Quellcode betrachtet, ist das präzise Erkennen von Softwareschwachstellen in C/C++-Programmcode. Als weiteres Plus planen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verständlich aufbereitete Analyseberichte, die auch Nicht-IT-Experten eine effiziente und kostengünstige Beurteilung von Sicherheitsrisiken direkt im Programmcode ermöglichen.

Die Partner: IT-Expertise aus vier Fraunhofer-Instituten

Um das Testing-Werkzeug mit den aktuellsten Technologien aus der IT-Security-Forschung auszustatten, bündeln im Projekt IntelliSecTest vier Fraunhofer-Institute ihre Kompetenzen.

Hochkarätiger Begleitkreis

Das Projekt IntelliSecTest arbeitet mit einem externen Begleitkreis mit Vertretern aus Politik, Industrie und Forschung zusammen. Die Mitglieder sind

PREPARE: Vorlaufforschung bei Fraunhofer

Das Projekt IntelliSecTest wird mit 3,5 Millionen Euro über drei Jahre im Fraunhofer-Programm PREPARE gefördert. Bemerkenswert ist, dass IntelliSecTest seit längerer Zeit das erste reine Softwareprojekt in der Förderlinie ist. PREPARE ist eine Förderlinie der Fraunhofer-Gesellschaft mit dem Ziel der institutsübergreifenden, anspruchsvollen Vorlaufforschung zur Vorbereitung neuer Geschäftsfelder, PREPARE startet 2020 mit den ersten zwölf Projekten. Das Projektvolumen beträgt insgesamt 37,4 Millionen Euro.