Bedrohungslage

Digitale Bedrohungslage verschärft sich weiter: 14 Prozent mehr Angriffe in Deutschland

, Check Point | Autor: Herbert Wieler

Check Point Cyber Security Report 2026

Check Point hat die 14. Ausgabe seines Cyber Security Reports veröffentlicht. Die Analyse fasst die weltweiten Cyber-Bedrohungen des Jahres 2025 zusammen und vergleicht sie mit den Entwicklungen aus 2024. Das zentrale Ergebnis: Die Bedrohungslage verschärft sich weiter – auch und gerade in der DACH-Region.

Der Bildungssektor gerät besonders stark unter Druck – mit 235 Prozent mehr Angriffen als der nationale Durchschnitt. Automatisierung, KI und Social Engineering sorgen für eine nie dagewesene Angriffsdynamik über mehrere Kanäle hinweg

Mehr Angriffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz

In Deutschland waren Unternehmen im Jahr 2025 im Schnitt 1.223 Cyber-Angriffen pro Woche ausgesetzt. Das entspricht einem Anstieg von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch Österreich verzeichnete ein deutliches Plus von 12 Prozent auf 1.665 Angriffe pro Woche. Die Schweiz kommt mit 1.138 wöchentlichen Attacken und einem Plus von sechs Prozent vergleichsweise glimpflich davon, liegt damit aber ebenfalls über dem Niveau von 2024.

Weltweit stieg die Zahl der Angriffe noch stärker: Unternehmen waren im vergangenen Jahr durchschnittlich 1.968 Cyber-Attacken pro Woche ausgesetzt – 18 Prozent mehr als 2024 und sogar 70 Prozent mehr als 2023. Treiber dieser Entwicklung sind vor allem Automatisierung und Künstliche Intelligenz, die es Angreifern ermöglichen, schneller, gezielter und gleichzeitig über mehrere Angriffsflächen hinweg vorzugehen.

KI verändert die Spielregeln der Cybersicherheit

Thomas Boele, Regional Director Sales Engineering, CER / DACH bei Check Point

Künstliche Intelligenz sorgt in der IT-Sicherheit für einen der tiefgreifendsten Umbrüche, die die Branche je erlebt hat. Fähigkeiten, die früher hochspezialisierten Angreifer Gruppen vorbehalten waren, stehen heute einer breiten Masse zur Verfügung. Das Ergebnis sind hochgradig personalisierte, koordinierte und skalierbare Angriffe – unabhängig von der Größe des Zielunternehmens. „KI verändert nicht nur die Menge der Angriffe, sondern deren Mechanik“, erklärt Thomas Boele, Regional Director Sales Engineering CER/DACH bei Check Point Software Technologies. „Wir sehen einen klaren Übergang von manuellen Angriffen hin zu stark automatisierten – und erste Anzeichen vollständig autonomer Kampagnen. Um darauf reagieren zu können, müssen Unternehmen ihre Sicherheitsstrategien grundlegend überdenken. Entscheidend ist, Bedrohungen zu stoppen, bevor sie sich im Netzwerk ausbreiten.“

Deutschland im Fokus – Bildungssektor besonders betroffen

Abbildung: Durchschnittliche weltweite Anzahl wöchentlicher Cyber-Angriffe nach Ländern im Jahr 2025 verglichen mit 2024 (Quelle: Check Point Software Technologies Ltd.)

Für deutsche Unternehmen brachte 2025 keine Entlastung. Zwar liegt Deutschland im internationalen Vergleich hinter Ländern wie den USA (1.434 Angriffe pro Woche, +23 Prozent) oder Großbritannien (1.279, +23 Prozent), dennoch belegt es Platz elf der weltweit meistangegriffenen Länder. Besonders alarmierend ist die Lage im Bildungssektor: Mit durchschnittlich 2.885 Angriffen pro Woche und Einrichtung ist er mit Abstand das häufigste Ziel von Cyber-Kriminellen – 235 Prozent mehr als der deutsche Durchschnitt. Die Gründe liegen auf der Hand: große Mengen sensibler Daten, oft veraltete IT-Strukturen und chronischer Mangel an Security-Ressourcen. Es folgen:

Die zehn meistangegriffenen Sektoren in Deutschland (Ø Angriffe/Woche):

  1. Bildung – 2.885
  2. Energie & Versorgung – 2.011
  3. Telekommunikation – 1.932
  4. Biotechnologie & Pharma – 1.686
  5. Gesundheitswesen – 1.617
  6. Automobilindustrie – 1.573
  7. Medien & Unterhaltung – 1.557
  8. Bauwesen & Ingenieurwesen – 1.536
  9. Informationstechnologie – 1.453
  10. Unternehmensdienstleistungen – 1.397

Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Cyber Security Report 2026

Der Report zeigt eine klare Verschiebung hin zu integrierten Angriffskampagnen, die mehrere Kanäle gleichzeitig nutzen und Täuschung mit maschineller Automatisierung kombinieren. Die zentralen Trends im Überblick:

Was Unternehmen jetzt tun sollten

Der Cyber Security Report 2026 macht deutlich: Reaktionsgeschwindigkeit allein reicht nicht mehr aus. Sicherheit muss neu gedacht werden – mit Prävention als Leitprinzip. Check Point empfiehlt unter anderem: