Netzwerkdiagnosen
Cybersecurity beginnt im Netzwerk: Netzwerkdiagnosen reduzieren Sicherheitsrisiken
Warum Unternehmen ihre Infrastruktur regelmäßig prüfen sollten
Cybersecurity beginnt nicht erst bei Firewall, Virenschutz oder der Erkennung eines verdächtigen Login-Versuchs. Auch die technische Infrastruktur eines Unternehmens muss zuverlässig funktionieren und bekannt sein. Fehlerhafte Verbindungen, nicht dokumentierte Komponenten oder veraltete Netzwerkgeräte können die Verfügbarkeit beeinträchtigen und die Fehlersuche nach einem Sicherheitsvorfall erschweren. Eine regelmäßige Überprüfung des Netzwerks gehört genau aus diesem Grund zu einer idealen Sicherheitsstrategie.
Welche Probleme eine Netzwerkprüfung aufdecken kann
Nicht jede Schwachstelle im Netzwerk ist automatisch eine Sicherheitslücke. Technische Fehler können aber sicherlich die Verfügbarkeit von Systemen beeinträchtigen oder dazu führen, dass Probleme bei der Fehlersuche an anderer Stelle vermutet werden. Eine Prüfung der Verkabelung kann beispielsweise zeigen, ob Adern unterbrochen oder falsch aufgelegt sind, ob ein Kurzschluss vorliegt oder ob eine Verbindung nicht der vorgesehenen Belegung entspricht.
Für die Kontrolle solcher Verbindungen können beispielsweise Netzwerktester von RS eingesetzt werden. Eine solche Prüfung ersetzt keine professionelle Sicherheitsanalyse. Sie bildet vielmehr eine technische Grundlage für eine verlässliche Infrastruktur. Erst wenn bekannt ist, wie das Netzwerk aufgebaut ist und ob die grundlegenden Verbindungen funktionieren, lassen sich weiterführende Sicherheitsmaßnahmen sinnvoll planen.
Das ist insbesondere dann relevant, wenn neue Arbeitsplätze, Netzwerkgeräte oder andere Komponenten in bestehende Strukturen integriert werden.
Warum die Netzwerkinfrastruktur für die Sicherheit relevant ist
Unternehmensnetzwerke verbinden mehr als klassische Arbeitsplatzrechner. Server, Drucker, VoIP-Telefone, Kameras, Produktionsanlagen, WLAN-Komponenten und IoT-Geräte können Teil derselben Infrastruktur sein. Und mit jeder zusätzlichen Verbindung wächst auch die Zahl der Komponenten, die IT-Verantwortliche im Blick behalten müssen.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt Unternehmen, sich einen Überblick über ihre IT-Infrastruktur zu verschaffen und Cyber-Risiken kontinuierlich zu erfassen. Cybersecurity sollte demnach nicht aus einzelnen Maßnahmen bestehen, sondern in ein umfassendes Sicherheitskonzept eingebettet sein.
Dazu gehört auch die Frage, welche Geräte tatsächlich mit dem Unternehmensnetz verbunden sind und ob die dafür vorgesehenen Verbindungen einwandfrei funktionieren. Eine saubere Dokumentation erleichtert es, Abweichungen zu erkennen und im Ernstfall schneller zu reagieren.
Netzwerkbestand regelmäßig erfassen
Ein häufiger Ausgangspunkt für Sicherheitsprobleme ist fehlende Übersicht. In einem über Jahre gewachsenen Unternehmensnetzwerk können Geräte hinzukommen, während alte Komponenten weiterhin angeschlossen bleiben. Auch Änderungen an der Verkabelung werden nicht immer vollständig dokumentiert.
Für die IT-Abteilung lohnt es sich deshalb, regelmäßig zu überprüfen:
- Welche Netzwerkgeräte sind vorhanden?
- Welche Anschlüsse und Verbindungen werden tatsächlich genutzt?
- Welche Geräte gehören zu welchen Netzwerksegmenten?
- Sind Änderungen an der Verkabelung dokumentiert?
- Gibt es nicht mehr benötigte oder unbekannte Komponenten?
- Sind Switches, Router und andere Netzwerkgeräte noch mit aktuellen Firmware-Versionen ausgestattet?
Gerade bei größeren Netzwerken sollte diese Bestandsaufnahme nicht nur einmalig erfolgen.
Physische und digitale Sicherheit zusammendenken
Ein funktionierendes Kabel allein macht ein Unternehmensnetzwerk selbstverständlich noch nicht sicher. Firewall-Regeln, Zugriffskontrollen, sichere Authentifizierung, Updates, Verschlüsselung und Netzwerksegmentierung sind praktisch genauso wichtig.
Dennoch sollten Unternehmen die verschiedenen Ebenen nicht isoliert betrachten. Ein ganzheitliches IT-Sicherheitskonzept verbindet technische, organisatorische und personelle Maßnahmen. Deutschland sicher im Netz (DsiN) weist ebenfalls auf die Bedeutung eines IT-Sicherheitskonzepts und etablierter Sicherheitsstandards für Unternehmen hin.
Bei der Netzwerksegmentierung kann beispielsweise festgelegt werden, welche Systeme miteinander kommunizieren dürfen. So lassen sich etwa Büroarbeitsplätze, Gäste-WLAN, Server und bestimmte Produktionssysteme voneinander trennen. Das begrenzt im Idealfall die Auswirkungen eines kompromittierten Geräts.
Regelmäßige Prüfungen erleichtern die Fehlersuche
Netzwerkprobleme werden in der Praxis manchmal auch erst bemerkt, wenn ein Gerät keine Verbindung mehr aufbaut oder Anwendungen ungewöhnlich langsam reagieren. Je länger die Ursache unbekannt bleibt, desto größer kann der Aufwand für die Fehlersuche werden.
Eine dokumentierte und regelmäßig überprüfte Infrastruktur schafft hier eine bessere Ausgangslage. Wenn bekannt ist, welche Verbindung zwischen zwei Komponenten besteht und wann sie zuletzt geprüft wurde, lassen sich Fehler systematischer eingrenzen.
Das ist auch für die Reaktion auf Cybervorfälle relevant. Eine aktuelle Übersicht über Systeme, Verbindungen und Datenströme kann IT-Verantwortlichen helfen, betroffene Komponenten viel schneller zu identifizieren und gegebenenfalls gezielt vom Netz zu trennen.
Fazit
Cybersecurity umfasst mehr als die Abwehr von Schadsoftware und Angriffen aus dem Internet. Auch die technische Grundlage eines Unternehmensnetzwerks sollte von Anfang an zuverlässig, nachvollziehbar und möglichst vollständig dokumentiert sein. Und regelmäßige Netzwerkdiagnosen können dabei helfen, grundlegende technische Fehler früh zu erkennen und die Fehlersuche zu vereinfachen.