Ethical Hacking
Cyberangriffe auf Unternehmen: Warum nicht jeder Angriff gefährlich ist
White-Hat-Hacker: Sicherheitscheck statt Sicherheitsrisiko
87 Prozent der Unternehmen in Deutschland wurden innerhalb von zwölf Monaten Opfer mindestens eines Cyberangriffs. Weitere zehn Prozent vermuteten eine Attacke. Ein erschreckendes Ergebnis, das die Bitkom-Studie „Wirtschaftsschutz 2025“ offenlegte.
Allerdings handelt es sich nicht bei jedem Hackerangriff um eine Gefahr – egal, ob für Daten oder die allgemeine Unternehmenssicherheit. Im Gegenteil. Nimmt ein sogenannter White-Hat-Hacker die IT-Struktur eines Betriebs ins Visier, geschieht das vielmehr zu dessen Schutz.
Wie ethisches Hacking den Cyberschutz im Unternehmen verbessern kann
89 Prozent der deutschen Unternehmen fühlen sich durch die zunehmenden Attacken von Cyberkriminellen bedroht. Auch das konnte die 2025 veröffentlichte Bitkom-Studie , die ein Lagebild der deutschen Wirtschaft zeichnet, aufdecken.
Die Angst vor einem Hackerangriff verwundert dabei nicht, kann sie doch enorme finanzielle Schäden nach sich ziehen. So überstieg der Schaden durch Cyberattacken auf die deutsche Unternehmenswelt 2025 erstmals die 200-Milliarden-Euro-Marke.
Wie und mit welchen Tricks Cyberkriminelle dabei bei ihren Stör-, Diebstahl- und Sabotageversuchen arbeiten, lässt sich unter anderem in einem kostenlosen Penetration Testing Wiki nachlesen.
Für Unternehmen wichtig zu wissen: Nicht jeder Hackerangriff ist existenzgefährdend. So kann er ebenfalls zum Einsatz kommen, um die unternehmenseigene IT-Sicherheit auf Herz und Nieren zu prüfen. Genau das geschieht beim sogenannten ethischen Hacking.
White-Hat-Hacker können IT-Sicherheitslücken aufdecken und schließen
Zwar nehmen Cyberangriffe auf die Unternehmen in der Bundesrepublik sowohl in der Anzahl als auch in der Intensität zu. Dennoch setzt sich die Mehrzahl der Firmen nur mit den drohenden Folgen auseinander. Die Hintergründe des Hackings bleiben für sie ein sprichwörtliches Buch mit sieben Siegeln. Dabei lässt sich bei einem genauen Blick feststellen: Hacker ist nicht gleich Hacker.
So arbeiten White-Hat-Hacker zwar mit den gleichen Angriffsmethoden wie ihre Black-Hat-Pendants. Allerdings sind sie im Gegensatz zu diesen keine Cyberkriminellen. Schließlich handeln sie im Auftrag der Unternehmen und setzen es sich zum Ziel, selbst kleine Sicherheitslücken ausfindig zu machen und zu eliminieren.
Das ethische Hacking ist dementsprechend der kontrollierte – und vor allem legale – Versuch, die IT-Sicherheit eines Betriebs zu umgehen. Werden dabei Schwachstellen aufgedeckt, kann ein umfassender Bericht darüber an den Auftraggeber weitergeleitet werden. In diesem klären professionelle White-Hat-Hacker nicht nur über die gefundenen Sicherheitslücken auf. Sie geben ebenfalls fundierte Ratschläge, um diese zu schließen.
White-Hat-Hacking funktioniert ähnlich wie eine Impfung
Der Cyberangriff eines White-Hat-Hackers auf ein Unternehmen lässt sich dabei im weitesten Sinne mit einer Impfung gegen einen Virus vergleichen. So werden beim ethischen Hacking verschiedene Methoden angewendet, um die Cyberschutzmechanismen der anvisierten Firma oder Behörde zu umgehen.
Hierbei können unter anderem umfassende Analysen der vorhandenen Netzinfrastrukturen sowie sogenannte Social-Engineering-Tests zum Einsatz kommen. Das Ziel besteht darin, die Wehrfähigkeit eines Unternehmens gegenüber möglichen Cyberattacken realistisch einschätzen zu können.
So sind die White-Hat-Hackerangriffe im übertragenen Sinn der Impfstoff, der den Organismus – also das Unternehmenssystem – durch gezielte Angriffe dazu animiert, Antikörper zu bilden. Gemeint sind damit feste Sicherheitsstrukturen, die einem echten Hackerangriff standhalten können.
Cyberangriffe sind längst mehrdimensional
Dass sich Hackerattacken längst nicht mehr auf einzelne Schwachstellen beschränken, zeigen nicht zuletzt die Erfahrungen der vergangenen Jahre. Immer häufiger greifen Cyberkriminelle Unternehmen über mehrere Zugangspunkte an.
Dabei machen sie sich unter anderem schwache Passwörter, veraltete Sicherheitssoftware oder Fehlkonfigurationen im System zunutze. Auch die Unbedachtheit ungeschulter Mitarbeiter kann Black-Hat-Hackern den Weg in die IT-Struktur eines Unternehmens ebnen.
Zum Teil agieren sie dann über Monate unbemerkt in den infiltrierten IT-Systemen. Nicht selten kommt es dabei zum Diebstahl sensibler Daten, die anschließend im Darknet verkauft werden. Dieser Datendiebstahl wiederum erhöht das Risiko weiterer Hackerangriffe – etwa durch geleakte Zugangsdaten von Unternehmensaccounts.
Ein solches Beispiel zeigt: Einfache Firewalls oder eine Antiviren-Software reichen nicht mehr aus, um Firmen effektiv vor einem Cyberangriff zu schützen. Vielmehr erfordert die resiliente IT-Sicherheit proaktives Handeln und vor allem regelmäßige Krisentests.