Cyberangriffe

COVID-19 schafft die perfekte Voraussetzung für weltweite Cyberangriffe

, München/Wien/Zürich, Palo Alto Networks | Autor: Herbert Wieler

Palo Alto Networks mit Hinweisen und Tipps für Unternehmen und Verbraucher

Zum ersten Mal in der Geschichte der Cyber Security sind jede Branche und jede Art von Endgerät weltweit von Angriffen betroffen, die auf einem einzigen Thema basieren. Cyberkriminelle nutzen die aktuelle Pandemie aus und greifen sogar medizinische Einrichtungen an, die versuchen, diese Krankheit zu stoppen. Die Cyberkriminalität befindet sich nach im Goldrausch, der darauf abzielt, sich COVID-19 zunutze zu machen.

Unit 42, das Malware-Analyseteam von Palo Alto Network,s verfolgt eine Fülle von Cyberangriffen mit COVID-19-Themen, die in den letzten Monaten weltweit aufgetaucht sind. Seit Anfang dieses Jahres hat Unit 42 mehr als 40.000 neu registrierte Websites mit einem Coronavirus-bezogenen Namen identifiziert. Aufgrund der Betrugsmaschen und Malware, die auf ahnungslose Verbraucher abzielen, hat Unit 42 diese als „risikoreiche“ Websites eingestuft.

Die globalen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie haben auch zu einem Mangel an Vertrauen in die Regierung und die Medien als zuverlässige Informationsquellen geführt. Diese Konstellation hat letztlich einen perfekten Sturm für Cyberkriminelle geschaffen, um größeren Erfolg zu haben. Die Menschen sind ständig auf der Suche nach neuen Informationsquellen, und die Cyberkriminellen haben die Gelegenheit genutzt, dies auszunutzen.

Warum ist das kritisch?

Die Angreifer haben es auf verunsicherte Menschen abgesehen, die auf der Suche nach COVID-19-Updates sind und themenbezogene Produkte online kaufen. Hierzu haben sie ihre Taktiken durch gewinnorientierte Angriffe verfeinert.

Die Analysten von Palo Alto Networks haben die folgenden cyberkriminellen Aktivitäten festgestellt:

Die IT-Security-Analysten von Palo Alto Networks haben auch viele Cyberangriffe auf staatliche Gesundheitsbehörden, lokale und regionale Regierungen sowie große Universitäten, die sich mit den kritischen Reaktionsbemühungen der COVID-19-Pandemie befassen, aufgedeckt und blockiert. Zu den betroffenen Regionen zählen die USA, Kanada, Deutschland, die Türkei, Korea und Japan.

Es ist zwar nicht überraschend, dass Cyberkriminelle diese Gelegenheit ergreifen, um die Pandemie zu ihrem persönlichen Vorteil auszunutzen. Es ist aber klar, dass sie in jedem Fall Erfolg haben werden und langfristig davon profitieren.

Blick nach vorn

Die COVID-19-Fälle steigen in einigen Ländern weiter an und Experten erwarten eine zweite Welle noch in diesem Jahr. Daher sind neue Themen, die Angreifer im Zusammenhang mit den Nachrichten über die Pandemie aufgreifen, zu erwarten. Ende Juni hat Unit 42 gefährliche E-Mails mit den Betreffzeilen „Lieferant für Gesichtsmaske/Stirnthermometer“ und „Medizinische Maske, Schutzbrille und Temperaturmessgerät verfügbar“ erfasst. Dieser sich entwickelnde Trend dürfte sich aufgrund der Nachrichtenlage fortsetzen.

Darüber hinaus geht Unit 42 davon aus, dass die USA wahrscheinlich stärker von Angreifern ins Visier genommen werden als Länder, in denen es praktisch kein COVID-19 mehr gibt, wie etwa Neuseeland.

Zu erwarten ist auch ein Anstieg der Cyberkriminalität, wenn die Wirtschaft in eine Rezession gerät. Da die Arbeitslosenzahlen auf der ganzen Welt dramatisch ansteigen, werden sich einige Menschen unweigerlich der Cyberkriminalität zuwenden, wie es typischerweise in Phasen wirtschaftlichen Abschwungs geschieht. Da ein größerer Teil der Arbeitskräfte jetzt von zu Hause arbeitet, ist eine Zunahme von Angreifern zu erwarten, die auf Heimrouter und andere IoT-Geräte (Internet of Things) abzielen, um Heimnetzwerke zu kompromittieren.

Diese Geräte werden bereits häufig ins Visier genommen, zumal 98 Prozent des gesamten Datenverkehrs mit IoT-Geräten unverschlüsselt sind. Persönliche und vertrauliche Daten im Netzwerk sind somit offengelegt. Angreifer haben die Möglichkeit, den unverschlüsselten Netzwerkverkehr abzuhören und persönliche oder vertrauliche Informationen zu sammeln. Ein sehr wahrscheinliches Szenario für Angreifer wäre, ihren Fokus auf Heim-Router zu verlagern, um Cryptomining durchzuführen oder DDoS-Angriffe zu starten, wie sie es in der Vergangenheit getan haben.

Immer mehr Menschen arbeiten von zu Hause aus und sind nicht mehr durch eine Enterprise-Security-Lösung und eine Unternehmensfirewall geschützt. Angreifer könnten versuchen, sensible Geschäftsdaten zu stehlen, auf die sie normalerweise nicht so leicht zugreifen können. Benutzer sollten sich vergewissern, dass ihr physischer Router nicht das mit dem Router mitgelieferte Standardpasswort (oft nur „Admin“) verwendet. Sie sollten ihn auch auf die neueste Firmware-Version aktualisieren. Zu oft erstellen Benutzer ein Passwort nur für ihr Wireless-Netzwerk und erkennen nicht, dass auch das physische Gerät ein eindeutiges Passwort haben muss.

Palo Alto Networks hat Tipps für Verbraucher und Unternehmen zusammengestellt, um während dieser Zeit sicher zu bleiben:

Sicherheitshinweise für Verbraucher:

Sicherheitshinweise für Unternehmen: