Malware Kampagne

Check Point warnt vor neuer Kampagne: Hacker verbreiten Malware über Telegram

, San Carlos, Check Point | Autor: Herbert Wieler

Missbrauch von Telegram als Remote Malware Distribution Center

Check Point Research warnt vor neuer Kampagne, die Millionen von Nutzern bedroht. Die Angreifer können über Telegram verseuchte Dateien auf Computern installieren und diese Programme steuern.

Check Point Research (CPR), die Threat Intelligence-Abteilung von Check Point® Software Technologies Ltd. (NASDAQ: CHKP), einem weltweit führenden Anbieter von Cyber-Security-Lösungen, meldet, dass Cyber-Kriminelle den beliebten Nachrichtendienst Telegram als Remote Malware Distribution Center missbrauchen. Die Hacker verstecken die Malware hinter E-Mail-Anhängen, um Computer zu infizieren. Voraus ging der Erkenntnis, dass CPR innerhalb der letzten drei Monate über 130 Cyber-Attacken von einem Remote Access Trojaner (RAT) namens ToxicEye beobachtete, die von den Akteuren über Telegram koordiniert wurden. Telegram zählt weltweit über 500 Millionen aktive Nutzer und gehört zu den zehn am häufigsten heruntergeladenen Apps weltweit.

Der Angriffsweg sieht so aus:

Die Auswirkungen einer erfolgreichen Attacke sind vielfältig. Beobachtet wurden:

Die Security-Forscher sind überzeugt, dass Telegram derzeit vermehrt angegriffen wird, weil es einen großen Zuwachs von Nutzern zu verzeichnen hat – auch als Unternehmensanwendung. Dutzende neuer Malware gegen Telgram, die einsatzbereit gekauft werden kann, liegen in Github-Speichern bereit. Einige Umstände kommen den Hackern entgegen:

Christine Schönig, Regional Director Security Engineering CER, Office of the CTO bei Check Point

Christine Schönig, Regional Director Security Engineering CER, Office of the CTO, bei Check Point Software Technologies fasst die Nachforschung zusammen: „Wir haben entdeckt, dass Malware-Autoren die Telegram-Plattform als einsatzbereites Command-and-Control-System für die Malware-Verteilung in Unternehmen nutzen. So kann die verwendete Malware ihre Befehle für Operationen von den Angreifern aus der Ferne über Telegram empfangen – sogar dann, wenn Telegram auf dem Computer nicht installiert ist oder verwendet wird. Die Malware, welche die Hacker verwenden, ist an leicht zugänglichen Orten wie der Open-Source-Plattform Github zu finden. Wir sind überzeugt, die Angreifer nutzen die Tatsache aus, dass Telegram in fast allen Organisationen verwendet wird und daher Sicherheitseinschränkungen umgeht. Aus diesem Grund Raten wir allen Nutzern dringend, sich der Existenz bösartiger E-Mails bewusst zu sein und bei solchen, die ihren Benutzernamen in den Betreff einbetten, oder mit gebrochener Sprache geschrieben wurden, misstrauisch zu sein. Da wir nun wissen, dass Telegram zum Verteilen von verseuchten Dateien oder als Befehls- und Kontroll-Zentrum für ferngesteuerte Malware herhalten kann, erwarten wir weitere Schädlinge, die speziell dafür entwickelt werden.“

Hilfreiche Tipps gegen den Angriff lauten: