Cyber Threat Report

Check Point veröffentlicht Cyber Threat Report für August

, Check Point | Autor: Herbert Wieler

Cyber-Angriffe in Deutschland, DACH und Europa weiterhin zahlreich

Check Point Research (CPR), die Sicherheitsforschungsabteilung von Check Point® Software Technologies Ltd. (NASDAQ: CHKP), einem Pionier und weltweit führenden Anbieter von Cyber-Sicherheitslösungen, hat seinen Global Cyber Threats Report für August 2025 veröffentlicht.

Im vergangenen Monat waren Unternehmen im globalen Vergleich durchschnittlich 1994 Cyber-Angriffen pro Woche ausgesetzt. Das ist ein Rückgang um ein Prozent gegenüber dem Vormonat Juli, jedoch ein Anstieg von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. In Deutschland ist die Zahl wöchentlicher Cyber-Attacken pro Organisation um vier Prozent auf 1198 gestiegen. Für den DACH-Raum ist die Anzahl mit durchschnittlich 1356 leicht rückläufig um ein Prozent (siehe Abbildung 1).

Fast 1200 wöchentliche Attacken auf deutsche Organisationen. Im DACH-Raum sind es 1356, in Europa im Schnitt rund 1700. Die industrielle Fertigung führt die Liste der Ransomware-Opfer an.

Regionale Entwicklungen

Auf regionaler Ebene betrachtet zeigen sich unterschiedliche Trends:

Abbildung 1: Durchschnittliche Anzahl wöchentlicher Angriffe pro Organisation nach Ländern und Regionen im August 2025, inklusive Vorjahresvergleich (Quelle: Check Point Software Technologies Ltd.)

Angriffe nach Sektoren in Deutschland: Bildungswesen weiter am meisten betroffen

In Deutschland waren die folgenden Bereiche und Wirtschaftssektoren am meisten von Cyber-Angriffen betroffen (Die Pfeile beziehen sich auf die Veränderung des Rankings im Vergleich zum Vormonat):

  1. ↔ Bildungswesen
  2. ↔ Energie & Versorgung
  3. ↔ Telekommunikation
  4. ↑ Gesundheitswesen & Medizin
  5. ↓ Informationstechnologie

Am meisten attackierte Sektoren weltweit

Der Bildungssektor blieb mit durchschnittlich 4178 Angriffen pro Organisation und Woche der am stärksten betroffene Sektor, was einem Anstieg von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht (siehe Abbildung 2). An zweiter Stelle folgte der Telekommunikationssektor mit 2992 Angriffen pro Woche, was einem starken Anstieg von 28 Prozent entspricht. Staatliche Institutionen standen mit 2634 Angriffen pro Woche weiterhin unter Druck, was einem Anstieg von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Die Landwirtschaft verzeichnete mit einem bemerkenswerten Wachstum von 101 Prozent gegenüber dem Vorjahr den stärksten Anstieg. Die moderne Landwirtschaft ist stark von Technologie abhängig, darunter automatisierte Bewässerungssysteme, IoT-Sensoren, Drohnen und Plattformen für das Lieferketten-Management. Diese Abhängigkeit schafft eine große Angriffsfläche für Hacker. Darüber hinaus investieren viele landwirtschaftliche Organisationen im Vergleich zu anderen Sektoren weniger in Cyber-Sicherheit, wodurch kritische Systeme anfällig für Angriffe sind.

Infolgedessen betrachten Angreifer die Landwirtschaft als lukratives und strategisches Ziel. Eine Störung der Lebensmittelproduktion kann zu unmittelbaren finanziellen Verlusten führen, die Ernährungssicherheit gefährden und sogar als geopolitische Waffe eingesetzt werden. Diese Veränderungen verdeutlichen, dass sowohl kritische Infrastrukturen als auch öffentlich zugängliche Dienste weiterhin wichtige Ziele für Angreifer sind.

Abbildung 2: Durchschnittliche weltweite Anzahl wöchentlicher Cyber-Angriffe nach Sektoren im August 2025 verglichen mit August 2024 (Quelle: Check Point Software Technologies Ltd.).

Ransomware-Attacken reißen nicht ab

Ransomware bleibt eine zerstörerische Kraft im Cyberspace. Im August wurden 531 Ransomware-Angriffe öffentlich gemeldet, was einem Anstieg von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Abbildung 3: Anzahl der auf Ransomware-Shamesites von Cyber-Kriminellen genannten Opfer von Ransomware-Angriffen nach Regionen im August 2025 (Quelle: Check Point Software Technologies Ltd.).

Ransomware-Attacken nach Sektoren:

Aktivste Ransomware-Gruppen

Die Daten vom August entstammen Ransomware-Shame-Sites und zeigen eine sich verändernde Dynamik unter den führenden Gruppen:

Fazit

Während sich das Gesamtvolumen der Angriffe zu stabilisieren scheint, zeigen die Daten deutlich, dass Angreifer ihre Bemühungen intensivieren, ihre Techniken verfeinern und Schwachstellen in verschiedenen Branchen und Regionen ausspähen und attackieren. Der Anstieg der Ransomware-Aktivitäten in Verbindung mit den anhaltenden Angriffen auf Bildungseinrichtungen, Produktionsbetriebe und Kritische Infrastrukturen (KRITIS) unterstreicht die Dringlichkeit für Unternehmen, ihre Abwehrmaßnahmen zu verstärken. Bei Check Point zeigen die Untersuchungen weiterhin, dass die Komplexität und Geschwindigkeit der Bedrohungen eine mehrschichtige Reaktion erfordern. Herkömmliche Erkennungsmethoden reichen nicht mehr aus. Unternehmen benötigen präventive Echtzeit-Sicherheit, die Angriffe stoppen kann, bevor Schaden entsteht.

Mit Blick auf die Zukunft ist die Schlussfolgerung für jedes Unternehmen klar: Der Fokus sollte auf Prävention liegen, in Verbindung mit der Nutzung fortschrittlicher Bedrohungsinformationen. Dazu sollten Sicherheitsverantwortliche dafür sorgen, dass Abwehrmaßnahmen die gesamte Umgebung abdecken – vom Netzwerk über die Cloud bis hin zu den Endgeräten. Nur, wer Cyber-Kriminellen einen Schritt voraus ist, kann Risiken reduzieren und langfristige Widerstandsfähigkeit aufbauen.

Omer Dembinsky, Data Research Manager bei Check Point Research, fasst zusammen: „Die Bedrohungsdaten vom August machen eines deutlich: Cyber-Angriffe nehmen sowohl an Umfang als auch an Auswirkungen zu. Bildung, Telekommunikation und Landwirtschaft sind Ziele von Angriffen, weil sie systemrelevant sind und weil Angreifer wissen, dass Störungen in diesen Bereichen maximale Wirkung erzielen. Angesichts der Zunahme von Ransomware und der Beschleunigung der Angriffsgeschwindigkeit durch KI ist der einzige nachhaltige Weg eine präventionsorientierte, KI-gestützte Strategie. Unternehmen müssen über die Erkennung hinausgehen und zu Echtzeit-Prävention übergehen, um das Netzwerk, die Cloud, Endgeräte und Identitäten auf integrierte Weise zu schützen. Nur so können wir Resilienz aufbauen und kritische Dienste vor unerbittlichen Cyber-Gegnern schützen.“