Ransomware Report

Check Point stellt seinen Ransomware Report Q2 2025 vor

, Redwood, Check Point | Autor: Herbert Wieler

Gezieltere Erpressungsversuche, wachesende Einbindung von künstlicher Intelligenz in die Attacken und aggressivere Verhandlungen über Lösegelder.

Check Point Research (CPR), die IT-Sicherheit Forschungsabteilung von Check Point® Software Technologies Ltd. (NASDAQ: CHKP), ein Pionier und weltweit führender Anbieter von Cyber-Sicherheitslösungen, hat seinen Ransomware Report für das zweite Quartal 2025 veröffentlicht.

Höhepunkte des Berichts umfassen:

Sergey Shykevich, Threat Intelligence Group Manager bei Check Point

Sergey Shykevich, Group Manager Threat Intelligence bei Check Point , fasst die Beobachtungen zusammen: „Im zweiten Quartal 2025 haben wir eine deutliche Veränderung in der Ransomware-Landschaft beobachtet, nämlich weniger dominante RaaS-Gruppen, einen Rückgang der öffentlich bekannt gewordenen Opfer und differenziertere Erpressungstaktiken. Da die Hacker ihre jeweilige Ransomware an ein nun fragmentiertes Ökosystem anpassen, erwarten wir noch aggressivere Verhandlungsstrategien und eine zunehmende Abhängigkeit von KI zur Automatisierung und Verbesserung aller Phasen des Angriffs.“

Abbildung 1: Ransomware-Opfer in Prozent nach Ländern (Check Point Software Technologies Ltd.).

Die Verteilung der Ransomware-Opfer im zweiten Quartal 2025 nach Ländern sieht so aus:

Abbildung 2: Taten von Ransomware-Gruppen in Deutschland in Prozent (Check Point Software Technologies Ltd.).

An erster Stelle stehen nach wie vor die USA, doch danach, zwar mit großem Abstand, teilt sich Deutschland mit Kanada und Großbritannien den zweiten Platz. Interessantes vermittelt auch eine Aufschlüsselung der deutschen Opfer nach Ransomware-Gruppen:

Gut zu sehen ist, dass hierzulande Safepay die Nase weit vorn hat, obwohl weltweit die Ransomware-Bande Quilin den ersten Platz übernommen hat.

Die Security-Forscher von Check Point haben auch die Verteilung nach einzelnen Branchen unter die Lupe genommen:

Abbildung 3: Ransomware-Attacken in Prozent gegen einzelne Branchen im Q2 2025 (Check Point Software Technologies Ltd.).

Die Top 5 liegen eng beieinander, denn nur 3 Prozentpunkte trennen den ersten vom fünften Platz: Business Services stehen hier knapp vor produzierendem Gewerbe sowie Konstruktion und Ingenieurwesen. Auf Platz 4 folgt das Gesundheitswesen, danach Konsumprodukte samt Dienstleistungen. Deutlich zu sehen ist die Fragmentierung dieser Graphik und die damit breite Streuung von Ransomware-Attacken über alle Branchen hinweg.

Die Sicherheitsforscher haben außerdem beobachtet, dass Ransomware-Gruppen vermehrt Unternehmenslogos kopieren und White-Label-Dienste anbieten, also einen Blanko-Bausatz für kriminelle Kunden. Sie gehen sogar so weit, dass sie Partnerschaften mit Ramp, dem führenden Untergrundforum für Ransomware, eingehen. Daneben wirbt die Ransomware-Gruppe Global Group (auch bekannt als El Dorado oder Blacklock) für „KI-gestützte Unterstützung bei Verhandlungen“ als Teil ihres Ransomware-as-a-Service-Angebots.

Abbildung 4: Cyber-Kriminelle werben mittlerweile offen für ihre KI-Fähigkeiten (Check Point Software Technologies Ltd.).

Sicherheitsexperten glauben, dass diese KI-Tools folgendes beinhalten:

Die neue Nummer 1 unter den Ransomware-Gruppen, Quilin, geht sogar so weit, dass sie ihren Kunden eine juristische Prüfung gestohlener Daten anbietet, um zu bewerten, welche Verstöße gegen Regularien und Gesetze durch den Datendiebstahl dem Opfer drohen, sowie die Vorbereitung einer Dokumentation über diese Vergehen, um sie Behörden vorlegen zu können, damit diese gegen das Opfer ermitteln müssen, wie Finanzämter, Polizeiwachen, oder – in den USA – das FBI.

Abbildung 5: Die Gruppe Qilin verkündet im Darknet-Ransomware-Forum namens Ramp, dass sie nun juristische Dienste anbieten (Check Point Software Technologies Ltd.).

Hinzu kommt, dass sich das Geschäft mit der Ransomware professionalisiert und dezentralisiert. Die Bande namens DragonForce gehörte zu den ersten Gruppen in diesem illegalen Metier und bezeichnet sich selbst nun als „Ransomware-Kartell-Modell“. Das bedeutet, dass die Affiliate-Partner des RaaS nicht mehr einem zentralen Leitfaden folgen müssen, sondern halb-unabhängig agieren dürfen. Das umfasst eigene Kampagnen, eigene Ziele und angepasste Erpressungsmethoden durch die Affiliate-Partner.

Schlüsselelemente dieses Kartell-Modells sind:

Hinzu kommt, dass DragonForce in seinem Marketing sogar so weit gegangen ist, dass eine Partnerschaft mit dem sehr bekannten Ransomware-Darknet-Forum namens Ramp zustande kam und ihr Logo nun in die Kopfziele integriert wurde.

Abbildung 6: DragonForce und das Ramp-Forum gingen offensichtlich eine Werbepartnerschaft ein (Check Point Software Technologies Ltd.).

Interessant ist auch, dass erstmals die weltweite Zahlungshäufigkeit von Ransomware-Lösegeld um 25 bis 27 Prozent gesunken sei. Dahinter wird vermutet:

Allein im zweiten Quartal 2025 ereignete sich:

Was dies bedeutet:

Um Ransomware im Jahr 2025 einen Schritt voraus zu sein, sind daher mehr als nur Patches und Perimeter-Abwehrmaßnahmen erforderlich. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse empfiehlt Check Point Folgendes: