KI-Firewall

Check Point startet Firewall-as-a-Subscription mit KI-Schutz und flexiblem Abonnement

, Check Point | Autor: Herbert Wieler

KI-Firewall ohne Hardware-Anschaffungskosten

Mit „Firewall-as-a-Subscription“ stellt Check Point ein neues Beschaffungsmodell für Netzwerksicherheit vor. Unternehmen erhalten KI-gestützte Firewalls, Bedrohungsabwehr und zentralisiertes Sicherheitsmanagement über ein einziges Abonnement – ohne hohe Anfangsinvestitionen in Hardware. Das Angebot soll insbesondere Unternehmen helfen, ihre Sicherheitsinfrastruktur trotz stagnierender IT-Budgets zu modernisieren.

Die Anforderungen an moderne Firewalls steigen, während die finanziellen Spielräume vieler Unternehmen schrumpfen. KI-Anwendungen, automatisierte Angriffe und zunehmend autonome KI-Agenten verändern den Netzwerkverkehr und stellen neue Anforderungen an dessen Überwachung und Absicherung. Gleichzeitig werden notwendige Investitionen in die Sicherheitsinfrastruktur häufig verschoben.

Mit seinem neuen „Firewall-as-a-Subscription “-Programm will Check Point Software Technologies diesen Zielkonflikt entschärfen. Statt Firewalls klassisch anzuschaffen, können Unternehmen die Technologie künftig über ein monatliches oder jährliches Abonnement nutzen. Das Modell umfasst Hardware, KI-gestützte Sicherheitsfunktionen, kontinuierliche Updates und cloudbasiertes Management.

Stagnierende Sicherheitsbudgets bremsen die Modernisierung

Der wirtschaftliche Druck auf IT-Sicherheitsverantwortliche nimmt zu. Steigende Finanzierungskosten und begrenzte Investitionsbudgets erschweren insbesondere größere Infrastrukturprojekte.

Wie angespannt die Situation ist, zeigt der Security Budget Benchmark 2026 von IANS Research und Artico Search. Demnach verzeichneten 55 Prozent der befragten CISOs stagnierende oder rückläufige Sicherheitsbudgets. Während 64 Prozent zusätzliche Mittel beantragten, erhielten lediglich 45 Prozent eine Budgeterhöhung.

Für Unternehmen entsteht damit ein zunehmendes Sicherheitsrisiko. Werden geplante Firewall-Erneuerungen verschoben, müssen bestehende Systeme weiterhin Anforderungen bewältigen, für die sie ursprünglich nicht ausgelegt wurden.

Besonders problematisch wird dies durch den wachsenden Einsatz künstlicher Intelligenz. KI-Anwendungen erzeugen neue Kommunikationsmuster, während autonome Agenten zunehmend eigenständig auf Daten, Anwendungen und Netzwerkressourcen zugreifen.

Klassische Firewall-Konzepte müssen deshalb um Funktionen erweitert werden, die auch KI-spezifische Kommunikationsprozesse erkennen und kontrollieren können.

KI-Netzwerk-Firewall als technologische Grundlage

Die technische Basis des neuen Abonnementmodells bildet Check Points Softwareversion R82.20. Mit ihr hatte der Sicherheitsanbieter im Juli 2026 seine AI Network Firewall eingeführt. Die Technologie soll KI-Datenverkehr analysieren, KI-Anwendungen schützen und die Aktivitäten von KI-Agenten auf Netzwerkebene kontrollierbar machen.

Mit „Firewall-as-a-Subscription“ verbindet Check Point diese Funktionen nun mit einem nutzungsorientierten Beschaffungsmodell.

Unternehmen erhalten Zugriff auf die Check Point Force Firewalls, deren Leistungsfähigkeit an den benötigten Durchsatz zur Bedrohungsabwehr angepasst werden kann. Ergänzend stehen KI-gestützte Schutzmechanismen zur Verfügung, darunter SandBlast zur Erkennung und Blockierung bislang unbekannter Bedrohungen. Nach Herstellerangaben erreicht die Technologie eine Blockierungsrate von 99,9 Prozent gegenüber Zero-Day-Angriffen. Diese Angabe ist als herstellerseitiger Leistungswert einzuordnen.

Sicherheitsmanagement und Updates im Abonnement enthalten

Das neue Angebot beschränkt sich nicht auf die Bereitstellung der Firewall-Hardware. Check Point bündelt mehrere Sicherheits- und Managementfunktionen in einem einheitlichen Abonnement.

Zu den zentralen Bestandteilen gehören:

Gerade die Integration des Sicherheitsmanagements ist ein wichtiger Bestandteil des Konzepts. Unternehmen sollen ihre Firewall-Infrastruktur verwalten können, ohne zusätzliche lokale Systeme für die zentrale Administration betreiben zu müssen.

Drei Jahre Laufzeit und flexible Skalierung

Das Abonnementmodell sieht eine Laufzeit von 36 Monaten vor. Unternehmen zahlen eine kalkulierbare monatliche oder jährliche Gebühr, anstatt die Firewall-Hardware im Voraus erwerben zu müssen. Während der Vertragslaufzeit lässt sich der verfügbare Durchsatz erhöhen, wenn beispielsweise zusätzliche Anwendungen, Standorte oder KI-Workloads höhere Anforderungen an die Netzwerksicherheit stellen.

Nach Ablauf der drei Jahre besteht die Möglichkeit, auf eine neue Hardwaregeneration umzusteigen.

Damit verlagert Check Point die Finanzierung von einer klassischen Anfangsinvestition (CAPEX) hin zu laufenden Betriebsausgaben (OPEX). Das kann insbesondere für mittelständische Unternehmen interessant sein, die ihre Netzwerksicherheit modernisieren müssen, gleichzeitig aber größere Einmalinvestitionen vermeiden wollen. Allerdings bedeutet der Wegfall der anfänglichen Hardwarekosten nicht automatisch niedrigere Gesamtausgaben. Entscheidend bleiben die vertraglichen Konditionen, die langfristigen Abonnementkosten und die tatsächlich benötigte Firewall-Leistung.

Check Point will moderne KI-Sicherheit breiter verfügbar machen

Avi Rembaum, President Global Technical Sales bei Check Point

Mit dem neuen Modell verfolgt Check Point das Ziel, KI-gestützte Netzwerksicherheit unabhängig von der Unternehmensgröße zugänglicher zu machen. „Jedes Unternehmen setzt KI ein, und jedes Unternehmen verdient das gleiche Schutzniveau, unabhängig von seiner Größe oder seinem Budget“, erklärt Avi Rembaum, President Global Technical Sales bei Check Point Software Technologies.

Das Abonnement soll Unternehmen ermöglichen, aktuelle Technologien zur Bedrohungsprävention und zur Absicherung ihrer KI-Infrastruktur einzusetzen, ohne zunächst größere Investitionsbudgets bereitstellen zu müssen.

Der Schritt verdeutlicht eine Entwicklung, die weit über klassische Finanzierungsmodelle hinausgeht. Netzwerksicherheit wird zunehmend als kontinuierlich bereitgestellte und aktualisierte Dienstleistung verstanden.

Für Unternehmen verschiebt sich damit auch die wirtschaftliche Betrachtung ihrer Sicherheitsinfrastruktur. Nicht mehr allein die Anschaffungskosten einer Firewall stehen im Mittelpunkt, sondern deren dauerhafte Leistungsfähigkeit, Aktualität und Anpassbarkeit. Gleichzeitig wächst die Bedeutung KI-spezifischer Sicherheitsfunktionen. Denn mit jedem zusätzlichen KI-Agenten entstehen neue Kommunikationsbeziehungen und potenzielle Angriffsflächen, die traditionelle Sicherheitsarchitekturen berücksichtigen müssen.

Die entscheidende Frage lautet deshalb künftig weniger, wann eine Firewall ersetzt werden muss, sondern wie kontinuierlich sich ihre Schutzfunktionen an neue Bedrohungen und technologische Anforderungen anpassen lassen.

Verfügbarkeit ab November 2026

Check Point Firewall-as-a-Subscription ist ab dem 1. November 2026 über das Partnernetzwerk des Herstellers erhältlich. Unternehmen können zwischen monatlicher und jährlicher Zahlung wählen. Die reguläre Vertragslaufzeit beträgt 36 Monate.