Prime Day

Check Point befürchtet große Phishing-Kampagne am Prime Day

, San Carlos, Check Point | Autor: Herbert Wieler

Amazon Prime Day im Hacker-Visier

Die Sicherheitsforscher von Check Point befürchten eine große Phishing-Kampagne rund um die Rabatt-Tage des Verkaufsriesen. Zahlreiche gefälschte Webseiten gingen als Köder in den letzten Tagen ans Netz.

Die Security-Forscher von Check Point Research stellen auch in diesem Jahr fest, dass Cyber-Kriminelle den Amazon Prime Day , ein digitales Shopping-Event des Konzerns mit besonderen Angeboten, missbrauchen, um unbedarfte Nutzer durch Spoofing und Phishing zu betrügen. Ziel sind Informationen über die Personen selbst, deren Kreditkarten, Bankkonten und Passwörter. Solche Gelegenheiten auszunutzen ist nicht neu – besonders der Prime Day dient als weltweit sehr großes Sales Event den Verbrechern seit Jahren als willkommene Tarnung. Der Prime Day findet am 21. und 22. Juni 2021 statt.

In den vergangenen 30 Tagen verzeichneten die Sicherheitsexperten über 2300 verseuchte oder verdächtige neue Domänen im Zusammenhang mit dem Stichwort Amazon – das ist ein Anstieg im Vergleich zum vergangenen Jahr um etwa 10 Prozent. 46 Prozent der neu angemeldeten Domänen konnten dabei zweifelsfrei als böswillig eingestuft werden; 32 Prozent wurden als verdächtig eingeordnet und werden beobachtet. Dieses sogenannte Domain-Spoofing ist bei Hackern ein beliebtes Mittel, um ihre Opfer in Sicherheit zu wiegen und sie derweil um Geld und sensible Informationen zu bringen – getarnt unter dem Deckmantel von Amazon. Nachfolgend ein Beispiel, wie sich ein Krimineller als Support-Mitarbeiter ausgibt, um dem Opfer die Zugangsdaten zu dessen Amazon-Konto zu entlocken.

Neben offensichtlichen Fehlern innerhalb des Textes der Nachricht, welche sie als Fälschung entlarven, wurde sie zudem nicht von einer offiziellen Amazon-Adresse versandt, sondern von: xxxxadmin[at]fuseiseikyu-hl[.]jpxxx. Das ist ein sehr deutlicher Beweis dafür, dass die Nachricht nicht von Amazon geschickt wurde. Überhaupt sind Fehler in der Rechtschreibung und Grammatik, wie auch verdächtige E-Mail-Adressen, ein großes Warnzeichen vor Phishing-Betrügereien. Entsprechend führte der Link nicht zu einer offiziellen Seite und dort zur Konto-Verifizierung, sondern zu einer echt aussehenden Webseite der Kriminellen, welche mittlerweile abgeschaltet wurde.

Christine Schönig, Regional Director Security Engineering CER, Office of the CTO bei Check Point

Christine Schönig, Regional Director Security Engineering CER, Office of the CTO – Check Point Software Technologies GmbH, empfiehlt deshalb: „Der Prime Day ist eine erstklassige Gelegenheit für Hacker aller Art. Die Gefahr besteht darin, dass Kunden dazu verleitet werden ihre persönlichen Daten wie Wohn- und E-Mail-Adresse, Telefonnummer oder sogar Kreditkartendaten und Kennwörter aus Versehen an Verbrecher zu schicken. Wir vermuten zudem, dass die Cyber-Kriminellen ihre Bemühungen rund um den Amazon Prime Day in diesem Jahr deutlich verstärken. Fast alle registrierten Domains rund um Amazon als Stichwort wurden von uns mit roten Fahnen versehen also als gefährlich oder verdächtig geltend. Ich empfehle allen Kunden – und in diesem Jahr dringend – sehr vorsichtig zu sein, auf Rechtschreibfehler in angeblich von Amazon stammenden Nachrichten zu achten, die Absender-Adresse der E-Mails zu prüfen, keinen Links bei Verdacht zu folgen und nur das Nötigste an Informationen zu teilen.“

Wie man am Amazon Prime Day sicher bleibt:

Um Online-Einkäufern zu helfen, in diesem Jahr geschützt zu bleiben, haben die Spezialisten von Check Point praktische Sicherheits- und Schutztipps zusammengestellt: