BlueVoyant AI

BlueVoyant will KI-Agenten in Microsoft 365 E7 unter Kontrolle bringen

, BlueVoyant | Autor: Herbert Wieler

BlueVoyant verbindet Agent 365, Purview und Security Copilot für Microsoft 365 E7

Mit Microsoft 365 E7 rücken KI-Agenten, Datenklassifizierung und automatisierte Sicherheitsentscheidungen enger zusammen als bisher. Damit wächst allerdings nicht nur der Funktionsumfang, sondern auch die Angriffsfläche – insbesondere dort, wo autonome Agenten mit realen Berechtigungen auf sensible Unternehmensdaten zugreifen. BlueVoyant will genau diese Lücke schließen und kombiniert dafür den Schutz von Daten, Identitäten und KI-Agenten in einem neuen E7-Bereitstellungspaket.

BlueVoyant erweitert die Absicherung von Microsoft 365 E7 und verbindet Agent 365, Purview und Security Copilot mit Identitäts- und Datensicherheit

BlueVoyant erweitert sein Angebot für Microsoft-Umgebungen um ein spezielles Bereitstellungspaket für Microsoft 365 E7. Im Mittelpunkt stehen Microsoft Agent 365, Purview und Security Copilot sowie die Frage, wie Unternehmen KI-basierte Funktionen schneller einführen können, ohne Governance und Sicherheitskontrollen erst nachträglich ergänzen zu müssen.

Das Angebot kombiniert BlueVoyant AI mit dem Microsoft Agent 365 Security Deployment Service sowie Implementierungsunterstützung für Microsoft Purview und Security Copilot. Ziel ist es, Unternehmen einen durchgängigen Ansatz für die Absicherung ihrer Daten und der zunehmend eigenständig agierenden KI-Agenten innerhalb des Microsoft-Ökosystems zu bieten.

KI-Agenten erweitern die klassische Identitätslandschaft

Mit KI-Agenten verändert sich das Identitätsmanagement grundlegend. Ein Agent ist nicht lediglich eine weitere Softwarekomponente: Er kann auf Informationen zugreifen, Aktionen ausführen und innerhalb eines Microsoft-365-Tenants mit vergebenen Berechtigungen handeln.

Damit entsteht neben menschlichen und klassischen Maschinenidentitäten eine weitere Kategorie sogenannter nicht-menschlicher Identitäten. Gerade ihre Berechtigungen, Laufzeiten und Handlungsmöglichkeiten müssen nachvollziehbar bleiben.

John Hernandez, CEO von BlueVoyant

BlueVoyant sieht deshalb zwei zentrale Sicherheitsfundamente für Microsoft 365 E7: Datensicherheit und Agentenidentität. Während Microsoft Purview Daten klassifiziert, überwacht und schützt, sollen Entra ID Protection und Agent 365 die Identitäts- und Berechtigungsebene abdecken.

„Viele Unternehmen zeigen sich besorgt darüber, dass ihre KI-Agenten ohne angemessene Governance agieren. Die Lösung lautet hier nicht Vorsicht – sondern Kontrolle“, erklärt John Hernandez, CEO von BlueVoyant .

Dieser Ansatz trifft einen wesentlichen Punkt der aktuellen KI-Sicherheitsdiskussion: Entscheidend ist weniger, ob autonome Agenten eingesetzt werden, sondern welche Berechtigungen sie erhalten, welche Daten sie erreichen können und ob ihr Verhalten kontinuierlich kontrolliert wird.

Purview-Signale fließen direkt in die Sicherheitsanalyse ein

Für die Datensicherheit integriert BlueVoyant seine Funktion „Continuous Optimization of Microsoft Security“ (COMS) in BlueVoyant AI. Dabei sollen Signale aus Microsoft Purview nicht isoliert behandelt werden.

Warnmeldungen zu möglichen Datenverlusten, Richtlinienverletzungen oder Insider-Risiken werden nach Angaben des Anbieters gemeinsam mit anderen Security-Ereignissen automatisiert angereichert, korreliert und priorisiert.

Die Architektur verbindet damit Purview stärker mit dem Managed-Detection-and-Response-Ansatz von BlueVoyant. Für Security Operations Center könnte dies insbesondere deshalb relevant sein, weil Datenschutz- und Sicherheitsereignisse bislang häufig in unterschiedlichen Werkzeugen und Prozessen untersucht werden.

Statt zwei paralleler Untersuchungen soll daraus möglichst ein gemeinsamer Incident-Kontext entstehen.

Security Copilot selbst wird zum schützenswerten Bestandteil

Interessant ist zudem, dass BlueVoyant Security Copilot nicht lediglich als Werkzeug für Sicherheitsanalysten betrachtet.

Je stärker ein KI-System Sicherheitsereignisse analysiert, Daten zusammenführt und Aktionen innerhalb des Security-Stacks anstößt, desto wichtiger werden auch dessen eigene Konfiguration, Berechtigungen und Überwachung.

BlueVoyant erweitert deshalb seine Unterstützung neben Agent 365 und Purview ausdrücklich auf Security Copilot. Die Sicherheitskontrollen sollen menschliche Identitäten, klassische nicht-menschliche Identitäten sowie KI-Agenten und KI-Werkzeuge gemeinsam erfassen.

Damit verschiebt sich Identity Security zunehmend von der Frage „Wer darf auf welches System zugreifen?“ hin zu einer komplexeren Fragestellung: Welche menschliche oder maschinelle Identität darf welche Aktion im Namen welcher anderen Identität ausführen?

Microsoft-Sicherheitsdienste sollen stärker zusammenwachsen

Durch die Verbindung von Purview mit Microsoft Sentinel, Defender und Entra will BlueVoyant eine übergreifende Sicht auf Risiken schaffen.

Dabei geht es nicht nur um klassische Angreifer oder kompromittierte Benutzerkonten. Auch ungewöhnliche Agentenaktivitäten, problematische Zugriffsrechte und sensible Datenbewegungen sollen innerhalb eines gemeinsamen Sicherheitskontexts sichtbar werden.

BlueVoyant verweist dabei auf seine langjährige Spezialisierung auf Microsoft-Sicherheitsumgebungen. Nach Unternehmensangaben fließen Erfahrungen aus mehr als 2.500 Microsoft-nativen Kundenimplementierungen in die eigenen Modelle und Services ein.

Nicht-menschliche Identitäten werden zum Sicherheitsproblem

Der strategisch wichtigere Aspekt des neuen Angebots reicht deshalb über Microsoft 365 E7 hinaus.

Mit der zunehmenden Automatisierung durch KI-Agenten wächst die Zahl autonom oder teilautonom handelnder digitaler Identitäten erheblich. Klassische Identity-and-Access-Management-Modelle wurden jedoch überwiegend für Menschen, Service Accounts und Anwendungen entwickelt.

Agentische Systeme stellen zusätzliche Anforderungen: Berechtigungen können dynamisch genutzt werden, Aktionen werden automatisiert ausgeführt und ein Agent kann im Auftrag eines Benutzers oder eines anderen Systems handeln.

Dadurch wird die Fähigkeit, Identitäten, Berechtigungen, Datenzugriffe und Agentenverhalten miteinander zu korrelieren, zu einer zentralen Voraussetzung für den sicheren Einsatz von Enterprise-KI.

BlueVoyants neuer Ansatz zeigt damit auch, wohin sich die nächste Phase der Microsoft-Sicherheit bewegen dürfte: KI-Agenten werden nicht länger nur als Anwendungen behandelt, sondern als eigenständige Sicherheitsidentitäten, deren Verhalten kontinuierlich überwacht und begrenzt werden muss.