Black Friday 2025
Black Friday 2025: Wenn Shopping-Fieber und KI-Betrug zusammenkommen
Rabatte, Rushhour und raffinierte Betrüger: Die Schattenseite des Black Friday
Von Frank Heisel, CEO bei RISK IDENT
Black Friday gehört inzwischen zu den hektischsten Shopping-Tagen des Jahres. Während Händler mit Rabatten werben und Kundinnen und Kunden nach dem besten Deal suchen, schlägt auch eine andere Gruppe zu: Cyberkriminelle. Im dichten Strom aus Bestellungen hoffen sie, ihre betrügerischen Aktivitäten unauffällig unterzubringen. Besonders brisant wird es, weil Künstliche Intelligenz inzwischen dabei hilft, Phishing-Angriffe glaubwürdiger und professioneller aussehen zu lassen. Je echter eine Phishing-Mail wirkt, desto größer die Gefahr, dass jemand seine Zugangsdaten preisgibt – und damit Kriminellen den Weg zum sogenannten Account-Takeover öffnet.
Wenn der Posteingang überquillt
Die Webmail-Dienste Web.de und GMX meldeten rund um den Black Friday 2024 einen deutlichen Anstieg an Spam- und Phishing-Mails: zehn Prozent mehr als üblich. Das entspricht etwa 2,1 Milliarden potenziell gefährlichen Nachrichten pro Woche. In der Jagd nach dem besten Angebot sinkt bei manchen die Aufmerksamkeit – eine Schwäche, auf die Cyberkriminelle gezielt setzen.
KI verschärft dieses Problem weiter. Betrüger nutzen sie, um perfekte, personalisierte Phishing-Mails zu bauen: ohne die typischen Tippfehler, an denen Nutzer Fakes früher leichter erkennen konnten. Die erbeuteten Zugangsdaten werden anschließend genutzt, um Kundenkonten zu übernehmen und die hinterlegten Zahlungsinformationen auszunutzen.
Betrug im Schatten der Masse
Timing ist alles. Am Black Friday 2024 wurden fast doppelt so viele Bestellungen abgewickelt wie an normalen Tagen – insgesamt im Wert von 5,9 Milliarden Euro. In dieser Daten- und Transaktionsflut hoffen Kriminelle, dass ihre betrügerischen Bestellungen nicht weiter auffallen. Und tatsächlich stoßen viele Fraud-Teams bei diesem temporären Ansturm an ihre Belastungsgrenzen.
RISK IDENT kombiniert deshalb in seinen Lösungen FRIDA und DEVICE IDENT moderne Machine-Learning-Modelle mit der Erfahrung von Fraud-Analysten. So lassen sich selbst in Spitzenzeiten ungewöhnliche Muster, verdächtige Geräte oder auffälliges Verhalten in Echtzeit erkennen – und Betrug gezielt stoppen.
Professionell auftretende Fake-Shops nehmen zu
Parallel warnen Verbraucherschützer vor immer professioneller gestalteten Fake-Shops, die besonders während der Black-Friday-Woche aus dem Boden schießen. Diese Seiten wirken seriös, existieren aber oft gar nicht wirklich oder versenden minderwertige Ware. Wer dort bestellt, sieht sein Geld häufig nie wieder.
Worauf Verbraucher achten sollten
Damit aus der Schnäppchenjagd kein teurer Reinfall wird, lohnt sich ein kurzer Sicherheitscheck:
- auf eine verschlüsselte Verbindung achten (https + Schloss-Symbol)
- unrealistische Rabatte und Lockangebote kritisch prüfen
- unbekannte Shops über den Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen überprüfen
So bleibt der Black Friday ein guter Deal – und nicht der Start in ein Wochenende voller Ärger.