Finanzwesen

BioCatch Umfrage zeigt Zunahme der Betrugsrisiken im Banksektor

, BioCatch | Autor: Herbert Wieler

Zwei Drittel schätzen die jährlichen Betrugsverluste ihrer Bank auf über 8,5 Millionen Euro

Deutsche Banken sehen sich derzeit mit einer stetig wachsenden Zahl von Betrugsversuchen konfrontiert. Die breite Einführung schneller Zahlverfahren eröffnet neue Angriffsmöglichkeiten, frei verfügbare KI-Tools erhöhen Effizienz und Reichweite von Betrugsangriffen, und zunehmend professionell organisierte Tätergruppen nutzen diese Entwicklungen systematisch aus.

Die meisten Verantwortlichen für Betrugsprävention, Geldwäschebekämpfung (AML) und Compliance in deutschen Banken beobachten eine deutliche Zunahme von Betrugsversuchen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage von BioCatch , einem Anbieter von Lösungen zur Erkennung digitalen Betrugs und zur Prävention von Finanzkriminalität im Bankensektor.

Jede zweite befragte Führungskraft berichtet von steigenden Betrugsverlusten im eigenen Institut – darunter 65 Prozent der Betrugspräventionsteams und sogar 67 Prozent der Bankvorstände. Zwei Drittel der Befragten schätzen die jährlichen Betrugsverluste ihrer Bank inzwischen auf mehr als 10 Millionen US-Dollar (rund 8,5 Millionen Euro). „Viele deutsche Bankmanager führen diesen Anstieg zumindest teilweise auf regulatorische Veränderungen zurück“, erklärt Thomas Peacock, Director of Global Fraud Intelligence bei BioCatch. „Mehr als die Hälfte der Befragten geht davon aus, dass das Betrugsrisiko mit der verpflichtenden Einführung von SEPA-Echtzeitüberweisungen im Jahr 2025 weiter gestiegen ist.“

Investitionen in Sicherheit rücken in den Fokus

Trotz der wachsenden Bedrohung halten fast drei Viertel der Befragten ihre bestehenden Betrugskontrollen derzeit noch für wirksam. Gleichzeitig ist das Bewusstsein für Handlungsbedarf hoch: 76 Prozent der deutschen Bankmanager geben an, dass ihr Institut eine Modernisierung der bestehenden Kontrollen prüft. Elf Prozent haben diesen Schritt bereits umgesetzt.

„Deutsche Banken stehen vor einer anhaltenden Welle neuer Betrugsversuche“, sagt Mathias Schollmeyer, Pre-Sales Consultant für Deutschland bei BioCatch. „Sofortzahlungen, frei verfügbare KI-Tools und professionell organisierte kriminelle Netzwerke erhöhen Tempo, Reichweite und Präzision der Angriffe erheblich. Angreifer nutzen gezielt Lücken in bestehenden Abwehrmechanismen aus.“ Der Druck auf die Institute sei entsprechend hoch: „Kunden erwarten präventive und verlässliche Schutzmechanismen – gerade in einer Betrugslandschaft, die immer komplexer und dynamischer wird.“

Weitere zentrale Ergebnisse der Umfrage:

Über BioCatch

BioCatch bekämpft Betrug und Finanzkriminalität durch die Analyse von Mustern im menschlichen Verhalten. Hierzu werden kontinuierlich mehr als 3.000 anonymisierte Datenpunkte erfasst – darunter Tastatur- und Mausinteraktionen, Touchscreen- Verhalten, physische Gerätemerkmale sowie weitere kontextuelle Signale –, während Nutzer mit digitalen Banking-Plattformen interagieren. Auf Basis dieser Daten identifizieren die KI- und Machine-Learning-Modelle von BioCatch charakteristische Verhaltensmuster und liefern zusätzliche Geräteintelligenz. In der Kombination ermöglichen diese Erkenntnisse eine zuverlässige Unterscheidung zwischen legitimen Nutzern und kriminellen Akteuren.

Das Customer Innovation Board von BioCatch – eine branchengeführte Initiative in Zusammenarbeit mit unter anderem American Express, Barclays, Citi Ventures, HSBC, Macquarie Bank und der National Australia Bank – arbeitet gemeinsam daran, neue Ansätze zur Nutzung von Kundeninteraktionen für eine verbesserte Betrugserkennung zu entwickeln.

Heute setzen mehr als 30 der 100 größten Banken weltweit sowie insgesamt 340 Finanzinstitute BioCatch-Lösungen ein. Dabei werden monatlich rund 17 Milliarden Nutzersitzungen analysiert und über 660 Millionen Menschen auf mehr als 1,6 Milliarden Endgeräten weltweit vor Betrug und Finanzkriminalität geschützt.