Auth0
Auth0 sichert KI-Agenten und Agentic Commerce mit neuen Identity-Funktionen ab
Okta stellt neue Auth0-Funktionen vor
KI-Agenten verändern nicht nur, wie Menschen digitale Dienste nutzen – sie verändern auch, wer künftig authentifiziert, autorisiert und zu Transaktionen berechtigt werden muss. Wenn autonome Systeme im Namen von Nutzern einkaufen, auf Unternehmensanwendungen zugreifen oder Geschäftsprozesse ausführen, wird digitales Identitätsmanagement zur zentralen Vertrauensschicht. Auth0 reagiert darauf mit neuen Funktionen für B2C- und B2B-Anwendungen, die menschliche und nicht-menschliche Identitäten gleichermaßen absichern und gleichzeitig Hürden in der Customer Journey reduzieren sollen.
Okta erweitert dazu seine Auth0-Plattform um Funktionen für Agentic Commerce, Conversion-Optimierung sowie das Identitäts- und Mandantenmanagement in B2B-Umgebungen. Im Mittelpunkt stehen die Identity Conversion Suite, AI Identity for Agentic Commerce, B2B Connect und Tenancy-as-a-Service.
Das Ziel: Unternehmen sollen neue digitale Geschäftsmodelle und KI-basierte Interaktionen schneller einführen können, ohne bestehende Anwendungen oder Identitätsarchitekturen grundlegend neu entwickeln zu müssen.
KI-Agenten werden selbst zu digitalen Akteuren
Die Herausforderung reicht dabei weit über die klassische Anmeldung eines Nutzers hinaus. KI-Agenten können künftig Produkte suchen, Angebote vergleichen, Entscheidungen vorbereiten und Transaktionen im Auftrag eines Menschen durchführen. Damit entsteht eine zusätzliche Identitätsebene zwischen Nutzer, Agent, Plattform und Anbieter.
Gareth Davies, Chief Product Officer bei Okta, sieht darin sowohl wirtschaftliches Potenzial als auch neue Risiken. Wenn KI-Agenten zunehmend im Namen von Verbrauchern handeln und Transaktionen durchführen, wachse der Spielraum für neue Geschäftsmöglichkeiten ebenso wie für Sicherheitslücken.
Entscheidend wird deshalb, eindeutig feststellen zu können, welcher Agent für welchen Nutzer handelt, über welche Berechtigungen er verfügt und welche Aktionen tatsächlich autorisiert wurden.
Auch Jan Brose, Area Sales Director Enterprise Sales für Auth0 bei Okta, sieht den Schutz menschlicher und nicht-menschlicher Identitäten als wichtigen Bestandteil der Customer Experience. Entwickler müssten künftig Anwendungen schaffen, in denen sich Menschen und autonome Systeme gleichermaßen sicher bewegen können.
Wie groß die wirtschaftliche Relevanz werden könnte, zeigt eine Prognose von Bain. Dem Beratungsunternehmen zufolge könnten KI-Agenten bis 2030 an bis zu 25 Prozent des US-amerikanischen E-Commerce beteiligt sein.
Damit wird Identität zunehmend zu einem Faktor für Umsatz und Konversion. Klassische Login-Mechanismen reichen für diese Entwicklung kaum aus. Unternehmen benötigen eine flexible Identity-Schicht, über die sich Nutzer, Organisationen, Anwendungen und autonome Agenten konsistent authentifizieren und autorisieren lassen.
Für Unternehmen entsteht dabei ein Spannungsfeld: Einerseits sollen Registrierungen, Logins und Transaktionen möglichst reibungslos funktionieren. Andererseits darf eine möglichst komfortable Customer Journey nicht dazu führen, dass Berechtigungen oder Sicherheitskontrollen aufgeweicht werden.
Auth0 versucht deshalb, Identity Management stärker mit Conversion-Optimierung, Agentensicherheit und B2B-Mandantenverwaltung zu verbinden.
Identity Conversion Suite soll Abbrüche reduzieren
Im B2C-Geschäft setzt Auth0 unter anderem bei einem klassischen Problem digitaler Plattformen an: Jeder zusätzliche Schritt bei Registrierung oder Anmeldung kann die Conversion verschlechtern.
Mit Anonymous Sessions können Unternehmen deshalb Interaktionen bereits vor einer Registrierung einem wiederkehrenden Besucher zuordnen. Ein Nutzer kann beispielsweise Produkte ansehen, Artikel in den Warenkorb legen, die Website verlassen und später zurückkehren, ohne dass der bereits aufgebaute Kontext verloren geht.
Ergänzt wird dies durch ein Experiment Center. Unternehmen können damit unterschiedliche Registrierungs- und Anmeldeprozesse parallel testen und deren Auswirkungen auf die Conversion analysieren.
Identity Management wird damit stärker zu einem Instrument für Customer Experience und Umsatzoptimierung – allerdings weiterhin unter Einhaltung der vorgesehenen Sicherheitskontrollen.
Agentic Commerce braucht nachvollziehbare Autorisierung
Besonders relevant ist die Erweiterung der Plattform um AI Identity for Agentic Commerce. Auth0 will damit Unternehmen aus Bereichen wie Handel, Reisen oder Hospitality ermöglichen, Transaktionen abzusichern, die über externe KI-Assistenten angestoßen werden. Dazu gehören beispielsweise Käufe, die ein Nutzer über Dienste wie ChatGPT oder Gemini vorbereitet oder durchführen lässt.
Die technische Herausforderung liegt dabei weniger in der Identität des KI-Modells selbst als in der dahinterliegenden Vertrauenskette: Ein Händler muss feststellen können, ob ein Agent tatsächlich im Auftrag eines bestimmten Kunden handelt und ob dieser Kunde die konkrete Aktion autorisiert hat.
Gleichzeitig adressiert Auth0 Unternehmen, die eigene KI-Assistenten entwickeln. Diese sollen beispielsweise Produkte empfehlen oder Käufer durch einen Bestellprozess begleiten können, ohne dafür unkontrollierte Zugriffsrechte auf Kundenkonten oder Backend-Systeme zu benötigen.
Damit verschiebt sich Identity & Access Management zunehmend von der Frage „Wer ist dieser Nutzer?“ zu „Wer oder was handelt gerade – in wessen Auftrag und mit welchen Befugnissen?“
B2B Connect ergänzt bestehende Identity-Infrastrukturen
Auch im B2B-Bereich erweitert Auth0 seine Plattform. Mit B2B Connect sollen Unternehmen Enterprise-Funktionen wie Single Sign-on, Federation und Multi-Tenancy auf bestehende Identitätssysteme aufsetzen können.
Eine vollständige Migration von Nutzern, Anwendungen oder Tokens soll dafür nicht erforderlich sein.
Nach Angaben von Auth0 lassen sich entsprechende Enterprise-Identity-Funktionen innerhalb von maximal 90 Tagen implementieren. Gerade für SaaS-Anbieter kann dies relevant sein, wenn größere Unternehmenskunden Funktionen wie SSO oder föderierte Identitäten voraussetzen, die bestehende Plattform jedoch ursprünglich nicht dafür konzipiert wurde.
Tenancy-as-a-Service vereinfacht B2B-Mandantenverwaltung
Mit Tenancy-as-a-Service adressiert Auth0 einen weiteren Skalierungsfaktor von SaaS-Plattformen: die Verwaltung zahlreicher Unternehmenskunden auf einer gemeinsamen Infrastruktur.
Neue Kunden können über Self-Service-Funktionen eingebunden werden. Gleichzeitig lassen sich administrative Aufgaben an die jeweiligen Organisationen delegieren.
Kundenunternehmen können dadurch beispielsweise selbst neue Mitglieder hinzufügen sowie Rollen und Berechtigungen verwalten.
Die zugrunde liegende Identity-Plattform soll dabei für Tausende Mandanten skalierbar sein und gleichzeitig eine strikte Trennung zwischen den jeweiligen Kundenumgebungen gewährleisten.
Identity wird zur Infrastruktur des Agentic Enterprise
Die neuen Auth0-Funktionen zeigen eine grundlegende Verschiebung im Identity Management. Bislang stand vor allem die zuverlässige Authentifizierung menschlicher Nutzer im Mittelpunkt. Mit KI-Agenten entsteht nun eine zusätzliche Klasse digitaler Akteure, die auf Anwendungen zugreifen, Informationen verarbeiten und zunehmend selbst Transaktionen auslösen können.
Damit wird die Identity-Schicht zu einem entscheidenden Kontrollpunkt für das Agentic Enterprise.
Für Unternehmen reicht es künftig nicht mehr aus, lediglich zu wissen, welcher Mensch sich angemeldet hat. Sie müssen auch nachvollziehen können, welcher Agent im Auftrag welcher Identität handelt, welche Befugnisse delegiert wurden und wo diese Befugnisse enden. Genau an dieser Schnittstelle zwischen Sicherheit, Customer Experience und Geschäftswachstum positioniert Auth0 seine neuen Funktionen.