Angriffsziel API

APIs werden zunehmend zum Hauptziel für Cyberkriminelle

, Thales | Autor: Herbert Wieler

Über 40.000 API-Vorfälle in der ersten Hälfte des Jahres 2025

Thales hat die Ergebnisse seines neuesten API Threat Reports (1. Halbjahr 2025) veröffentlicht und warnt davor, dass APIs – die hinter den Kulissen arbeitenden Verbindungselemente, die Apps, Zahlungen und Anmeldungen ermöglichen – zum Hauptziel für Cyberkriminelle geworden sind.

Der neueste API Threat Report von Thales zeigt, dass es zu rekordverdächtigen Angriffen gekommen ist, wobei Finanzdienstleistungen, Telekommunikation und die Reisebranche am stärksten gefährdet sind

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In mehr als 4.000 überwachten Umgebungen verzeichnete Thales allein im ersten Halbjahr 2025 über 40.000 API-Vorfälle. Obwohl APIs nur 14 Prozent der gesamten Angriffsfläche ausmachen, ziehen sie mittlerweile 44 Prozent des Advanced Bot-Traffics auf sich. Dies zeigt, dass Angreifer ihre ausgefeiltesten Automatisierungsverfahren auf die Workflows konzentrieren, die kritische Geschäftsabläufe unterstützen.

Rekordverdächtiger DDoS-Angriff auf Finanzdienstleistungen

Eine der auffälligsten Erkenntnisse aus dem Bericht ist das Ausmaß eines rekordverdächtigen DDoS-Angriffs auf den Application Layer mit 15 Millionen Anfragen pro Sekunde (Request per Second) gegen eine API für Finanzdienstleistungen.

Im Gegensatz zu herkömmlichen volumetrischen DDoS-Kampagnen, die darauf abzielen, die Netzwerkbandbreite zu überlasten, richtete sich dieser Angriff speziell gegen den Application Layer– wobei die API selbst ausgenutzt wurde, um Ressourcen zu erschöpfen und den Betrieb zu stören. 27 Prozent des gesamten API-fokussierten DDoS-Verkehrs im ersten Halbjahr 2025 betrafen Finanzdienstleistungen, was die starke Abhängigkeit des Sektors von APIs für Echtzeit-Transaktionen wie Abfragen des Kontostands, Überweisungen und Zahlungsautorisierungen widerspiegelt.

Dieser Vorfall zeigt, wie Angreifer mittlerweile Menge mit Tarnung kombinieren: Sie nutzen massive Botnets und Headless-Browser, um legitime API-Anfragen nachzuahmen, wodurch es für Verteidiger viel schwieriger wird, bösartigen Datenverkehr von echtem Datenverkehr zu unterscheiden.

Wichtige Ergebnisse des Berichts:

„APIs sind das Bindeglied der digitalen Wirtschaft – aber das macht sie auch zu ihrer attraktivsten Angriffsfläche“, sagt Tim Chang, Vice President Application Security Products bei Thales . „Wir beobachten nicht nur eine Zunahme der Angriffe, sondern auch eine grundlegende Veränderung in der Vorgehensweise der Kriminellen: Sie müssen keine Malware einschleusen, sondern können einfach Ihre Geschäftslogik gegen Sie wenden. Die Anfragen sehen legitim aus, aber die Auswirkungen können verheerend sein. In den nächsten sechs Monaten werden API-Angriffe nur noch an Umfang und Raffinesse zunehmen. Der beste Zeitpunkt zum Handeln war gestern – der zweitbeste Zeitpunkt ist jetzt. Unternehmen müssen jeden aktiven Endpunkt identifizieren, seinen geschäftlichen Wert verstehen und ihn mit kontextbezogenen, adaptiven Abwehrmaßnahmen schützen, wenn sie ihre Einnahmen, ihr Vertrauen und ihre Compliance sichern wollen.“

Methodik

Der Thales API Threat Report (H1 2025) stützt sich auf reale Angriffsdaten aus mehr als 4.000 Imperva-Kundenumgebungen weltweit. Die Daten wurden zwischen Januar und Juli 2025 erhoben und umfassen:

Das Threat Research Team von Thales verwendete Verhaltensanalysen, maschinelles Lernen und forensische Analysen, um Angriffe zu kategorisieren, sie den Zielendpunkten zuzuordnen und Trends in verschiedenen Branchen zu identifizieren. Der Datensatz spiegelt zwar die Kundenbasis von Imperva wider, bietet jedoch einen robusten und repräsentativen Überblick darüber, wie APIs weltweit als Waffen eingesetzt werden.