Trügerischer Komfort

Angriffswelle über n8n: Hacker missbrauchen Automatisierungsplattform

, KnowBe4 | Autor: Dr. Martin J. Krämer

Unsichtbare Falle im Posteingang: E-Mail-Bedrohung explodiert um 686 %

Was eigentlich Arbeit erleichtern soll, wird zur Einfallstür für Cyberkriminelle: Die Automatisierungsplattform n8n gerät zunehmend ins Visier von Angreifern. Neue Daten zeigen einen massiven Anstieg bösartiger E-Mails – mit überraschend perfiden Methoden. Unternehmen stehen damit vor einem wachsenden Sicherheitsdilemma.

Angriffswelle: Missbrauch von n8n nimmt drastisch zu

Dr. Martin J. Krämer, CISO Advisor bei KnowBe4  ordnet die Angriffswelle ein.

Plattformen zur Workflow-Automatisierung wie n8n verbinden Tools wie Slack, Google Sheets oder Gmail mit KI-Modellen – und sparen Unternehmen Zeit. Doch genau diese Effizienz machen sich nun Cyberkriminelle zunutze.

Laut einer Analyse von Cisco Talos ist die Zahl bösartiger E-Mails mit n8n-Links zwischen Januar 2025 und März 2026 um 686 Prozent gestiegen. Die Angreifer nutzen dabei gezielt die vertrauenswürdige Infrastruktur der Plattform, um klassische Sicherheitsfilter zu umgehen.

Der Clou: Was wie legitime Automatisierung wirkt, dient tatsächlich als verdeckter Angriffsvektor.

Täuschend echt: So funktioniert der n8n-Angriff

Im Zentrum der Angriffe stehen sogenannte Webhooks – Schnittstellen, die Daten in Echtzeit übertragen. Genau diese Funktion wird missbraucht. Cyberkriminelle verschleiern ihre Schadsoftware hinter scheinbar vertrauenswürdigen n8n-URLs. Klickt ein Nutzer auf einen manipulierten Link, lädt sein Browser Inhalte direkt von der Plattform – ohne Verdacht zu schöpfen.

Ein besonders perfides Beispiel:

Unsichtbare Spionage: Tracking-Pixel sammeln Daten Doch damit nicht genug. Angreifer nutzen n8n auch für sogenanntes Device-Fingerprinting.

Über unsichtbare Tracking-Pixel in Phishing-Mails können sie:

Sicherheitsproblem: Warum klassische Schutzmaßnahmen versagen

Die besondere Herausforderung für Unternehmen: n8n ist ein legitimes Tool. Das bedeutet:

Mensch als letzte Verteidigungslinie

Experten sehen daher vor allem einen Faktor im Fokus: den Menschen. Mitarbeiter können Angriffe erkennen, wenn sie sensibilisiert sind – etwa bei:

Neue Strategien: Human Risk Management gewinnt an Bedeutung

Moderne Sicherheitsansätze setzen zunehmend auf sogenannte Human Risk Management-Systeme. Diese kombinieren:

Fazit: Produktivität wird zur Angriffsfläche

Der Fall n8n zeigt ein grundlegendes Problem der digitalen Transformation: Tools, die Effizienz steigern, können gleichzeitig neue Sicherheitslücken öffnen. Unternehmen müssen deshalb umdenken – und Sicherheit nicht nur technisch, sondern auch menschlich denken.