12 Millionen Deutsche von Internetkriminalität betroffen

Millenials sind beinah doppelt so oft betroffen wie die Generation 55+, obwohl sie mit modernen Technologien aufgewachsen sind

Norton by Symantec (NASDAQ: SYMC) veröffentlicht die Ergebnisse seines aktuellen Norton Cybersecurity Insights Report, ehemals Norton Report. Im Rahmen der Studie wurden weltweit 17.000, darunter 1.000 deutsche Verbraucher, mit mindestens einem mobilen Gerät zu ihren Erfahrungen mit Cyberkriminalität befragt. Der NCIR belegt, dass fast zwölf Millionen deutsche Verbraucher, im vergangenen Jahr Erfahrungen mit Internetkriminalität gemacht haben.

Interessante Ergebnisse im Überblick:

  • Obwohl zwölf Millionen deutsche Verbraucher persönliche Erfahrungen mit Internetkriminalität haben, gibt es weniger Geschädigte (durchschnittlich 17 Prozent) im Vergleich zu den weltweit Befragten (27 Prozent).
  • Deutsche Verbraucher mussten sich in den letzten zwölf Monaten durchschnittlich 21 Stunden  mit den Folgen von Internetkriminalität befassen und verloren dabei im Schnitt 168 Euro pro Person. Der Schaden in Deutschland beläuft sich insgesamt auf zwei Milliarden Euro.
  • Mehr als die Hälfte der Deutschen (53 Prozent) sehen in ausländischen Angreifern/Regierungen die Hauptschuldigen der Cyberkriminalität – weltweit glauben das lediglich 35 Prozent.
  • 18 Prozent derjenigen Deutschen, die durch Cyberkriminalität geschädigt wurden, haben Erfahrungen mit Ransomware, einer Form von digitaler Erpressung, gemacht. Selbst wenn die Betroffenen bezahlt haben, erhielten fünf Prozent ihre digitalen Daten nicht zurück.
  • Über die Hälfte (54 Prozent) der deutschen Verbraucher sind überzeugt, dass ihre Kreditkarten-Informationen eher beim Online-Shopping gestohlen werden als aus der eigenen Geldbörse. Tatsächlich haben 18 Prozent ihre Bankdaten beim Online-Shopping verloren, 16 Prozent ihre Identität.

„Der Norton Report zeigt, dass sich heutzutage fast alle Nutzer der Online-Risiken bewusst sind und Internetkriminalität mittlerweile ein fixer Bestandteil unseres täglichen digitalen Lebens geworden ist”, sagt Alexander Tschobokdji, Territory Manager Central Europe für Norton. „Unsere Erkenntnisse belegen, dass das Vertrauen der Menschen gegenüber Online-Aktivitäten stark abgenommen hat. Trotz der häufigen Berichterstattung zur Bedrohung durch Internetkriminalität ergreifen leider noch immer viel zu wenige Verbraucher nicht einmal die einfachsten Schutzmaßnahmen.”

Der Generationsunterschied – Generation 55+ überrascht

Immer noch vermuten viele, dass die Generation 55+ bzw. Baby-Boomer, die allgemein als eher weniger technikaffin gilt, dem höchsten Risiko ausgesetzt ist. Doch die aktuellen Ergebnisse zeigen, dass dem nicht so ist – ganz im Gegenteil: 21 Prozent der im digitalen Zeitalter geborenen deutschen Millennials waren von Internetkriminalität betroffen. Bei der Generation 55+ waren es lediglich zwölf Prozent. Eine mögliche Erklärung hierfür könnte sein, dass die ältere Generation in Deutschland mehr auf Sicherheit achtet und die Millennials ein riskanteres, gewagteres Sicherheitsverhalten im Vergleich zu anderen Altersgruppen zeigen und häufiger online sind:

  • 83 Prozent der Generation 55+ sind überzeugt, dass sie sich aktiv gegen Cyberkriminalität schützen müssen – im Gegensatz zu 70 Prozent der Millenials. Zudem sagen 66 Prozent der Deutschen, dass Identitätsdiebstahl online wahrscheinlicher ist als jemals zu vor  – doch nur 54 Prozent der Millenials sehen das ebenso.
  • Knapp die Hälfte der Millennials (42 Prozent) geben an, dass ein nicht authorisierter Zugriff auf ihr E-Mail Konto oder auf das Konto einer ihnen bekannten Person bereits stattgefunden hat.
  • Millenials teilen doppelt so häufig ihr Passwort mit anderen wie die Generation 55+ (28 vs. 14 Prozent)
  • Knapp die Hälfte der Generation 55+ (47 Prozent) weiß, wie man die Privateinstellungen auf ihrem Handy aktualisiert.

Sorge vor Cybercrime nimmt zu
Die Verunsicherung im Hinblick auf Internetkriminalität nimmt auch in Deutschland zu. Viele Verbraucher glauben, dass das Risiko im Netz größer ist als je zuvor. Angesichts der wachsenden Internetkriminalität machen sie sich immer mehr Sorgen um die Gefahren in der digitalen Welt – die Risiken in der realen Welt treten dabei zunehmend in den Hintergrund:

  • 79 Prozent der Deutschen sehen die Möglichkeit, persönlich von einem Online-Verbrechen betroffen zu sein, als sehr hoch an und sind dadurch zunehmend verunsichert. Lediglich zehn Prozent sind überzeugt, dass sie vollständige Kontrolle über ihre Online-Sicherheit haben.
  • Online-Sicherheit liegt in der persönlichen Verantwortung des Einzelnen: Beinahe die Hälfte (47 Prozent) aller deutschen Verbraucher bestätigen, dass sie selbst mitverantwortlich sind, wenn ein Cyberverbrechen passiert.
  • Wenn ein Sicherheitsvorfall bekannt gemacht wird, werden zwei von zehn der befragten deutschen Verbraucher (20 Prozent) nicht aktiv, um ihre Online-Sicherheit zu überprüfen.

Verbraucher immer noch unvorsichtig

Trotz der Sorge und dem Wissen um die Internetkriminalität sind Verbraucher immer noch überzeugt, sich online sicher zu verhalten. Wenn sie um eine Einschätzung ihres Verhaltens gebeten werden, geben sie sich häufig die Note „Eins”. Tatsächlich erfüllen die meisten jedoch nicht einmal die Grundvoraussetzungen für Online-Sicherheit:

  • Über 40 Prozent der befragten Deutschen versäumen “immer” ein sicheres Passwort zum Schutz zu nutzen.
  • Obwohl sieben von zehn Deutsche zustimmen, dass die Weitergabe eines E-Mail-Passworts an einen Freund gefährlicher ist, als ihm das Auto zu leihen, teilen 20 Prozent ihr Passwort dennoch.
  • Deutsche Verbraucher sind im Hinblick auf Internetkriminalität wenig besorgt: Knapp die Hälfte (47 Prozent) ist der Meinung, dass Sicherheitsprobleme so allgegenwärtig sind und so viele Leute betreffen, dass sich daraus eher keine schlimmen Konsequenzen ergeben.
  • Über 50 Prozent der Deutschen wechseln ihr Passwort nach einem Sicherheitsvorfall; doch nicht viele ergreifen weitere proaktive Maßnahmen, um erneute Bedrohungen zu verhindern.

Weitere Informationen und aktuelle Ergebnisse zum Thema Internetkriminalität in Europa und Deutschland finden Sie im vollständigen Norton Cybersecurity Insights Report.